31.03.2021 | Presseinfo Nr. 22

Frühjahrsbelebung mit „Handbremse“

Arbeitsmarktlage im Kreis Segeberg – März 2021:

  •  Arbeitslosenzahl im März saisonal wieder gesunken
  • Unternehmen im Kreis suchen mehr als 1.700 Arbeitskräfte
  • Ausbildungsmarkt: Mehr Angebote als Ausbildungssuchende!
März 2021 Februar 2021 März 2020
Arbeitslosenzahl 8.123 8.241 6.574
Arbeitslosenquote 5,2 5,3 4,3

Der Winter ist beendet – auch am Arbeitsmarkt geht die Arbeitslosenzahl erstmals in diesem Jahr zurück. Im Kreis Segeberg ist sie um 118 Personen oder 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Damit waren im März 8.123 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl um 1.549 oder 23,6 Prozent höher.

Die Arbeitslosenquote ist von 5,3 im Vormonat auf 5,2 Prozent gesunken. Vor einem Jahr hatte sie 4,3 Prozent betragen.

„Die Frühjahrsbelebung setzt sich im März trotz des fortgesetzten Lockdowns durch. Dies reicht für einen ersten saisonalen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Der coronabedingte Aufwuchs zum Vorjahr bleibt jedoch weiterhin bestehen", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im März meldeten sich weniger Menschen arbeitslos. Und auch die Arbeitssuche war häufiger erfolgreich. So nahmen 477 Menschen eine Beschäftigung auf und beendeten dadurch ihre Arbeitslosigkeit. Das waren 58 mehr als im Februar.Im ersten Quartal 2021 gelang die Jobsuche schon 1.275 Personen. Angesichts des fortwährenden Lockdowns ist dies eine beachtliche Zahl. Zum Vorjahr sind es trotz Corona „nur“ 7,1 Prozent weniger.

„Die aktuell notwendigen Corona-Maßnahmen treffen einige Branchen wie das Gastgewerbe, Tourismus oder Veranstaltungswesen sehr hart. Andere Bereiche wie das Handwerk sind kaum betroffen, Produzenten und Händler von Lebensmittel oder Hygiene- und Medizinartikeln stocken sogar auf. Die Arbeitssuche kann erfolgreicher werden, wenn sie an die aktuellen Gegebenheiten flexibel angepasst wird. Am Arbeitsmarkt ergeben sich zum Frühjahr erfahrungsgemäß viele gute Chancen – nutzen wir sie!“, so Thomas Kenntemich.

Von der leichten Frühjahrsbelebung kann nur die Arbeitslosenversicherung profitieren.Von den insgesamt 8.123 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im März 3.689 Personen, das sind 239 weniger als im Vormonat. Es waren 810 Personen (+28,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet. Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.434 Arbeitslose registriert. Dies sind 121 Personen mehr als im Februar. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 739 Personen oder 20,0 Prozent gestiegen.

Zu den 8.123 Arbeitslosen kamen im Februar 1.780 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z. B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.Insgesamt 9.903 Personen befanden sich damit im Kreis Segeberg in Unterbeschäftigung1). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 1.126 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 12,8 Prozent höher als im März 2020.

Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg 519 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 43 weniger als im Februar und 170 weniger als März vor einem Jahr. Aktuell sind 1.765 Arbeitsangebote im Kreis Segeberg gemeldet. Vor einem Jahr waren es 374 Stellen mehr.

Nur noch wenig Kurzarbeit wurde im März neu angezeigt werden. Die meisten betroffenen Betriebe beziehen die Leistung schon seit längerem. Im März zeigten 46 Betriebe aus dem Kreis Segeberg für 468 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Im Februar waren es noch 131 Anzeigen für 1.223 Beschäftigte.

Weiterhin nutzen besonders die vom Lockdown betroffenen Bereiche wie Gastgewerbe, Tourismus, Veranstaltungswesen, Einzelhandel (ohne Lebensmittel) und Kfz-Handel die Kurzarbeiterregelung.

