01.06.2021 | Presseinfo Nr. 29

Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Mai 2021

Aufwärtstrend hält an

  • Arbeitslosenzahl geht im Mai weiter zurück
  • Einige Betriebe stellen Personal ein, andere bauen noch Kurzarbeit ab
  • Zeugnisnoten sind nicht alles – Betriebe suchen noch viele Nachwuchskräfte
     
Mai 2021 April 2021 Mai 2020
Arbeitslosenzahl 9.786 9.990 9.845
Arbeitslosenquote 5,5 5,6 5,5

Die Belebung des Arbeitsmarktes setzt sich weiter fort – die Arbeitslosenzahl geht nun schon im dritten Monat zurück. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise liegt sie auch unter der des Vorjahres.

Im Kreis Pinneberg ist sie um 204 Personen oder 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Damit waren im Mai 9.786 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 59 Personen oder 0,6 Prozent niedriger.

Die Arbeitslosenquote ist von 5,6 im Vormonat auf 5,5 Prozent gesunken. Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls 5,5 Prozent betragen.

„Der dezente Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort. Die aktuellen Öffnungsschritte können zusätzliche positive Impulse geben. Schon jetzt melden sich weniger Menschen arbeitslos. Aber auch die Arbeitssuche ist in diesem Frühling wieder viel häufiger erfolgreich als im letzten Jahr!", erläutert Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn und rät: „Jetzt den Aufwärtstrend nicht verpassen! Bewerbungen haben wieder bessere Chancen, Strategie und Qualifikation sollten aber stimmen. Beratung und Unterstützung geben Arbeitsagentur und Jobcenter.“

Im letzten Monat konnten 591 Menschen aus dem Kreis Pinneberg ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung beenden. Das sind 204 mehr als im Mai 2020. Zudem starteten 404 Arbeitslose in eine Ausbildung oder Weiterbildung – 228 mehr als vor einem Jahr.

Die Belebung am Arbeitsmarkt lässt die Kundenzahl bei der Arbeitsagentur sinken. Die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter veränderte sich hingegen kaum.

Von den insgesamt 9.786 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Mai 4.200, das sind 184 weniger als im Vormonat. Es waren 482 Personen (-10,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.586 Arbeitslose registriert. Dies sind 20 Personen weniger als im April. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl um 423 (+8,2 Prozent).

Zu den 9.786 Arbeitslosen kamen im Mai 2.606 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z.B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Insgesamt 12.392 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung1). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 160 Personen gesunken. Damit liegt sie um 1,3 Prozent niedriger als im Mai 2020.

Im Mai besuchten 656 Menschen aus dem Kreis Pinneberg eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 486 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Arbeitsuchende erweitern dadurch ihre Kenntnisse, erwerben wichtige berufliche Zertifikate und können ihre Chancen bei der Jobsuche deutlich erhöhen.

„Die Nachfrage nach Arbeitskräften gewinnt erst allmählich wieder an Schwung. Zunächst bauen Unternehmen Kurzarbeit ab und lasten das vorhandene Personal stärker aus. Besonders aus Betrieben des Maschinenbaus, der Lebensmittelproduktion, der Logistik und dem Vertrieb erreichen uns mehr Stellenausschreibungen. Spürbare Nachfrage nach Fachkräften gibt es auch aus Arztpraxen, Altenpflege und Erziehungswesen“, sagt Thomas Kenntemich.

Die Personalnachfrage der Unternehmen bleibt auf einem ähnlichen Niveau wie im April, zum Vorjahr hat sie deutlich angezogen. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 506 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind sieben weniger als im April und 153 mehr als im Mai 2020. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 2.456 Arbeitsangebote im Kreis Pinneberg gemeldet – 255 mehr als in den ersten fünf Monaten des letzten Jahres.

Dank der positiven Entwicklung der Pandemielage und der Öffnungsschritte im Mai mussten nur wenige Betriebe Kurzarbeit neu anzeigen. Im Mai meldeten 15 Betriebe aus dem Kreis Pinneberg für 64 Beschäftigte Kurzarbeit neu an.

Nicht jede angezeigte Kurzarbeit wird auch tatsächlich realisiert. Zudem haben Betriebe drei Monate Zeit, ihre Abrechnungen einzureichen. Kreisdaten über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit liegen jetzt für den Dezember 2020 vor und zeigen die steigende Kurzarbeiterzahl zum Jahresende aufgrund des Lockdowns.

Im Dezember gab es im Kreis Pinneberg 6.737 Kurzarbeitende in 1.281 Betrieben. Die Kurzarbeiterquote betrug 7,1 Prozent (November 2020: 6,4 Prozent). Diese Quote zeigt an, wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sich in Kurzarbeit befanden. Zur Spitze der Kurzarbeit im April 2020 lag die Quote bei 15,8 Prozent.

Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt hängt der üblichen Entwicklung weiter hinterher, auch wenn er in den letzten Wochen leicht aufholen konnte. Vor allem die Schulabgänger/innen konnten von der Berufsberatung lange Zeit nicht wie gewohnt aktiv angesprochen werden. Die Zahl der Ausbildungssuchenden liegt deutlich um rund 19 Prozent unter der des Vorjahres. Viele Unternehmen bieten aktuell noch Ausbildungsplätze an. Der Rückgang bei den Ausbildungsangeboten fällt mit drei Prozent gering aus.

Für den Ausbildungsstart 2021 meldeten sich im Kreis Pinneberg 1.101 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 264 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte Mai noch 525 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Unternehmen haben seit Oktober 1.547 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 53 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im Mai noch 759 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

„Etliche Jugendliche und ihre Eltern denken angesichts eines „verkorksten“ Corona-Schuljahres über ein Wiederholen und weiteren Schulbesuch nach. Gleichzeitig suchen viele Ausbildungsbetriebe derzeit noch Nachwuchskräfte. Wer mit einer betrieblichen Ausbildung liebäugelt, sollte sich jetzt trauen. Nicht allein die Zeugnisnoten zählen! Die meisten Ausbildungsbetriebe schauen auch auf die Motivation für den Beruf, das Interesse an dem Unternehmen und ob der junge Mensch gut in das vorhandene Team passt“, sagt Thomas Kenntemich.

Sollten sich Lernlücken in der Ausbildung bemerkbar machen, gibt es die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH), darauf weist Thomas Kenntemich hin: „Auch dieses Jahr bieten wir den Betrieben und Auszubildenden unsere Unterstützung mit zusätzlichem Stützunterricht und sozialpädagogischer Betreuung an - wenn nötig direkt ab Ausbildungsbeginn!“

Die Top-Ten der Ausbildungsstellen zeigt, in welchen Berufen noch besonders viele freie Ausbildungsplätze gemeldet sind. Wer noch auf der Suche ist, sollte die Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de nach den aktuellen Angeboten sichten.

Termine mit der Berufsberatung können auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit unter #AusbildungKlarmachen oder über die kostenfreien Rufnummer 0800 – 4 5555 00 vereinbart werden. Ausbildungsbetriebe wenden sich an den Arbeitgeber-Service unter 0800 – 4 5555 20.

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  1. Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.