01.12.2020 | Presseinfo Nr. 67

Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - November 2020:

Hohe Arbeitslosenzahl sinkt erneut

  • Die Jobsuche war häfiger erfolgreich als vor einem Jahr.
  • Die Personalnachfrage hat leicht angezogen.
  • Wieder mehr Neuanzeigen von Kurzarbeit im November!
November 2020 Oktober 2020 November 2019
Arbeitslose 9.752 9.905 7.594
Arbeitslosenquote 5,5 5,6 4,3

Schon im vierten Monat nacheinander geht die Arbeitslosenzahl zurück. Weiterhin sind die Zahlen zum Vorjahr jedoch deutlich höher und Kurzarbeit stabilisiert noch sehr viele Beschäftigungsverhältnisse.

Im Kreis Pinneberg sinkt die Arbeitslosenzahl um 153 Personen oder 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im November 9.752 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 2.158 Personen oder 28,4 Prozent mehr.

Die Arbeitslosenquote ist von 5,6 im Vormonat auf 5,5 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr hatte sie 4,3 Prozent betragen.

„Der Arbeitsmarkt setzte im November nochmals positive Akzente. Der neue Teillockdown hatte im November noch keine Auswirkung auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahl. Gastronomie, Hotels, Reisebüros und Veranstaltungsbranche setzen weiterhin meist auf Kurzarbeit. Während diese Branchen aktuell sehr stark betroffen sind, erholen sich andere weiter", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. Ein Aufwärtstrend war z.B. in Produktionsbetrieben der Metall- und Elektrobranche, im Kfz-Bereich oder der Logistik spürbar.

Die Jobsuche lohnt sich - viele Menschen waren auch in dieser außergewöhnlichen Zeit erfolgreich. Eine neue Beschäftigung konnten 701 Arbeitslose aufnehmen, das waren 161 mehr als im November letzten Jahres. Weitere 27 Menschen wagten den Schritt aus der Arbeitslosigkeit in eine Selbständigkeit (November 2019: 26 Personen).

Die Arbeitslosigkeit sinkt, dennoch betreut die Arbeitsagentur derzeit noch das 1,5fache der Kundenzahl des Vorjahres.

Von den insgesamt 9.752 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im November 4.735 Personen. Damit ist die Zahl um 132 gegenüber Vormonat gesunken. Es sind allerdings 1.616 Personen (+51,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.017 Arbeitslose registriert. Dies sind 21 Personen weniger als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 542 Personen oder 12,1 Prozent gestiegen.

Zu den 9.752 Arbeitslosen kamen im November 2.870 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z. B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Insgesamt 12.622 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung1). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 1.689 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 15,4 Prozent höher als im November 2019.

Im November besuchten 703 Menschen aus dem Kreis Pinneberg eine berufliche Weiterbil-dung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 567 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil. Viele Arbeitsuchende erweitern auch während der Zeit der Pandemie ihre Kenntnisse, erwerben wichtige berufliche Zertifikate und können ihre Chancen bei der Jobsuche deutlich erhöhen.

„Trotz Corona-Krise suchen viele Betriebe händeringend Fachpersonal. Besonders Men-schen mit Handicap gelingt der Einstieg dennoch meist nur mit besonderen Anstrengun-gen", sagt Thomas Kenntemich anlässlich des „Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung" am 03. Dezember. „Dabei bringen Menschen mit Behinderung häufig die dringend gesuchten Qualifikationen und Fähigkeiten mit - jeder Zweite besitzt eine Berufs-ausbildung. Daher verdient jede Bewerbung eine faire Chance! Praktika und Probebe-schäftigung eignen sich gut zum gegenseitigen Kennenlernen. Wir bieten dazu Beratung und individuelle Hilfen."

Zurzeit sind 494 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung im Kreis Pinneberg ar-beitslos gemeldet, das sind 42 mehr als vor einem Jahr. Arbeitgeber/innen, die sich über Prakti-kum oder Beschäftigungsmöglichkeiten informieren möchten, wenden sich an den Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter unter Tel. 0800 – 4 5555 20 (kostenfrei).

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist zum Vormonat leicht gestiegen. Mehr offene Stellen standen in den Bereichen Verkehr, Logistik, Sicherheitsdienste und auch in industriellen Produktionsbetrieben bereit. Der Einbruch der Personalnachfrage im Frühjahr und Sommer hinterlässt dennoch deutliche Spuren - in diesem Jahr wurden bisher rund ein Viertel weniger Arbeitsstellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum.

Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 388 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf - 24 mehr als im Vormonat. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn 4.460 freie Stellen gemeldet, dies sind 25,3 Prozent weniger als in den ersten elf Monaten des Vorjahres.

Auch im neuen Teillockdown bleibt die Kurzarbeit ein wichtiges und effektives Mittel um viele Arbeitsplätze in der Region zu sichern und den Unternehmen ihr eingearbeitetes Personal zu erhalten.

Im November zeigten 190 Betriebe aus dem Kreis Pinneberg für 1.849 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Dies sind deutlich mehr als im Vormonat mit nur 29 Anzeigen für 362 Beschäftigte. Vor allem der neue Teillockdown machte viele Anzeigen erforderlich - insbesondere, wenn Unternehmen zuvor drei Monate oder länger ohne Kurzarbeit ausgekommen waren.

Die tatsächliche Inanspruchnahme der vorab angezeigten Kurzarbeit, lässt sich wegen des flexiblen Abrechnungsverfahrens erst mit einem Zeitverzug ermitteln. Drei Monate haben Arbeitgeber Zeit, ihre Abrechnungen einzureichen. Jetzt liegen Kreisdaten2) für den Juni vor.

Demnach haben im Juni 1.404 Unternehmen des Kreises Pinneberg das Kurzarbeitergeld auch tatsächlich in Anspruch genommen. Das sind 459 weniger als im Monat Mai. Betroffen waren 10.667 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – 4.013 weniger als im Mai.

Damit haben im Juni 11,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis kurzgearbeitet. Die Kurzarbeiterquote lag im Vormonat bei 15,6 Prozent.

„Mit dem Sommerbeginn war die Kurzarbeit in unserer Region einen deutlichen Schritt zurückgegangen. Dennoch wurde im Juni noch jeder neunte Beschäftigte mit Kurzarbei-tergeld unterstützt," erläutert Thomas Kenntemich. „Aktuell unterstützen wir wieder viele Unternehmen, die durch die neuen Corona-Maßnahmen - oftmals erneut - von Kurzarbeit betroffen sind. Dafür gab es aus den betroffenen Branchen wie Gastronomie oder Touris-mus keinen für diesen Monat auffälligen Anstieg der Arbeitslosmeldungen. Dies zeigt, dass sich die Kurzarbeit weiter bewährt, auch wenn sie für viele einen längeren Zeitraum noch notwendig bleiben wird."

www.arbeitsagentur.de/corona-kurzarbeit


1) Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungs-maßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeit-suchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

2) Die Datenauswertung zur Kurzarbeit erfolgt teilweise hochgerechnet und vorläufig. Vormonatswerte können daher von vorherigen Auswertungen leicht abweichen. Die aktuellen Daten zu Neuanzeigen haben den Stand 25.11.2020.