Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - September 2023:

Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt

29.09.2023 | Presseinfo Nr. 62

 

September 2023

August 2023

September 2022

Arbeitslosenzahl

9.254

9.501

8.631

Arbeitslosenquote

5,2

5,3

4,9

 

Spätsommer stärkt den Arbeitsmarkt

  • Rückgang der Arbeitslosenzahlen zum Vormonat
  • Stabiles Niveau an gemeldeten Arbeitsstellen
  • Mehr Arbeitslose machen sich durch Qualifizierung fit

Das gute Wetter des Spätsommers lässt die Arbeitslosenzahlen saisonal üblich deutlich zurückgehen. Insgesamt 9.254 Menschen sind im Kreis Pinneberg arbeitslos gemeldet, 250 weniger als im Vormonat. Es waren rund ein Drittel weniger, die aus der Erwerbstätigkeit freigesetzt wurden. Zwanzig Prozent mehr konnten wieder Arbeit aufnehmen. Von der besseren Arbeitsmarktsituation profitieren vor allem Menschen aus der Arbeitslosenversicherung. Thomas Kenntemich, Chef der Arbeitsagentur Elmshorn kommentiert: „Die aktuelle Gesamtsituation zeigt mir, wie stark der Arbeitsmarkt im Kreis Pinneberg nach wie vor ist!“

Zum Vorjahresmonat ist das Niveau der Arbeitslosigkeit allerdings um über 600 Menschen gestiegen. Dies sind vor allem Personen, die Bürgergeld erhalten, häufig einen Fluchthintergrund haben und für die Zukunft ein wichtiges Arbeitskräftepotential sind.

Die Anzahl der gemeldeten Arbeitsstellen bleibt mit 3.050 auf hohem Niveau, gleichwohl die Zahl zum Vorjahresniveau um 5,6 Prozent zurückgegangen ist.

Über 2000 Arbeitslose nehmen an Qualifizierungsmaßnahmen teil. Dies ist eine Steigerung sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahresmonat. „Ich begrüße es sehr, dass so viele Menschen den Mut zeigen, sich für die Zukunft fit zu machen und ihre beruflichen Qualifikationen auffrischen bzw. an die Veränderungen anpassen!“

 

Karriere mit dualer Ausbildung

Für alle jungen Menschen, die noch eine Ausbildung suchen oder unsicher sind, was sie beruflich mal machen wollen, bieten die derzeit noch zahlreichen unbesetzten Ausbildungsstellen in allen Berufen eine große Chance! Viele wollen nach der Schule erst einmal praktisch arbeiten und übernehmen gerne selbst Verantwortung. „Alle Karrierewege werden mit einer dualen Ausbildung geöffnet, alle Wege stehen offen in die verschiedensten Branchen und Tätigkeiten, auch durch anschließende Weiterbildung oder Studium!“ meint Thomas Kenntemich. Informationen und kurzfristige Termine für persönliche Beratungen gibt es online unter www.arbeitsagentur.de/check-u.

 

Auf Veränderungen vorbereiten

Neben den saisonalen und konjunkturellen Einflüssen wird der Arbeitsmarkt immer stärker von weiteren Mega-Trends beeinflusst. Technologische Veränderungen, vor allem Auswirkungen der Digitalisierung und Automatisierung spüren wir alle im Alltag und Beruf. Aufgrund von bisherigem Nutzerverhalten werden zum Beispiel automatisch Kaufempfehlungen versandt oder bestimmte Brötchensorten je nach Wetterlage produziert. Verschiedene Verkehrsmittel können für die Reise im Paket gebucht werden. Aber auch soziale Aspekte wie zum Beispiel gewünschte Arbeitszeitmodelle oder neue Möglichkeiten der Inklusion spielen ebenso eine Rolle wie ökologische Themen wie der Klimawandel und der CO2-Verbrauch.

Thomas Kenntemich: „Dies spüren nicht nur Arbeitnehmende und Arbeitslose, sondern genauso Unternehmen. Ich erlebe große Unterschiede, wie damit umgegangen wird und empfehle allen dringend, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, sich zu reflektieren und erforderliche Aktivitäten anzugehen. Mit guter allgemeiner und beruflicher Qualifikation können die Veränderungen erfolgreicher bewältigt werden!“ Arbeitsagentur und Jobcenter bieten dafür Informationen und persönliche Beratungen an.

 

Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Kreis Pinneberg

Beschäftigte

Mit Datenstand 31.03.2023 waren 95.532 Personen im Kreis Pinneberg sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Rückgang um 0,7 Prozent oder 642 Personen im Vergleich zum März 2022.

Stellen

Die Unternehmen gaben 409 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 37 Stellen weniger als im Vormonat und 68 weniger als im September 2022.

Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 4.661 Arbeitsangebote gemeldet – 3 weniger als in den ersten neun Monaten des letzten Jahres.

Arbeitslose

Die Arbeitslosenzahl ist zum Vormonat um 247 Personen oder 2,6 Prozent gesunken. Damit waren im September 9.254 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 623 Personen oder 7,2 Prozent höher.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote ist von 5,3 im Vormonat auf 5,2 Prozent gesunken. Vor einem Jahr hatte sie 4,9 Prozent betragen.

Langzeitarbeitslose

Im September ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 10 Personen zum Vormonat angewachsen. Mit 2.651 Personen liegt die Zahl um 158 höher als vor einem Jahr.

Arbeitslose nach Rechtskreisen

(Agentur für Arbeit / Jobcenter)

Von allen Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) 3.222 Personen, das sind 269 weniger als im Vormonat. Es waren 98 Personen (+3,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.
Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 6.032 Arbeitslose registriert. Dies sind 22 Personen mehr als im August. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 525 Personen (+9,5 Prozent) gestiegen.

Ukrainische Staatsangehörige

im SGBII (Jobcenter)

Beim Jobcenter Kreis Pinneberg sind 1.815 erwerbsfähige, ukrainische Staatsangehörige gemeldet. Viele stehen dem Arbeitsmarkt nicht unmittelbar zur Verfügung, z.B. weil Sprachkurse oder Qualifizierungen besucht werden oder die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist. 655 sind als Arbeitslose registriert, 5 mehr als im Vormonat und 54 weniger als vor einem Jahr.

Unterbeschäftigung

Zu den Arbeitslosen kamen im August 3.105 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren. 12.359 Personen befanden sich damit in Unterbeschäftigung. Die Unterbeschäftigung ist innerhalb eines Jahres um 981 Personen oder 8,6 Prozent gestiegen.

Info Unterbeschäftigung: Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Aktuell besuchen 624 Menschen eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wird. Dies sind 56 mehr als vor einem Jahr. Weitere 573 Personen nehmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil – 109 mehr als im September 2022.