26.11.2021 | Presseinfo Nr. 89

„Inklusion am Arbeitsplatz - gemeinsam verschieden sein - eine Chance zur Fachkräftesicherung“

Am 3. Dezember ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche vom 29. November bis 3. Dezember rufen die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main, das Jobcenter Frankfurt am Main, die Stadt Frankfurt am Main, der LWV Hessen Integrationsamt sowie der Integrationsfachdienst Frankfurt gemeinsam zu gelebter Inklusion und Teilhabe am Arbeitsmarkt auf.
 

Die Lage auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie wieder entspannt und der Fachkräftebedarf der Unternehmen ist weiter angestiegen. Die demografische Entwicklung und die zunehmende Digitalisierung stellen viele Unternehmen aber vor besondere Herausforderungen. Gelebte Inklusion in der Arbeitswelt leistet deshalb einen wichtigen Beitrag zur selbstbestimmten Teilhabe am Arbeitsmarkt und stellt zudem eine wichtige Säule für die Fachkräftesicherung der Unternehmen dar.  

„Inklusion ist für mich eine Frage der Haltung“, betont Stephanie Krömer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Vielfalt wirkt sich positiv auf die berufliche Zusammenarbeit in den Unternehmen aus und ist somit ein Gewinn für alle. Wir können es uns nicht leisten, vielversprechende Potenziale zu verschenken, die auf dem Arbeitsmarkt jetzt und in Zukunft dringend benötigt werden. Deshalb möchten wir alle Menschen und Unternehmen ermutigen, unsere Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie unsere Fördermöglichkeiten zu nutzen. Auch in unserer Rolle als Arbeitgeberin machen wir uns für Inklusion am Arbeitsplatz stark und gehen mit gutem Beispiel voran.“

„In unserer Beratungsarbeit, in Kooperationen und Projekten unterstützen wir Menschen in ihrer individuellen Gesundheits-und Lebenssituation. Hier arbeitet das Jobcenter Frankfurt eng mit Netzwerkpartnern zusammen, die uns in der Integration von Menschen mit Behinderungen aktiv unterstützen“, erläutert Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Jobcenters Frankfurt am Main. „Die Einschränkungen der jeweiligen Kundinnen und Kunden sind sehr unterschiedlich. Ein gemeinsames Charakteristikum ist aber bei Allen, dass eine ausgeprägte Motivations- und Leistungsbereitschaft vorhanden ist. Menschen mit Behinderungen können daher für jeden Arbeitgeber und jede Arbeitgeberin einen Gewinn darstellen. Kundinnen und Kunden mit einem Grad der Behinderung ab 50 werden im Jobcenter Frankfurt durch ein spezialisiertes Team betreut. Hier können wir auf die individuellen Bedarfe hinsichtlich einer Arbeitsaufnahme bestmöglich eingehen. Auch die besonderen Fragestellungen auf Seiten der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können wir individuell berücksichtigen.“

Elke Voitl, Stadträtin, Dezernentin für Soziales, Jugend, Familie und Senior:innen: „Wir wollen in Frankfurt in einer offenen und barrierefreien Stadtgesellschaft für Alle leben. Einer sinnvollen Arbeit nachzugehen, ist für viele Menschen eine Grundlage, dazuzugehören und gebraucht zu werden. Daher möchte ich Arbeitgebende motivieren, Brücken zu bauen und kreativ noch mehr Möglichkeiten für Inklusion zu schaffen. Arbeitsuchende mit Behinderung zu beschäftigen ist für beide Seiten eine große Chance. Die Unternehmen brauchen engagierte Arbeitskräfte und die Menschen mit Behinderung wünschen sich eine berufliche Perspektive.“

Maria Stillger, Regionalmanagerin für das Stadtgebiet Frankfurt beim LWV-Integrationsamt Hessen: „Inklusion bringt einen Mehrwert für Unternehmen. Vielfalt und Kreativität, zwei wichtige Faktoren im modernen Arbeitsprozess werden intensiviert, wenn die besonderen spezifischen Fähigkeiten von Menschen zur Geltung kommen können, anstatt (Be-)Hindernisse zu betonen. Genau dazu sollen passgenaue Unterstützungsangebote des Integrationsamtes für Arbeitgeber*innen und behinderte Menschen dienen.“

Antje Bergmann, Leitung des Integrationsfachdienstes Frankfurt: „Gleichwertige Arbeitsverhältnisse zu schaffen, sollte ein Ziel aller Beteiligten sein, bei dem auch die soziale Verantwortung von Betrieben nicht zu vernachlässigen ist. Denn Menschen mit Behinderung werden häufig unterschätzt und stoßen im Arbeitsleben immer noch auf viele Barrieren und Vorurteile. Dem wollen wir vom Integrationsfachdienst (IFD) Frankfurt aktiv entgegenwirken. Wir leisten in unserem Netzwerk und in unserer alltäglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag, indem wir auf das Thema Arbeit und Behinderung aufmerksam machen und in unserer alltäglichen Arbeit unser Umfeld sensibilisieren.“

Hintergrundinformationen

Insgesamt hat die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen bis zum Jahr 2019 bundesweit weiter zugenommen. Bedingt durch den „Corona-Effekt“ stieg im Jahr 2020 auch die Arbeitslosenzahl schwerbehinderter Menschen an. Dass dieser Anstieg weniger kräftig ausfiel als bei anderen Personengruppen, ist dem besonderen Kündigungsschutz schwerbehinderter Menschen zu verdanken. Insgesamt sind schwerbehinderte Menschen weniger von betriebsbedingten Kündigungen betroffen, allerdings gelingt es ihnen nach wie vor seltener, im Falle einer Arbeitslosigkeit zeitnah wieder eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Dabei zeichnet sich gerade diese Personengruppe besonders häufig durch große Potenziale, eine gute Qualifizierung und starkes Engagement aus, so dass Unternehmen sich mit einer Beschäftigung viele Chancen und Möglichkeiten eröffnen. Im Oktober 2021 waren 1.176 schwerbehinderte Menschen in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldet. Das waren etwas weniger als im Oktober 2020 (- 145) und etwas mehr als im Oktober 2019 (+158). Ihr Anteil an der Gesamtzahl aller arbeitslos gemeldeten Menschen in Frankfurt am Main lag bei 11,0 Prozent. Mit 794 Menschen war der Großteil im Rechtskreis SGB II, also der Grundsicherung gemeldet.

Unter https://www.arbeitsagentur.de/bakarriere/vielfalt-und-inklusion können sich alle Interessierten über das Angebot der Bundesagentur für Arbeit als Arbeitgeberin informieren.