29.10.2020 | Presseinfo Nr. 40

Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Oktober

Im Oktober waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 14.254 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 568 weniger als im September, aber 1.467 mehr als im Oktober 2019. Die Arbeitslosenquote sank weiter auf jetzt 6,3 Prozent. Im September hatte sie bei 6,6 Prozent gelegen, im Oktober vorigen Jahres bei 5,7 Prozent.

47 Betriebe haben im Oktober Kurzarbeit neu angezeigt. Seit April haben dies somit insgesamt 4.163 Ostbrandenburger Unternehmen getan. Nur ein Teil dieser Betriebe hat aber Kurzarbeit auch realisiert. Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit abzurechnen, liegen die Zahlen für kurzarbeitende Betriebe und die betroffenen Arbeitnehmer verzögert vor. Nach den Hochrechnungen haben im Juni 1.756 Ostbrandenburger Betriebe und 10.288 Beschäftigte kurzgearbeitet, im Mai 2.417 Betriebe und 16.366 Beschäftigte. Für April liegen nun die endgültigen Zahlen vor. Damals haben 2.757 Betriebe mit 18.261 Beschäftigten tatsächlich kurzgearbeitet.


Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Im Oktober hat der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt an Fahrt zugelegt. Das hat saisonale wie konjunkturelle Gründe. Die klassische Herbstbelebung erhält dieses Jahr Rückenwind durch die wieder höhere Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Die Ostbrandenburger Wirtschaft zeigt eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit. Dadurch ist auch der Zuwachs an Arbeitslosen aus dem Frühjahr bereits erheblich abgeschmolzen. Unter anderem im gewerblich-technischen Bereich, im öffentlichen Sektor und im Verkauf wird Personal gesucht. Auch die Mittelfrist-Perspektive ist positiv. Durch den BER und Tesla treten zwei gewichtige Impulsgeber und Nachfrager auf den Markt. In den nächsten Monaten bleiben allerdings erhebliche Risiken durch den zu erwartenden Personalabbau von Großunternehmen in den Metropolregionen und die Auswirkungen durch einen möglichen neuen Lockdown. Für diesen Fall können die Unternehmen sich darauf verlassen, dass ihnen die Arbeitsagentur unverzüglich wieder mit Kurzarbeitergeld zur Seite steht.“


Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: „In diesem Jahr hatten es viele junge Menschen besonders schwer, sich beruflich zu orientieren und einen Ausbildungsplatz zu finden. Wenn keine Messen und persönlichen Beratungen stattfinden können, ist das nicht gut. Umso mehr setzen wir jetzt alles daran, damit auch diejenigen, die bisher leer ausgegangen sind, noch eine Chance bekommen. Welcher Ansatz Erfolg verspricht - das ist so verschieden wie die Jugendlichen und ihre Biografien selbst.
Bewährt hat sich beispielsweise die sogenannte Einstiegsqualifizierung - ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum – bei dem sich Betrieb und Jugendliche vor dem Start der eigentlichen Ausbildung kennen lernen können. Mit ausbildungsbegleitenden Hilfen wie Nachhilfeunterricht wollen wir erreichen, dass eine Ausbildung auch bei Schwierigkeiten erfolgreich abgeschlossen werden kann. Und wenn ganz andere Probleme im Weg stehen, gibt es Maßnahmen, die Coaching beinhalten, um etwa Schlüsselkompetenzen zu vermitteln oder schulische Kenntnisse aufzufrischen.“


Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder): „In den nächsten Monaten ist einer unserer Schwerpunkte die Situation junger Eltern. Nicht erst Corona hat gezeigt, wie wichtig familienfreundliche Rahmenbedingungen für diese Personengruppe sind. Wer die Schließzeiten der Kita im Blick behalten oder den Nachwuchs bei laufender Nase zuhause betreuen muss, benötigt einen Job mit den passenden Voraussetzungen. Gut geht das in Verwaltungs- und Büroberufen. Daher haben wir speziell für diese Branche gestern eine erste Info-Veranstaltung gemeinsam mit dem bbw angeboten. Das Interesse war groß. Jetzt schauen wir, welche Weiterbildung jeweils passt. Wir achten auf den Bedarf der Unternehmen. Unser Ziel ist es, möglichst vielen jungen Eltern eine Perspektive zu geben und später auf offene Stellen zu vermitteln.“


Der Arbeitsmarkt im Detail

Im Oktober haben sich 2.582 Menschen neu bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet - 482 mehr als im September, aber 419 weniger als im Oktober des Vorjahres.

Demgegenüber haben 3.152 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet – 596 mehr als im September und 18 mehr als vor genau einem Jahr.

5.732 Menschen waren langzeitarbeitslos – 24 mehr als im September und 659 mehr als vor genau einem Jahr.

Die Zahl der jungen arbeitslosen Menschen ging abermals zurück. 1.314 Menschen unter 25 Jahre waren im Oktober arbeitslos gemeldet – 95 weniger als im Vormonat und 230 mehr als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 8,6 Prozent, gegenüber 9,3 Prozent im September. Im Oktober 2019 hatte sie 7,8 Prozent betragen.

12,9 Prozent der Arbeitslosen waren Ausländer. Aktuell sind 1.845 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 86 Personen weniger als im Vormonat und 312 mehr als vor einem Jahr.


Im Oktober zeigten die regionalen Unternehmen 779 offene Stellen neu an. Das sind 284 weniger als im September, aber 91 mehr als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 2.883 Stellen – 65 mehr als im Vormonat.


Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im Oktober insgesamt 8.752 Arbeitslose gemeldet – 310 weniger als im September und 278 mehr als im Oktober 2019.
(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)