01.07.2020 | Presseinfo Nr. 33

Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Juni

Im Juni waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 15.242 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 44 weniger als im Mai, aber 2.145 mehr als im Juni 2019. Die Arbeitslosenquote verringerte sich leicht auf jetzt 6,7 Prozent. Im Mai hatte sie bei 6,8 Prozent gelegen, im Juni vorigen Jahres bei 5,8 Prozent.
Die Zahl der Betriebe, die Arbeitsausfall anzeigen, geht zurück. Seit Beginn der Corona-Krise im März haben insgesamt 3.995 Betriebe vorsorglich Kurzarbeit angezeigt, 86 davon im Juni. Nur ein Teil dieser Betriebe hat aber Kurzarbeit auch realisiert. Da die Betriebe bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit abzurechnen, liegen die Zahlen für kurzarbeitende Betriebe und die betroffenen Arbeitnehmer verzögert vor. Eine erste Hochrechnung für Ostbrandenburg und den Monat März wird es voraussichtlich Ende Juli geben.

Mathias Lemcke, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Der Lockdown hatte den Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Frühjahr kalt erwischt. Viele Betriebe stellten nicht mehr ein oder zeigten Kurzarbeit an. Im Juni gibt es hoffnungsvolle Signale. So ist die Arbeitslosigkeit - wie für einen Juni üblich - zurückgegangen. Das liegt zum einen daran, dass weniger Menschen ihren Job verloren haben. Zum anderen haben wieder mehr eine neue Arbeitsstelle gefunden. Bei beiden Werten bewegen wir uns auf einem Niveau, das wir im Juni 2019 auch hatten. Arbeitgeber fast aller Branchen stellen wieder ein, wenn auch noch vorsichtig. Zudem hat das Instrument der Kurzarbeit bisher Schlimmeres verhindert und Beschäftigung gesichert. Nun hängt vieles davon ab, wie sich die Konjunktur insgesamt entwickelt und welche Perspektive die Unternehmen für sich sehen. Wir arbeiten weiter mit Hochdruck daran, dass die finanziellen Hilfen zügig bei Arbeitgebern und Arbeitslosen ankommen. Parallel fahren wir die Vermittlung von Arbeitsstellen wieder hoch und beraten zu Weiterbildungsangeboten. Wer irgendwie kann, sollte die Zeit jetzt nutzen, um sich fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu machen. Das können wir im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes finanziell umfassend fördern. Je nach Qualifizierung und Betriebsgröße bis zu hundert Prozent.
Zudem beschäftigt uns der Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt. Noch etwa 900 Ausbildungsplätze sind zu haben, in vielen spannenden und zukunftsfähigen Berufen. Alle Schulabgänger, die noch keinen Plan haben, wie es nach dem Sommer weitergeht, rufe ich daher auf, Kontakt zur Berufsberatung zu suchen. Auf der Website www.zukunftklarmachen-ostbrandenburg.de sind alle wichtigen Online-Lehrstellenbörsen und Ansprechpartner auf einen Blick zu finden. Die Hotline der Berufsberatung bleibt weiter geschaltet.“


Hotline der Berufsberatung: 0335/ 570 2201


Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: „Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 353 Kurzarbeitende und 289 Selbstständige bei uns ergänzend Leistungen aus der Grundsicherung beantragt. Momentan schwächt sich die Zunahme aber deutlich ab. Das betrifft auch die Zahl der Arbeitslosen, die wir betreuen. Dazu kommt, dass wir jetzt wieder mehr Stellenangebote unterbreiten und Weiterbildungen anbieten können. Die meisten Beratungen finden weiterhin telefonisch statt. Auch über unseren eService können unsere Kundinnen und Kunden ganz viele Anliegen unkompliziert von zuhause erledigen.“


Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder): „Junge Menschen treffen die Auswirkungen der Corona-Krise besonders. Sie sind überdurchschnittlich oft befristet beschäftigt und gehören damit zu den ersten, die entlassen werden oder deren Vertrag nicht verlängert wird. Auf der anderen Seite haben es gerade Berufseinsteiger – nach abgeschlossener Ausbildung oder dem Studium – schwer, einen Fuß in die Tür zu bekommen, wenn Unternehmen Neueinstellungen auf Eis legen. In der Jugendberufsagentur beraten wir betroffene Jugendliche ausführlich zu den nächsten Schritten. Trotz der schwierigen Situation gibt es Chancen. Ob Job, Weiterbildung, Studium, Ausbildung oder etwas ganz Anderes - gemeinsam finden wir heraus was passt.“


Der Arbeitsmarkt im Detail

Im Juni haben sich 2.050 Menschen neu bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das sind 272 weniger als im Mai.

Demgegenüber haben 2.090 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet. Das sind 382 mehr als im Mai.

5.365 Menschen waren langzeitarbeitslos - 119 Personen mehr als im Mai und 63 weniger als vor genau einem Jahr.

1.402 Menschen unter 25 Jahre waren im Juni arbeitslos gemeldet – 2 weniger als im Vormonat und 315 mehr als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag bei 9,2 Prozent – genauso wie im Mai. Im Juni 2019 hatte sie 7,9 Prozent betragen.

12,8 Prozent der Arbeitslosen waren Ausländer. Aktuell sind 1.955 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 24 Personen weniger als im Vormonat und 429 mehr als vor einem Jahr.


Im Juni zeigten die regionalen Unternehmen 647 offene Stellen neu an. Das sind 49 weniger als im Mai und 245 weniger als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 2.513 Stellen – 69 mehr als im Vormonat. Am meisten nachgefragt waren diesen Monat Fachkräfte für die Wartung und Überwachung von Eisenbahninfrastruktur, Verkaufsfachkräfte und Sicherheitsfachleute.


Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im Juni insgesamt 9.292 Arbeitslose gemeldet – 24 weniger als im Mai, aber 359 mehr als im Juni 2019.
(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)


Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

2.091 Jugendliche haben sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2019/2020 im Oktober bei der Agentur für Arbeit als Lehrstellenbewerber gemeldet. Das sind 154 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. 1.156 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Demgegenüber haben die regionalen Betriebe seit Oktober 1.840 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 128 weniger als vor genau einem Jahr. Aktuell sind noch 903 Ausbildungsplätze unbesetzt.