So fördert die Arbeitsagentur Weiterbildungen

Qualifizierungschancengesetz

Betriebliche Weiterbildung: Wenn sich Beschäftigte weiterbilden, hält das auch das Unternehmen fit

Gerade in Zeiten von Corona, in denen sich der Strukturwandel verstärkt und Digitalisierung vielfach als eine Lösung erscheint, ist der Bedarf an beruflicher Qualifizierung präsenter denn je.

Warum sollten Sie Ihre Beschäftigten weiterbilden?

Für Unternehmen lohnt sich betriebliche Weiterbildung gleich zweifach. Einmal bringt sie die Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeitenden auf den aktuellen Stand und verbessert damit Arbeitsabläufe und zum zweiten machen Qualifzierungsangebote Unternehmen attraktiver und tragen zum Unternehmenserfolg bei.

Durch Weiterbildung rüsten sich Unternehmen für den digitalen Wandel, halten sie mit der aktuellen Entwicklung Schritt, steigt die Veränderungsbereitschaft und Flexibilisierung der Beschäftigten, wird die Innovationskraft gestärkt und es steigen die Motivation und Arbeitszufriedenheit.

Mit dem Qualifizierungschancengesetz fördern wir die Weiterbildung Ihrer Beschäftigten.

Was heißt das konkret?

Die Arbeitsagentur kann wie bisher auch die Weiterbildungskosten von Geringqualifizierten und älteren Menschen übernehmen. Neu ist, dass auch Weiterbildungen für alle Beschäftigten bezahlt werden können, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt oder vom Strukturwandel bedroht werden. Unabhängig vom Alter oder von anderen Faktoren.

Welche Kosten werden übernommen?

Das Gesetz unterteilt die Betriebe in verschiedene Größenordnungen von bis 10, bis 250, bis 2.500 und ab 2500 Beschäftigte. Dabei wird der Zuschuss immer geringer je größer das Unternehmen ist. Neu ist, dass selbst Unternehmen mit über 2.500 Beschäftigten zukünftig Weiterbildungsförderung bekommen können.

Was heißt das beispielsweise für ein kleines Unternehmen?

Die größte Förderung gibt es für Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. So kann die Arbeitsagentur die kompletten Weiterbildungskosten übernehmen und zusätzlich einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt in Höhe von bis zu 75 Prozent für die Zeiten zahlen, in denen der Mitarbeiter an der Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen und nicht gearbeitet hat. Kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 249 Beschäftigten erhalten Zuschüsse zu den Lehrgangskosten in Höhe von bis zu 50 Prozent. Zusätzlich kann die Arbeitsagentur einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt in Höhe von bis zu 50 Prozent übernehmen, für die Zeiten, in denen der Mitarbeiter aufgrund der Weiterbildungsteilnahme nicht gearbeitet hat.

Was sollten Unternehmen nun tun?

Als erstes sollten Unternehmen gemeinsam mit ihren Beschäftigten die Qualifizierungsbedarfe analysieren und dann auf ihren persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeberservice zu gehen oder die Hotline 0800 4 5555 20 kontaktieren. Es ist wichtig, dass das Unternehmen rechtzeitig auf uns zukommt. Dann prüfen wir die individuellen Voraussetzungen und geben einen Bildungsgutschein aus. Dieser wird direkt beim Bildungsträger eingelöst. Zusätzlich kann noch der Lohnausfall erstattet werden.

Was muss beachtet werden?

Wichtig ist, dass die Weiterbildungsmaßnahme und der Bildungsträger zertifiziert sind und die Weiterbildung mehr als 160 Stunden umfasst.