28.02.2020 | Presseinfo Nr. 22

Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Februar 2020:

Arbeitsmarkt erwartet Frühjahrsbelebung

  • Arbeitslosenzahl im Februar leicht gesunken
  • Bessere Chancen bei der Arbeitssuche mit Berufsausbildung
  •  Berufsberatung hilft die eigenen Interessen und Talente zu erkennen
  Februar 2020 Januar 2020 Februar 2019
Arbeitslose 8.316 8.456 8.319
Arbeitslosenquote 4,7 4,8 4,8

Der Wintereinbruch blieb bislang aus - die Zahl der Menschen ohne Job ist im Februar bereits leicht zurückgegangen. Im Kreis Pinneberg sank die Arbeitslosenzahl um 140 Personen oder 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im Februar 8.316 Menschen arbeitslos ge-meldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl um 3 Personen zurück.

Die Arbeitslosenquote 1) ist von 4,8 im Vormonat auf 4,7 Prozent gesunken. Vor einem Jahr hatte sie 4,8 Prozent betragen.

„Mehr Stellenmeldungen und weniger Freisetzungen – die saisonale Belebung des Ar-beitsmarktes steht in den Startlöchern. Der milde Winter spielt dem Arbeitsmarkt zu, einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen erwarte ich für die kommenden Wochen. Für Menschen, die auf der Arbeitssuche sind, entwickeln sich jetzt gute und neue Chancen!", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im Februar meldeten sich 709 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Dies waren deutlich weniger als noch im Januar mit 1.070 Arbeitslosmeldungen. Aus einer Ausbildung oder Qualifizierung meldeten sich weitere 785 Menschen. Dies sind mehr als im Vormonat (Januar: 582).

Hier machte sich auch bemerkbar, dass einige Berufsausbildungen mit ihren Winterprüfungen endeten. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren stieg um 78 auf 783 Personen (+11,1 Prozent). Diese Nachwuchskräfte sind bei der Jobsuche jedoch meist schnell erfolgreich und dürften schon bald eine Anschlussbeschäftigung aufnehmen.

Einen Rückgang der Arbeitslosigkeit gab es vor allem im Bereich des Jobcenters.

Von den insgesamt 8.316 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversiche-rung) im Februar 3.672, das sind 18 weniger als im Vormonat. Es waren 225 Personen (+6,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.644 Arbeitslose registriert. Dies sind 122 Personen weniger als im Januar. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Zahl um 228 zurück (-4,7 Prozent).

Zu den 8.316 Arbeitslosen kamen im Februar 3.246 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z. B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Insgesamt 11.562 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung2). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 98 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 0,9 Prozent höher als im Februar 2020.

Im Februar besuchten 741 Menschen aus dem Kreis Pinneberg eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 580 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Arbeitsuchende erweitern dadurch ihre Kenntnisse, erwerben wichtige berufliche Zertifikate und können ihre Chancen bei der Jobsuche deutlich erhöhen.

Gute berufliche Qualifikationen bleiben am Arbeitsmarkt gefragt. So ging die Zahl der Arbeitslosen mit einer Berufsausbildung in den letzten zwölf Monaten um 2,4 Prozent zurück. Die Zahl der ungelernten Arbeitslosen stieg hingegen um 0,6 Prozent. Im Kreis sind derzeit 4.326 Men-schen ohne Berufsausbildung arbeitslos gemeldet. Dies sind 52,0 Prozent aller Arbeitslosen.

„Arbeitnehmer mit einer guten Qualifikation haben die besseren Chancen bei der Jobsu-che. Eine Berufsausbildung sichert den Job und schützt vor langen Arbeitslosenzeiten. Auch für Menschen mit Lebenserfahrung lohnt sich meist der Erwerb eines Berufsab-schlusses. Unternehmen können jetzt bei der Qualifizierung Beschäftigter noch besser unterstützt werden. Arbeitsagentur und Jobcenter beraten über die Möglichkeiten", darauf weist Thomas Kenntemich hin.

Die Personalnachfrage der Betriebe hat im Februar wieder angezogen, ist jedoch nicht so stark wie im Vorjahr. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 654 sozialversicherungspflichtige Ar-beitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 178 mehr als im Januar, jedoch 170 weniger als im Februar vor einem Jahr. Damit sind insgesamt 2.013 Arbeitsangebote aktuell gemeldet.

Zu den besonders gesuchten Berufen gehörten auch im Agenturbezirk die Erzieher/innen und Pflegekräfte. Des Weiteren wurden im Logistikbereich wieder verstärkt Lagerfachkräfte und Be-rufskraftfahrer/innen gesucht sowie Fachinformatiker/innen im Dienstleistungsbereich. Im öffent-lichen Dienst waren neben Verwaltungsangestellten/innen besonders Bauingenieure/innen, Ar-chitekten/innen und Umweltschutzfachleute gefragt.

 

Ausbildungsmarkt

Viele Unternehmen sind derzeit auf Azubisuche. Ob Industrie, Handwerk, Handel oder Dienst-leistungen – alle benötigen gut ausgebildete Fachkräfte. Bei der Entscheidung zwischen 330 Ausbildungsberufen und bundesweit rund 19.000 Studiengängen unterstützen die Berufsbera-ter/innen der Agentur für Arbeit.

„Es muss nicht immer ein Studium sein - viele interessante Ausbildungsplätze sind derzeit wieder zu vergeben. Wer sucht, sollte jetzt loslegen! Eine betriebliche Ausbildung ist eine gute Wahl, um erfolgreich beruflich durchzustarten. Wichtig ist doch vor allem, dass der Beruf zu den eigenen Interessen und Talenten passt!", sagt Thomas Kenntemich und emp-fiehlt: „Die Berufsberatung unterstützt, den individuellen Weg zu finden und dabei auch die passenden Alternativen zu entdecken."

Für den Ausbildungsstart in 2020 meldeten sich im Kreis Pinneberg bislang 1.104 Ausbil-dungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 13 weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Die Unternehmen haben 1.445 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung aufgegeben, 68 we-niger als im Vorjahreszeitraum. Damit wurden bislang mehr offene Ausbildungsstellen aufgege-ben als sich Bewerber gemeldet haben.

Die Top-Ten der Ausbildungsstellen zeigt, in welchen Berufen bisher besonders viele Ausbildungsplätze gemeldet wurden. Wer noch auf der Suche ist, sollte die Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de nach den aktuellen Angeboten sichten.

Die Berufsberatung berät zur Ausbildungs- und Studienwahl und vermittelt betriebliche Ausbil-dungsstellen und duale Studienplätze. Beratungstermine können telefonisch unter der kosten-freien Rufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden. Arbeitgeber melden ihre Bedarfe dem Arbeitgeber-Service unter der 0800 4 5555 20.

 

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1) Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen

2) Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizie-rungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. End-gültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.