05.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Rückblick auf das Jahr 2020 am Ostbrandenburger Arbeitsmarkt

Die Corona-Pandemie hat sich auch auf die Jahreswerte am Ostbrandenburger Arbeitsmarkt ausgewirkt, die heute veröffentlicht werden. So waren in Ostbrandenburg im Jahresdurchschnitt 14.598 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 979 bzw. 7,2 Prozent mehr als 2019 und 425 Arbeitslose weniger als im Jahr 2018.
Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 6,5 Prozent – gegenüber 6,0 Prozent im Vorjahr.

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen unter anderem auch Teilnehmende an Bildungsmaßnahmen umfasst, stieg hingegen nur leicht. Unterbeschäftigt waren im Jahresdurchschnitt 19.099 Menschen - 167 bzw. 0,9 Prozent mehr als 2019.
Personalbedarf meldeten die regionalen Arbeitgeber im Verlauf des Jahres für insgesamt 8.423 freie Stellen. Das sind 871 bzw. 9,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt waren 2.641 Stellen vakant. Das sind gegenüber dem Vorjahr 696 bzw. 20,9 Prozent weniger.


Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Die Corona-Einschränkungen haben den Arbeitsmarkt getroffen, aber nicht aus der Bahn geworfen. Die Arbeitslosenzahlen sind in Ostbrandenburg moderat gestiegen. Der Anstieg rührt auch daher, dass etliche Bildungsmaßnahmen für Jugendliche und Menschen mit Förderbedarf nicht durchgeführt werden konnten. Mit Kurzarbeitergeld konnten wir unsere sehr umsichtig agierenden Betriebe wesentlich dabei unterstützen, ihre Beschäftigten zu halten. Kurzgearbeitet haben insbesondere das Gastgewerbe, der Einzelhandel, die Kulturbranche, körpernahe Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe. Während sich insbesondere diese Branchen eher mit Einstellungen zurückhielten, bauten andere Bereiche Personal auf, etwa in der Pflege, in der öffentlichen Verwaltung oder im Post- und Kurierwesen. Die Zahl der insgesamt freien Stellen bewegte sich leicht rückläufig auf weiterhin hohem Niveau. Verhalten optimistisch blicken wir ins neue Jahr. Viel hängt davon ab wie schnell es gelingt, die Pandemie zu überwinden. Wir modernisieren unsere Angebote und stehen den Betrieben und Menschen in Ostbrandenburg zur Seite – mit Kurzarbeitergeld als verlässlicher Brücke genauso wie mit unseren Beratungs- und Förderangeboten zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung. Wir wollen damit einen Beitrag leisten, die Region für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu wappnen.“


Marco Schulz, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Märkisch-Oderland: „Wie rasch und gut es gelungen ist, mit dem stark eingeschränkten persönlichen Kontakt auch telefonisch und digital miteinander im Gespräch zu bleiben – das hat mich beeindruckt. Nicht nur wir, auch viele Kunden haben hier Neuland betreten. Trotzdem ist das persönliche Beratungsgespräch durch nichts zu ersetzen und wir freuen uns, wenn wir unseren Kunden wieder in die Augen sehen können. Flankierend bauen wir unsere digitalen Angebote weiter aus. Im ersten Schritt haben wir unsere Website generalüberholt. Diese hält nun aktuelle Informationen rund um die Grundsicherung, die Jobsuche, die Jugendberufsagentur sowie bald auch eine Online-Terminvereinbarung bereit.“

Website des Jobcenters Märkisch-Oderland: www.jobcenter-mol.de


Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder): „2020 hat viele unserer Prozesse ins digitale Zeitalter katapultiert. Diesen Schwung wollen wir 2021 mitnehmen und unsere Angebote dahingehend weiter ausbauen. Unsere Mitarbeiter haben wir geschult und die nötige Technik beschafft. In Beratungsgesprächen können wir Tablets einsetzen. Die Verbindung schafft unser neues WLAN. Die digitalen Kanäle werden wir künftig verstärkt nutzen. Das verkürzt die Bearbeitungszeit bei Anträgen und Veränderungsmitteilungen und beschleunigt den Integrationsprozess – weil Stellenangebote direkt abgerufen werden und Kunden sich unkompliziert mit ihren Vermittlungsfachkräften austauschen können.“


Die Arbeitslosigkeit im Detail

Den größten Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es bei jungen Menschen unter 25 Jahren sowie bei Menschen mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft. 1.328 Jugendliche waren im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet (203 bzw. 18,1 Prozent mehr als im Vorjahr) sowie 1.846 Arbeitslose mit ausländischer Staatsbürgerschaft, was einem Anstieg um 256 bzw. 16,1 Prozent entspricht.

Die Jugend-Arbeitslosenquote betrug im Schnitt 9,0 Prozent gegenüber 8,3 Prozent im Vorjahr.

Von den 14.598 Arbeitslosen wurden 5.692 von der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) betreut. Das entspricht einem Anstieg um 1.091 bzw. 23,7 Prozent im Vergleich zu 2019.

Die Jobcenter Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland sowie das kommunal geführte Jobcenter des Landkreises Oder-Spree betreuten insgesamt 8.906 arbeitslose Menschen – 112 bzw. 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr.


Die Entwicklung beim Kurzarbeitergeld

Zwischen April und Dezember 2020 sind insgesamt 4.805 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld gestellt worden. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 28.

Da die Betriebe drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit mit der Arbeitsagentur abzurechnen, liegen noch keine verwertbaren Zahlen darüber vor, wie viele von ihnen bis einschließlich Ende Dezember tatsächlich kurzgearbeitet haben.


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Zum Stichtag 30. Juni waren im Agentur-Bezirk 135.011 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang um 717 bzw. 0,5 Prozent gegenüber dem Stichtag 31. März.

Am 30. Juni 2019 waren es 135.952 Personen. Somit sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung innerhalb eines Jahres um 941 bzw. 0,7 Prozent.


Die Situation in der Grundsicherung

Die drei Jobcenter im Agentur-Bezirk unterstützten im Jahresdurchschnitt 17.032 Bedarfsgemeinschaften mit Arbeitslosengeld II. Das sind 1.005 bzw. 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Zwischen April und Dezember haben insgesamt 498 Selbstständige sowie 955 Personen in Kurzarbeit neu einen Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt.