29.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Der Essener Arbeitsmarkt im Januar 2021

Arbeitslosenzahl:                                                      34.474

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich:                +1.221 oder +3,7% 

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:                  +3.555 oder +11,5%

Arbeitslosenquote (gegenüber Vormonat):              11,4 % (+0,4 Prozentpunkte)

Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen - SGB III: 2,8% (Vorjahr: 1,9%)

Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen - SGB II:  7,6% (Vorjahr: 7,1%)
 

„Im Januar verzeichnen wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1.221 Personen gegenüber Dezember 2020. Der Anstieg ist durchaus saisonal bedingt, da im Winter immer weniger Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen und befristete Arbeitsverträge auslaufen. Aber natürlich sehen wir hier auch Auswirkungen des Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie“, erklärt Andrea Demler, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Essen.

„Die Unternehmen haben uns im Januar knapp 130 weniger neue Stellenangebote gemeldet als im Dezember, was aufgrund der aktuellen Situation auf der Hand liegt. Neuanstellungen finden natürlich weiter statt, über 1.100 Personen haben im Berichtsmonat eine neue Beschäftigung aufgenommen und damit 177 Personen weniger als im Januar letzten Jahres. Im Vordergrund steht aber auch die Stabilisierung des eigenen Unternehmens. Das zeigen uns die neuen Anzeigen von Kurzarbeit im Januar: 450 Unternehmen haben für fast 3.000 Beschäftigte vorsorglich Kurzarbeit angezeigt und setzen damit weiter darauf, ihrer Belegschaft abzusichern und Arbeitslosigkeit zu vermeiden.“

Arbeitslosigkeit

Im Januar waren in Essen 34.474 Personen arbeitslos gemeldet, 1.221 als im Vormonat (+3,7 %). Die Arbeitslosenquote beträgt 11,4 Prozent, im Dezember lag sie bei 11,0%. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat die statistische Arbeitslosigkeit in Essen um 3.555 Personen zugenommen (+11,5 %).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit) ist die Zahl arbeitsloser Menschen gegenüber dem Vormonat um 631 auf 9.118 Menschen gestiegen (+7,4 %). Das waren 2.638 mehr als im Januar vergangenen Jahres (+40,7 %).

Entwicklung in der Grundsicherung

Im JobCenter Essen wurden im aktuellen Monat 25.356 Arbeitslose gezählt, 590 mehr als im Dezember (+2,4 %). Gegenüber dem Vorjahresmonat hat die Zahl der Arbeitslosen um 917 Personen zugenommen (+3,8 %).

Langzeitarbeitslosigkeit

Mit aktuell 14.887 Personen hat die Zahl derjenigen, die bereits ein Jahr oder länger bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter arbeitslos gemeldet sind, gegenüber Dezember um 642 Personen zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich ein Anstieg von 2.800 Frauen und Männern.

Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit

Im Januar waren in Essen 3.017 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet, 36 mehr als im Dezember (+1,2 %) und 378 mehr als vor einem Jahr (+14,3 %). Mit 2.209 Personen entfällt das Gros auf das JobCenter (18 weniger zum Vormonat und plus 135 zum Vorjahresmonat). 808 junge Frauen und Männer wurden von der Agentur für Arbeit betreut, 54 mehr als im Dezember und 243 mehr als vor Jahresfrist.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung[1] lag im Januar bei 47.664 Personen. Das waren 397 Personen mehr als im Dezember (+0,8 %) und 2.161 mehr als vor einem Jahr (+4,7 %). Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 15,2 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III hat die Unterbeschäftigung gegenüber dem Vormonat um 521 auf 10.476 Personen zugenommen (+5,2 %). Die Unterbeschäftigung im Rechtskreis SGB II lag mit 37.188 Personen um 123 Personen oder 0,3 % unter dem Wert von vor einem Monat.

Arbeitskräftenachfrage

Essener Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service insgesamt 515 Arbeitsstellen (-131 zum Vormonat und -63 zum Vorjahr). Im Bestand befanden sich zum Stichtag insgesamt 3.328 freie Stellen, 336 weniger als im Vormonat (-9,2 %) und 105 mehr als im Vorjahresmonat (+3,3 %).

Beschäftigung

Zum aktuellen Stichtag Ende Juni 2020[2] waren am Arbeitsort Essen insgesamt 254.124 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 3.522 mehr als im Vorjahresquartal (+1,4 %), aber 2.705 Personen und damit 1,1 % weniger als im Vorquartal (März 2020).

Von den Beschäftigten arbeiten 71,3 % in Vollzeit.

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+1.000 oder +3,4%). Am ungünstigsten war hingegen die Entwicklung im Gastgewerbe (-779 oder -10,6 %).

Kurzarbeit

Im Januar haben 450 Essener Betriebe für 2.926 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Wie viele Kurzarbeit dann tatsächlich in Anspruch nehmen, zeigt sich erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Aktuell die realisierten Kurzarbeiterzahlen für Juli 2020 vor. Im Juli befanden sich in Essen 2.058 Betriebe in Kurzarbeit, davon waren 15.966 Mitarbeiter/innen betroffen.

[1] Die Unterbeschäftigung beschreibt das Volumen der Arbeitslosigkeit einschließlich der Personen, die zum Beispiel wegen der Teilnahme an Qualifizierungs-, Trainings- oder Beschäftigungsmaßnahmen, wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht als arbeitslos gezählt werden.

[2] Die Beschäftigungsstatistik wird aus den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung gewonnen. Die statistische Berichterstattung erfolgt monatlich mit einer Wartezeit von 6 Monaten. Aufgrund der Abgabefristen und des Meldeflusses sind stabile Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik erst nach dieser Wartezeit zu erzielen.