30.04.2021 | Presseinfo Nr. 19

Ausbildung zu Corona-Zeiten? So geht´s... Denn Ausbildung lohnt sich immer!

Und das es geht, dafür die ist Gesamtschule Nord ein gutes Beispiel. Hier haben im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen eine Ausbildungsstelle gefunden.
 

„Und Ausbildung lohnt sich immer“, wird Mareike Scheidt-Teika, Berufsorientierungs-Lehrerin an der Gesamtschule Nord nicht müde zu betonen. „Für die jungen Menschen bedeutet es einen riesen Unterschied, wenn sie über eine Ausbildung Fuß im Leben fassen. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein unglaublich und die finanzielle Unabhängigkeit ist natürlich auch nicht zu vernachlässigen.“

Trotzdem geht jedoch die Zahl der Jugendlichen, die sich für eine Ausbildungsstelle interessieren, zurück, wie auch wieder die Zahlen des neuesten Ausbildungsmarktberichts zeigen. Es gab zwar im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 4 Prozent auf 3.029 Bewerber, die Bewerberzahlen aus der Zeit vor Corona, also aus dem Berufsberatungsjahr 2018/2019 sind damit jedoch noch längst nicht wieder erreicht. Auf die Frage nach dem „Warum“ bleibt Mareike Scheidt-Teika die Antwort nicht schuldig. „Es ist gar nicht so, dass die Jugendlichen weniger an dem Thema Ausbildung interessiert sind, als in den Jahren zuvor. Durch den häufigen Distanz- oder Wechselunterricht fehlt jedoch die Möglichkeit, mal eben beim Beratungslehrer oder dem Berufsberater der Agentur für Arbeit vorbeizugehen, um sich Unterstützung zu holen. Und genau diesen unkomplizierten Weg möchten die meisten jungen Menschen gerne nutzen.“

Lehrer und die Berufsberatung setzen ihre Bemühungen unermüdlich fort, die Schülerinnen und Schüler insbesondere der Abschlussklassen durch Telefonate, Videoberatungen oder in Einzelfällen auch direkten Terminen vor Ort zu unterstützen. 

Doch auch Lara Meyer, Berufsberaterin in der Jugendberufsagentur, musste in ihrer täglichen Arbeit feststellen, „dass es schwieriger wird, wenn der direkte Draht zu den Jugendlichen fehlt, wenn man diese nicht da abholen kann, wo sie gerade stehen. Die Schülerinnen und Schüler möchten nicht erst eine Mail schreiben oder telefonieren, sie möchten ihre Fragen im persönlichen Gespräch, auf kurzem Wege stellen.“

Wolfgang Erdmann, Schulleiter der Gesamtschule Nord, bringt aber auch ganz klar auf den Punkt, „dass auch die Unternehmen gefragt sind. Sie müssen den Jugendlichen Brücken bauen. Die Arbeitgeber müssen durch Ausbildungsplätze Perspektiven schaffen und den Jugendlichen über Praktika die Möglichkeit geben, konkret vor Ort erfahren zu können, wie denn so eine Ausbildung genau aussieht.“ Praktika waren es dann auch, über die die Jugendlichen an der Gesamtschule Nord in diesem Sommer eine Ausbildungsstelle erhalten haben. Die Aussage wird von Dirk van Emmerich, Berufsorientierungslehrer an der Gesamtschule Nord, voll und ganz unterstützt: „Die Firmen müssen mehr tun, wenn sie in 10 Jahren noch Fachkräfte haben wollen. Zudem sollten sie die jungen Menschen auch fördern und sich nicht nur die Rosinen rauspicken.“

Zugleich bestätigt van Emmerich die Tendenz, die auch im neuesten Ausbildungsmarktbericht wieder sehr deutlich wird: „Immer weniger Betriebe bieten Praktika oder Ausbildungsstellen an. Es wäre so wichtig, dass aktuell Unternehmen, die nicht so stark von der Pandemie betroffen sind, über den Durst ausbilden und mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.“ So meldeten Arbeitgeber der Agentur für Arbeit Essen 2.642 Ausbildungsstellen, was einen Rückgang um 5,0 Prozent im Vergleich zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum bedeutet.

Wichtig für die Jugendlichen ist aber auch, flexibel und offen zu sein und sich nicht nur auf einen bestimmten Beruf festzulegen. „Und zu erkennen, dass Handwerk goldenen Boden hat. Denn immer

weniger Schülerinnen und Schüler interessieren sich für handwerkliche oder gewerblich-technische Berufe“, ergänzt Erdmann

Dabei zeigt doch gerade das Beispiel des 18-jährigen Lucas, dass genau der Weg zum Erfolg führen kann. Hat er doch einen Ausbildungsvertrag als Elektroniker Betriebstechnik bei der Firma TEICHMANN KRANE unterschrieben. Eine Firma, der es auch zu Corona-Zeiten wichtig ist, auszubilden, wie Frau Julia Teichmann, Leiterin Unternehmenskommunikation, betont: „Wir haben dieses Jahr trotz Corona drei Azubis eingestellt.“

Denn Ausbildung lohnt sich – für beide Seiten!