29.01.2021 | Presseinfo Nr. 4

Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 15.560 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.168 mehr als im Dezember und 1.463 mehr als im Januar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,9 Prozent. Im Dezember hatte sie bei 6,4 Prozent gelegen, im Januar vorigen Jahres bei 6,2 Prozent.
Neben den Betrieben, die seit vielen Monaten kurzarbeiten, haben im Januar weiter 472 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Im Dezember waren es 271 Betriebe.
Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit mit der Arbeitsagentur abzurechnen, liegen die endgültigen Zahlen, wie viele Betriebe in einem Monat tatsächlich kurzgearbeitet haben, verzögert vor. Nach den Hochrechnungen haben im Monat September 1.053 Ostbrandenburger Betriebe und 4.993 Beschäftigte kurzgearbeitet.

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt ist trotz des Lockdowns robust ins Jahr gestartet. Beinahe alle Unternehmen halten weiter an ihren Mitarbeitern fest. Den Betrieben, die von den Einschränkungen betroffen sind, helfen wir weiterhin massiv mit Kurzarbeitergeld und stabilisieren damit den Markt. Corona-bedingte Schließungen oder Insolvenzen nehmen wir bislang nicht wahr. Dass die Lage für viele Arbeitgeber schwierig ist, zeigt sich aber daran, dass uns deutlich weniger neue Stellen gemeldet wurden als im vorigen Januar. 500 neue Stellen kamen diesen Monat dazu – das sind rund zwanzig Prozent weniger als letztes Jahr. Gut läuft es weiterhin im Baugewerbe und im gewerblich-technischen Bereich, wo wir zahlreiche Jobsuchende erfolgreich vermitteln konnten. Auch im Lockdown halten wir telefonisch und online einen engen Kontakt mit den Betrieben und Jobsuchenden. Aufgrund der Einschränkungen und der weitgehenden Schulschließungen sind persönliche Sprechstunden der Berufsberatung derzeit die Ausnahme. Daher gehen wir in den nächsten Wochen nochmal aktiv auf alle Jugendlichen im letzten Schuljahr zu. Per Videoanruf beraten wir zu Ausbildungsberufen, schlagen Ausbildungsplätze vor und besprechen finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten.“


Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: „Eine Sache wird uns nach der Pandemie sicher bleiben: Viele administrative Anliegen werden auch in Zukunft digital mit uns abgewickelt werden können. Jobsuchende sollen ihre Energie und Zeit für die Jobsuche, für die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und für Weiterbildungsmaßnahmen verwenden können – und den Rest bequem vom heimischen PC oder dem Smartphone aus erledigen können, etwa Weiterbewilligungsanträge oder Änderungen in den persönlichen Daten. Unsere Website haben wir grundlegend überarbeitet und den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden angepasst.“

Website des Jobcenters Märkisch-Oderland: https://jobcenter-mol.de


Gloria Schade, