30.11.2021 | Presseinfo Nr. 65

Arbeitsmarktlage im Kreis Segeberg - November 2021:

Herbst setzt immer noch positive Impulse

November 2021

Oktober 2021

November 2020

Arbeitslosenzahl

6.499

6.693

7.824

Arbeitslosenquote

4,2

4,3

5,0

Die Arbeitslosigkeit ist im November weiter gesunken und die Stellenmeldungen sind gestiegen. Dabei hat die Entwicklung nach den Herbstferien an Fahrt gewonnen. Der Arbeitsmarkt nähert sich seiner Vor-Krisen-Form stetig weiter an, noch gibt es im Kreis jedoch 338 Arbeitslose mehr als im Vergleichsmonat November 2019 vor der Corona-Pandemie. Den erfreulichen Trend eintrüben, könnten in den kommenden Wochen allerdings der Winteranfang und mögliche wirtschaftliche Einschränkungen aufgrund steigender Pandemiezahlen.

Nachholbedarf: Frauen waren erfolgreicher bei der Arbeitssuche

Vom Aufwärtstrend der letzten Monate haben meist die Männer profitiert. Frauen waren durch die Pandemie oftmals benachteiligt gewesen. Im November ging jedoch die Arbeitslosigkeit der Frauen überdurchschnittlich um 4,2 Prozent zurück.

„Frauen sind immer noch häufiger in Verkauf und Dienstleistungsbereichen tätig. Diese Bereiche profitieren von einem Aufschwung in der Regel erst nach dem Produktionsbereich, in dem mehr Männer beschäftigt sind. Auch das Weihnachtsgeschäft wirkt sich hier positiv aus“, erläuterte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn und hofft, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Herausforderung: Langzeitarbeitslose bei Bewerbungen einbeziehen

Positiver entwickelt sich auch wieder die Langzeitarbeitslosigkeit, also die Zahl der Menschen, die schon ein Jahr oder länger auf Arbeitssuche sind. Viele Menschen konnten in der Pandemiezeit nicht so schnell wieder einen neuen Job finden, insbesondere; weil Unternehmen Bewerbungsverfahren, Praktika und Einstellungen aufgrund der ungewissen Lage verschoben haben. Nun steigt der Bedarf an Personal wieder deutlich.

„Auch im Hinblick auf den steigenden Fachkräftebedarf, ist es wichtig alle Potenziale zu nutzen!“, appelliert Thomas Kenntemich.

Berufliche Qualifizierung sichert Fachkräfte und Beschäftigung

Gegenüber dem Vorjahresmonat nahmen weniger Arbeitssuchende an geförderten Weiterbildungen oder betrieblichen Praktika teil, bedauert Thomas Kenntemich. Bessere Arbeitsmarktchancen und weniger Arbeitslose sind Gründe dafür. Zudem sind viele Personen, die Qualifizierungsbedarf haben, nicht an die digitalen Lernformen gewöhnt, wie sie vielfach neu eingeführt wurden.

„Die Investition in Weiterbildung lohnt sich, deshalb stehen dafür auch in der Krise ausreichend Finanzmittel zur Verfügung. Wer immer wieder unqualifiziert und kurzfristig arbeitet, kann durch einen beruflichen Abschluss die Perspektive auf eine sichere und nachhaltige Beschäftigung erreichen. Arbeitsagentur und Jobcenter beraten dazu, sagte Thomas Kenntemich und ergänzt:

„Für Unternehmen sollte Qualifizierung ein zentraler Baustein ihrer Fachkräftesicherung sein!“


Zahlen, Daten, Fakten
Arbeitsmarkt im Kreis Segeberg

Beschäftigte

Mit Datenstand 31.03.2021 waren 94.117 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Plus von 0,5 Prozent oder 511 Personen im Vergleich zum März 2020.

Stellen

Die Unternehmen gaben 584 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 50 mehr als im Vormonat und 126 mehr als im November 2020. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 5.890 Arbeitsangebote gemeldet – 851 mehr als in den ersten elf Monaten des letzten Jahres.

Arbeitslose

Die Arbeitslosenzahl ging um 194 Personen oder 2,9 Prozent zum Vormonat zurück. Damit waren im November 6.499 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 1.325 Personen oder 16,9 Prozent niedriger.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote ist von 4,3 im Vormonat auf 4,2 Prozent gesunken. Vor einem Jahr hatte sie 5,0 Prozent betragen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt mit 2.703 Personen um 328 höher als vor einem Jahr. Der Negativ-Trend dreht sich allmählich, im November ging ihre Zahl leicht um 23 Personen zurück.

Unterbeschäftigung1)

Zu den Arbeitslosen kamen im November 1.729 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren. 8.228 Personen befanden sich damit in Unterbeschäftigung. Die Unterbeschäftigung ist innerhalb eines Jahres um 1.377 Personen oder 14,3 Prozent gesunken.

Arbeitslose nach Rechtskreisen

(Agentur für Arbeit / Jobcenter)

Von allen Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) 2.442 Personen, das sind 111 weniger als im Vormonat. Es waren 1.341 Personen (-35,4 Prozent) weniger als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.
Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.057 Arbeitslose registriert. Dies sind 83 Personen weniger als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl um 16 Personen (+0,4 Prozent).

Kurzarbeit

Im letzten von den Betrieben vollständig abgerechneten Monat2) Juni befanden sich 3.678 Beschäftigte in 674 Betrieben in Kurzarbeit, das waren 2.453 Beschäftigte weniger als im Mai. Aktuell bleiben die Anzeigen von Kurzarbeit auf einem niedrigen Niveau. Im November meldeten 9 Betriebe für 49 Beschäftigte Kurzarbeit neu an.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Aktuell besuchen 446 Menschen eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wird. Dies sind 65 weniger als vor einem Jahr. Weitere 319 Personen nehmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil – 100 weniger als im November 2020.

Ausbildungsmarkt

Daten zum Ausbildungsmarkt werden erst wieder ab dem Berichtsmonat Januar 2022 veröffentlicht.

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  1. Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.  
2. Aktuellster ausgewerteter Monat zu realisierter Kurzarbeit auf Kreisebene. Unternehmen haben drei Monaten Zeit ihre Abrechnungen einzureichen.