28.02.2020 | Presseinfo Nr. 23

Arbeitsmarktlage im Kreis Segeberg – Februar 2020:

Arbeitsmarkt erwartet Frühjahrsbelebung

  •  Arbeitslosenzahl im Februar nur noch leicht gestiegen
  •  Bessere Chancen bei der Arbeitssuche mit Berufsausbildung
  •  Berufsberatung hilft die eigenen Interessen und Talente zu erkennen
  Februar 2020 Januar 2020 Februar 2019
Arbeitslose 6.732 6.708 6.180
Arbeitslosenquote 4,4 4,4 4,1

Der Wintereinbruch blieb bislang aus - die Zahl der Menschen ohne Job ist im Februar nur noch gering angewachsen. Im Kreis Segeberg stieg die Arbeitslosenzahl um 24 Personen oder 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im Februar 6.732 Menschen arbeitslos gemel-det. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 552 oder 8,9 Prozent.

Die Arbeitslosenquote 1) blieb unverändert bei 4,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 4,1 Prozent betragen.

„Mehr Stellenmeldungen und weniger Freisetzungen – die saisonale Belebung des Ar-beitsmarktes steht in den Startlöchern. Der milde Winter spielt dem Arbeitsmarkt zu, einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen erwarte ich für die kommenden Wochen. Für Menschen, die auf der Arbeitssuche sind, entwickeln sich jetzt gute und neue Chancen!", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im Februar meldeten sich 579 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Dies waren deutlich weniger als noch im Januar mit 859 Arbeitslosmeldungen. Aus einer Ausbildung oder Qualifizierung meldeten sich weitere 474 Menschen. Dies sind mehr als im Vormonat (Januar: 315).

Hier machte sich auch bemerkbar, dass einige Berufsausbildungen mit ihren Winterprüfungen endeten. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren stieg um 34 auf 647 Personen (+5,5 Pro-zent). Diese Nachwuchskräfte sind bei der Jobsuche jedoch meist schnell erfolgreich und dürften schon bald eine Anschlussbeschäftigung aufnehmen.

Zum Januar veränderte sich die Arbeitslosenzahl sowohl bei der Arbeitsagentur wie auch dem Jobcenter kaum. Von den insgesamt 6.732 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Ar-beitslosenversicherung) im Februar 2.952 Personen. Damit stieg die Zahl um 12 gegenüber dem Vormonat. Es waren 223 Personen (+8,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 3.780 Arbeitslose registriert. Dies sind 12 Personen mehr als im Januar. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 329 Personen oder 9,5 Prozent gestiegen.

Zu den 6.732 Arbeitslosen kamen im Februar 2.110 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z. B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Insgesamt 8.842 Personen befanden sich damit im Kreis Segeberg in Unterbeschäftigung 2).

Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 163 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 1,9 Prozent höher als im Februar 2019.

Im Februar besuchten 503 Menschen aus dem Kreis Segeberg eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 348 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Arbeitsuchende erweitern dadurch ihre Kenntnisse, erwerben wichtige berufliche Zertifikate und können ihre Chancen bei der Jobsuche deutlich erhöhen.

Gute berufliche Qualifikationen bleiben am Arbeitsmarkt gefragt. Zwar sind derzeit auch 36 Arbeitslose mit Berufsausbildung mehr als vor einem Jahr gemeldet. Die Konjunkturdelle traf we-sentlich stärker Menschen ohne Berufsausbildung. Die Zahl der ungelernten Arbeitslosen stieg im Laufe eines Jahres um 491 auf 3.524. Dies sind 52,3 Prozent aller Arbeitslosen.

„Arbeitnehmer mit einer guten Qualifikation haben die besseren Chancen bei der Jobsu-che. Eine Berufsausbildung sichert den Job und schützt vor langen Arbeitslosenzeiten. Auch für Menschen mit Lebenserfahrung lohnt sich meist der Erwerb eines Berufsab-schlusses. Unternehmen können jetzt bei der Qualifizierung Beschäftigter noch besser unterstützt werden. Arbeitsagentur und Jobcenter beraten über die Möglichkeiten", darauf weist Thomas Kenntemich hin.

Die Personalnachfrage der Betriebe hat im Februar wieder angezogen, ist jedoch nicht so stark wie im Vorjahr. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg 697 sozialversicherungspflichtige Ar-beitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 145 mehr als im Januar, jedoch 196 weniger als im Februar vor einem Jahr. Damit sind insgesamt 1.962 Arbeitsangebote aktuell im Kreis Segeberg gemeldet.

Zu den besonders gesuchten Berufen gehörten auch im Agenturbezirk die Erzieher/innen und Pflegekräfte. Des Weiteren wurden im Logistikbereich wieder verstärkt Lagerfachkräfte und Be-rufskraftfahrer/innen gesucht sowie Fachinformatiker/innen im Dienstleistungsbereich. Im öffent-lichen Dienst waren neben Verwaltungsangestellten/innen besonders Bauingenieure/innen, Architekten/innen und Umweltschutzfachleute gefragt.

 

Ausbildungsmarkt

Viele Unternehmen sind derzeit auf Azubisuche. Ob Industrie, Handwerk, Handel oder Dienst-leistungen – alle benötigen gut ausgebildete Fachkräfte. Bei der Entscheidung zwischen 330 Ausbildungsberufen und bundesweit rund 19.000 Studiengängen unterstützen die Berufsbera-ter/innen der Agentur für Arbeit.

„Es muss nicht immer ein Studium sein - viele interessante Ausbildungsplätze sind derzeit wieder zu vergeben. Wer sucht, sollte jetzt loslegen! Eine betriebliche Ausbildung ist eine gute Wahl, um erfolgreich beruflich durchzustarten. Wichtig ist doch vor allem, dass der Beruf zu den eigenen Interessen und Talenten passt!", sagt Thomas Kenntemich und emp-fiehlt: „Die Berufsberatung unterstützt, den individuellen Weg zu finden und dabei auch die passenden Alternativen zu entdecken."

Für den Ausbildungsstart in 2020 meldeten sich im Kreis Segeberg bislang 948 Ausbildungs-platzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 24 weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Die Unternehmen haben 1.022 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung aufgegeben, 69 weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit wurden bislang mehr offene Ausbildungsstellen aufgegeben als sich Bewerber gemeldet haben.

Die Top-Ten der Ausbildungsstellen zeigt, in welchen Berufen bisher besonders viele Ausbildungsplätze gemeldet wurden. Wer noch auf der Suche ist, sollte die Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de nach den aktuellen Angeboten sichten.

Die Berufsberatung berät zur Ausbildungs- und Studienwahl und vermittelt betriebliche Ausbildungsstellen und duale Studienplätze. Beratungstermine können telefonisch unter der kosten-freien Rufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden. Arbeitgeber melden ihre Bedarfe dem Arbeitgeber-Service unter der 0800 4 5555 20.

 

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1) Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen

2) Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizie-rungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. End-gültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.