29.07.2021 | Presseinfo Nr. 37

Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Juli 2021

Arbeitsmarkt bleibt sommerlich

  • Arbeitslosenzahl geht im fünften Monat in Folge zurück
  • Personalnachfrage bleibt auch in den Sommerferien stabil
  • Ausbildungen starten bald - Ausbildungsvermittlung läuft noch weiter!
     
Juli 2021 Juni 2021 Juli 2020
Arbeitslosenzahl 9.542 9.662 10.384
Arbeitslosenquote 5,4 5,4 5,9

Während des Ferienmonats Juli ist die Arbeitslosenzahl weiter leicht zurückgegangen. Im Kreis Pinneberg ist sie um 120 Personen oder 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Damit waren im Juli 9.542 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 842 Personen oder 8,1 Prozent niedriger.

Die Arbeitslosenquote bleibt trotz des leichten Rückgangs wie im Vormonat bei 5,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 5,9 Prozent betragen.

„Der Arbeitsmarkt folgt derzeit nicht so ganz der saisonal typischen Entwicklung. Der zu den Ferienmonaten übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in diesem Jahr ausgeblieben. Auch die Personalnachfrage knickte nicht wie sonst zu dieser Zeit leicht ein, sondern blieb weiter stabil. Der erfreuliche Aufwärtstrend hält nun schon im fünften Monat an. Bis der Arbeitsmarkt wieder den Vor-Corona-Stand erreicht, ist es aber noch ein weiter Weg“, erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. Die aktuelle Arbeitslosenzahl liegt immer noch um 1.263 über dem Juli 2019 – dem letzten Vergleichsmonat vor der Corona-Pandemie.

Auch im Juli konnten viele Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. So nahmen in diesem Monat 618 Arbeitslose eine neue Beschäftigung auf (Juli 2020: 487). Seit Jahresbeginn haben sich insgesamt 4.694 Personen aus der Arbeitslosigkeit in Arbeit abgemeldet.

Betrachtet man die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahl nach Rechtskreisen zum Vormonat, so hat sich diese nur im Jobcenter verringert. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter dennoch deutlich höher, die Arbeitsagentur vermerkte hingegen viel weniger Arbeitslose.

Von den insgesamt 9.542 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Juli 4.104, das sind 17 mehr als im Vormonat. Es waren 1.140 Personen (-21,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.438 Arbeitslose registriert. Dies sind 137 Personen weniger als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl um 298 (+5,8 Prozent).

Zu den 9.542 Arbeitslosen kamen im Juli 2.469 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z.B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Insgesamt 12.011 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung1). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 1.027 Personen gesunken. Damit liegt sie um 7,9 Prozent niedriger als im Juli 2020.

Im Juli besuchten 609 Menschen aus dem Kreis Pinneberg eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 437 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Arbeitsuchende erweitern dadurch ihre Kenntnisse, erwerben wichtige berufliche Zertifikate und können ihre Chancen bei der Jobsuche deutlich erhöhen.

„Viele Wirtschaftsbereiche gewinnen allmählich wieder an Schwung. Aktuell finden wieder mehr Menschen insbesondere in der Logistik, Produktionsbetrieben und Handel neue Jobs. Fachkräfte werden bei dieser Entwicklung bald wieder stark gesucht. Unternehmen sollten ihre Personalpolitik vorausschauend ausrichten. Es ist sinnvoll, digitale Bewerbungsformen bei den niedrigen Inzidenzen wieder durch Praktikumsangebote und Möglichkeiten zur persönlichen Vorstellung zu ergänzen. Dadurch bekommen mehr Menschen eine neue Chance auf einen beruflichen Neustart", so Thomas Kenntemich.

Die Personalnachfrage der Unternehmen bleibt trotz der Ferienzeit stabil und verändert sich kaum. Zum Vorjahr liegt die Nachfrage merklich höher.

Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 567 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 23 weniger als im Juni, jedoch 210 mehr als im Juli 2020. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 3.613 Arbeitsangebote im Kreis Pinneberg gemeldet – 696 mehr als in den ersten sieben Monaten des letzten Jahres.

Weiterhin sichert Kurzarbeit eine große Zahl an Arbeitsplätzen im Kreis Pinneberg. Im von den Betrieben vollständig abgerechneten Monat2 Februar hatten 1.531 Betriebe 9.143 Arbeitnehmer/innen in Kurzarbeit. Jedoch mussten nur wenige Betriebe im Juli Kurzarbeit neu anzeigen. In diesem Monat meldeten 11 Betriebe (Juni: 10) aus dem Kreis Pinneberg für 140 Beschäftigte (Juni: 94) Kurzarbeit neu an.

Ausbildungsmarkt

Viele Ausbildungen starten Anfang August, weitere folgen im September. Noch gibt es offene Ausbildungsangebote, aber auch Jugendliche, die bisher noch keine Zusage haben. Gute Chancen für Bewerber/innen bestehen insbesondere bei der Suche nach Ausbildungsstellen im Einzelhandel und im Handwerk, aber auch im kaufmännischen Bereich gibt es noch Ausbildungsplätze.

„Unsere Beratung und Ausbildungsvermittlung laufen weiter! Wer noch eine Perspektive sucht, kann sich weiterhin an uns wenden. Es gibt interessante Ausbildungsmöglichkeiten, auch neue Angebote können sich kurzfristig ergeben. Zudem kann die Berufsberatung bei der Suche nach Alternativen und Überbrückungen helfen“, sagt Thomas Kenntemich.

Das Gespräch mit der Berufsberatung kann auf www.arbeitsagentur.de unter #AusbildungKlarmachen oder über die kostenfreien Rufnummer 0800 – 4 5555 00 vereinbart werden. Ausbildungsbetriebe wenden sich an den Arbeitgeber-Service unter 0800 – 4 5555 20.

Für den Ausbildungsstart 2021 meldeten sich im Kreis Pinneberg 1.274 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 241 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte Juli noch 367 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Unternehmen haben seit Oktober 1.662 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 79 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im Juli noch 636 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Zu Vertragsauflösungen kommt es besonders in der Probezeit – dies gilt es zu vermeiden. Nach einem Ausbildungsabbruch beginnt die Suche für den Auszubildenden von vorn und dem Ausbildungsbetrieb fehlt später eine wichtige Fachkraft.

Thomas Kenntemich rät daher Ausbildungsstartenden und Betrieben: „Probleme sollten frühzeitig offen angesprochen werden und nach Lösungen zusammen mit Eltern, Kammer, Berufsschule und Berufsberatung gesucht werden. Mit Nachhilfe oder sozialpädagogischer Betreuung kann die Arbeitsagentur beim erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung unterstützen und einen unnötigen Abbruch verhindern.“

Die Top-Ten der unbesetzten Ausbildungsstellen zeigt, in welchen Berufen noch besonders viele freie Ausbildungsplätze gemeldet sind. Wer noch auf der Suche ist, sollte die Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de nach den aktuellen Angeboten sichten.

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1) Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.  

2) Aktuellster ausgewerteter Monat zu realisierter Kurzarbeit auf Kreisebene. Unternehmen haben drei Monaten Zeit ihre Abrechnungen einzureichen.