31.03.2020 | Presseinfo Nr. 24

Anzeigen auf Kurzarbeit enorm gestiegen

Seit Beginn der Corona-Krise sind in Ostfriesland 3.350 Anzeigen auf
Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Emden-Leer eingegangen. „Da die eingehenden Anzeigen bisher nur zum Teil geprüft und erfasst sind, haben wir erst dann genauere Informationen zu den Anzeigen, wenn diese auch vollständig im System erfasst sind" erklärt Roland Dupák, Leiter der Agentur für Arbeit Emden-Leer.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsagentur arbeiten mit Hochdruck daran, diese abzuarbeiten und es wird aus allen Bereichen Personal zur Verfügung gestellt, um bei der Bearbeitung der eingehenden Anzeigen und Anträge zu unterstützen.

Die Anzeigen auf Kurzarbeit kommen aus allen Bereichen der Wirtschaft, in Ostfriesland sind insbesondere das Gastgewerbe und der Tourismus betroffen. „Auf den Inseln und der Küste bleibt der Saisonstart aus – das macht sich natürlich bemerkbar", so Dupák. Neben der steigenden Kurzarbeit erwartet auch Dupák, wie ein Großteil der Arbeitsagenturen im Bundesgebiet, im Jahresverlauf einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

Allerdings, und so hofft auch der Leiter der Arbeitsagentur Emden-Leer, spricht der Anstieg der Anzeigen auf Kurzarbeit dafür, dass viele Unternehmen an ihren Fachkräften festhalten. „Auch wenn der Fachkräftemangel, wie so viele andere Themen zurzeit, in den Hintergrund gerät, werden diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeit für die Zeit nach der Krise dringend gebraucht und sind kostbar für Unternehmen."

Aufgrund der hohen Nachfrage auf Kurzarbeitergeld habe man die notwendigen Antragsformulare kurzfristig nochmals vereinfacht, um das Verfahren so einfach wie möglich zu gestalten. Man wisse darum, dass viele der betroffenen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Vergangenheit keine Berührungspunkte mit Kurzarbeit hatten „und das Antragsverfahren demnach ungewohnt ist", so Dupák.

Kurzarbeit muss laut Gesetz erst einmal angezeigt werden. Dadurch kann etwa die Höhe des erwarteten Arbeitsausfalls ermittelt werden. Wird Kurzarbeit dann beantragt und realisiert, zahlt der Arbeitgeber wie üblich den Lohn für tatsächlich geleistete Arbeit. Für die Ausfallstunden geht der Arbeitgeber in Vorleistung. Über eine Tabelle, in der die rechnerischen Leistungssätze enthalten sind, ermittelt der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld selbst. Diese Tabelle stellt die Agentur für Arbeit allen Arbeitgebern zur Verfügung. Der Arbeitgeber rechnet das Kurzarbeitergeld danach mit der Arbeitsagentur ab und diese überweist dann das Geld.

Kurzarbeitergeld soll Arbeits- und Lohnausfall von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ausgleichen, der durch wirtschaftliche, unabwendbare oder unvermeidbare Ereignisse eintritt. Bei „Corona" ist das in vielen Fällen so. Stehen beispielsweise die Bänder still, weil Zulieferketten unterbrochen sind, können diese Ausfallstunden durch Kurzarbeitergeld ausgeglichen werden.

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer erhalten dann rund 60 Prozent des entfallenen Nettolohns, mit mindestens einem Kind sind es 67 Prozent. Das soll Arbeitnehmer im Beschäftigungsverhältnis halten.

Zur Entlastung von Unternehmen hat der Gesetzgeber zudem neu geregelt, dass Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge für die Ausfallzeiten erstattet werden, diese mussten in der Vergangenheit auch für ausgefallenen Arbeitsstunden gezahlt werden.

Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht nach neuem Recht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb einen Arbeits- und Entgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Kurzarbeitergeld können nur sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer beziehen, für geringfügig Beschäftigte oder Selbstständige gilt dies nicht.

WICHTIG: Unternehmen müssen Kurzarbeit vorher bei der örtlichen Arbeitsagentur anzeigen, die Anzeige kann entweder online oder telefonisch erfolgen. Die Service Hotline für Arbeitgeber lautet 0800 4 5555 20; online können Arbeitgeber sich im eServices Portal über einen von der Agentur für Arbeit Emden-Leer betreuten Account anmelden – hierfür können ganz einfach die JOBBÖRSE-Zugangsdaten (Benutzername und Kennwort) verwendet werden. Falls die Zugangsdaten nicht vorliegen, müssen sich die Betriebe über die oben genannte Hotline melden.

Alle Informationen, wichtige Hinweise und Links finden Sie auch online unter:

www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit