30.09.2020 | Presseinfo Nr. 38

Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im September

Im September waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 14.822 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 456 weniger als im August und 1.900 mehr als im September 2019. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,6 Prozent. Im August hatte sie bei 6,8 Prozent gelegen, im September vorigen Jahres bei 5,7 Prozent.

22 Betriebe haben im September Kurzarbeit neu angezeigt. Seit April haben dies somit insgesamt 4.106 Ostbrandenburger Unternehmen getan. Nur ein Teil dieser Betriebe hat aber Kurzarbeit auch realisiert. Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit abzurechnen, liegen die Zahlen für kurzarbeitende Betriebe und die betroffenen Arbeitnehmer verzögert vor. Nach den Hochrechnungen haben im Mai 2.437 Ostbrandenburger Betriebe und 16.206 Beschäftigte kurzgearbeitet, im April 2.773 Betriebe und 18.282 Beschäftigte. Für März liegen nun die endgültigen Zahlen vor. Damals haben 1.537 Betriebe mit 8.521 Beschäftigten kurzgearbeitet.


Mathias Lemcke, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt nähert sich weiter dem Vor-Corona Niveau. Dass die Zahl der Arbeitslosen aktuell noch 15 Prozent höher ausfällt als 2019, rührt im Wesentlichen daher, dass in den letzten Monaten deutlich weniger Arbeitslose in Fördermaßnahmen wie Qualifizierung oder Arbeitsgelegenheiten eingetreten sind als üblich. Es bleibt die Unsicherheit, wie sich die bundesweite Konjunktur zum Jahresende hin entwickelt, zumal viele der staatlichen Förder- und Stützungsprogramme nur temporär wirken.
Unsere Bemühungen, auf dem Ausbildungsmarkt noch möglichst viele Betriebe und Azubis zusammenzubringen, verlängern wir dieses Jahr, weil das zweite Schulhalbjahr wegen Corona mehr oder weniger ausgefallen ist und noch etliche junge Menschen Unterstützung brauchen. Wir setzen alles daran, dass bis zum Jahresende möglichst alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine Lehrstelle oder Alternative erhalten.“


Eine Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2019/2020 wird am 29. Oktober veröffentlicht.


Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: „Von den arbeitslosen Menschen, die wir derzeit im Jobcenter Märkisch-Oderland betreuen, hat beinahe jeder Zweite keinen Berufsabschluss. Doch ohne ausreichende Qualifikation ist es schwierig, dauerhaft eine Stelle zu finden. Wir ermutigen und unterstützen daher jeden, der sich qualifizieren möchte, den passenden Weg für sich zu finden: Sei es durch eine betriebliche Einzelumschulung - das ist eine Ausbildung für Erwachsene - oder durch Lehrgänge und Teilqualifikationen. Uns stehen in diesem Jahr noch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.“


Armin Müller, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder): „Einer unserer Schwerpunkte ist und bleibt es, jungen Menschen eine Brücke ins Erwerbsleben zu bauen. Dafür engagieren wir uns in der Frankfurter Jugendberufsagentur, zusammen mit unseren Partnern von der Stadt und der Arbeitsagentur. Das Ausbildungsjahr hat begonnen und unser Ziel ist es, möglichst vielen junge Frankfurterinnen und Frankfurtern, die noch ohne Ausbildungsplatz dastehen, eine Lehrstelle zu vermitteln. Wo dies nicht möglich ist, können wir Alternativen und Überbrückungen anbieten. Bewährt hat sich eine sogenannte Einstiegsqualifizierung. Das ist ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum, bei dem sich Betrieb und Bewerber kennenlernen können. Wenn alles passt, schließt sich oft nahtlos eine Ausbildung im selben Betrieb an – und das Praktikum kann die Ausbildungszeit dann sogar verkürzen.“


Der Arbeitsmarkt im Detail

Im September haben sich 2.100 Menschen neu bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet - 190 weniger als im August und 757 weniger als im September des Vorjahres.

Demgegenüber haben 2.556 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet – 1 weniger als im August und 709 weniger als vor genau einem Jahr.

5.708 Menschen waren langzeitarbeitslos – 156 mehr als im August und 519 mehr als vor genau einem Jahr.

Die Zahl der jungen arbeitslosen Menschen ging abermals zurück. 1.409 Menschen unter 25 Jahre waren im September arbeitslos gemeldet – 76 weniger als im Vormonat und 249 mehr als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag im September bei 9,3 Prozent, gegenüber 9,8 Prozent im August. Im September 2019 hatte sie 8,4 Prozent betragen.

13,0 Prozent der Arbeitslosen waren Ausländer. Aktuell sind 1.931 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 65 Personen weniger als im Vormonat und 341 mehr als vor einem Jahr.


Im September zeigten die regionalen Unternehmen 1.063 offene Stellen neu an. Das sind 377 mehr als im August und 296 mehr als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 2.818 Stellen – 202 mehr als im Vormonat. Am meisten nachgefragt waren diesen Monat Straßen- und Tunnelwärter/innen, Fachkräfte für die Wartung und Überwachung von Eisenbahninfrastruktur sowie Sicherheitsfachleute.


Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im September insgesamt 9.062 Arbeitslose gemeldet – 123 weniger als im August und 478 mehr als im September 2019.
(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)