Nicht jede angezeigte Kurzarbeit wird auch tatsächlich realisiert. Zudem haben Arbeitgeber drei Monate Zeit, ihre Abrechnungen einzureichen. Kreisdaten über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit liegen jetzt für den Oktober 2020 vor. Die damalige zwischenzeitliche Erholung wird sichtbar.

Im Oktober gab es im Kreis Segeberg 5.696 Kurzarbeitende in 752 Betrieben. Die Kurzarbeiterquote betrug 6,0 Prozent. Diese Quote zeigt an, wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sich in Kurzarbeit befanden. Zur Spitze der Kurzarbeit im Mai 2020 lag die Quote bei 14,4 Prozent.

„Weiterhin geht es in vielen Betrieben nicht ohne Kurzarbeit. Wir sichern damit einen großen Teil der Arbeitsplätze in der Region und erhalten den Unternehmen ihr eingearbeitetes Personal. Die Verlängerung des vereinfachten Zugangs zum Kurzarbeitergeld hilft den Unternehmen in unserer Region besser durch die Krise zu kommen“, sagt Thomas Kenntemich. Das Bundeskabinett hat beschlossen, die bestehenden Sonderregeln bis zum 30. Juni zu verlängern. U.a. können Betriebe Kurzarbeitergeld beantragen, sobald jeder zehnte Beschäftigte von Arbeitsausfällen betroffen ist. Regulär muss es jeder Dritte sein.

Ausbildungsmarkt

Die Corona-Pandemie ist auch auf dem Ausbildungsmarkt spürbar. Aktuell hängt der Ausbildungsmarkt der üblichen Entwicklung fast zwei Monate hinterher. Die Berufsberatung konnte auf die Schulabgänger/innen in den letzten Monaten nicht wie gewohnt aktiv zugehen. Derzeit sind rund ein Drittel weniger Ausbildungssuchende gemeldet als vor einem Jahr.

Für den Ausbildungsstart 2021 meldeten sich im Kreis Segeberg 710 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 354 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte März noch 443 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Besser sieht es auf der Stellenseite aus. Pandemiebedingt gab es zwar hier auch einen Rückgang, aber dieser fällt mit 15 Prozent trotz des langanhaltenden Lockdowns relativ moderat aus. Die meisten Betriebe, die nicht direkt von den Einschränkungen betroffen sind, wollen auch in diesem Jahr ihre Ausbildungsleistung unvermindert fortsetzen.

Die Unternehmen haben seit Oktober 949 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 175 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im März noch 687 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Im Raum Norderstedt wurden bisher 307 Ausbildungsplätze gemeldet (-82 zum Vorjahreszeitraum). Aktuell sind noch 228 offen. Mit 204 Bewerbern/innen meldeten sich 77 weniger als im Vorjahr. Von ihnen waren 123 bislang noch unversorgt.

„Bewerbungen werden online eingereicht, Auswahlgespräche finden per Telefon oder Videokommunikation statt und Betriebspraktika gibt es häufig nur für ausgewählte Bewerberinnen und Bewerbern. Viele Unternehmen haben Ihre Azubisuche in den letzten Monaten angepasst. Die Chancen für Ausbildungssuchende sind dennoch gut. Viele Betriebe haben ihre Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Aktuell haben wir mehr offene Ausbildungsangebote als Interessenten!“, sagt Thomas Kenntemich.

Damit der Ausbildungsberuf zu den eigenen Interessen und Talenten passt, rät Kenntemich: „Wichtig ist das Gespräch mit der Berufsberatung - noch ist es nicht zu spät für einen Termin. Eltern sollten ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen und ermutigen. Ein Jahr Leerlauf muss nicht sein. Studium, Ausbildung oder Alternativen - für die meisten Schulabgänger ist auch in diesem Jahr mehr drin!“

Termine mit der Berufsberatung gibt es unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 4 5555 00. Ausbildungsbetriebe wenden sich an den Arbeitgeber-Service unter 0800 – 4 5555 20.

Die Top-Ten der Ausbildungsstellen zeigt, in welchen Berufen noch besonders viele freie Ausbildungsplätze gemeldet sind. Wer noch auf der Suche ist, sollte die Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de nach den aktuellen Angeboten sichten.

1) Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.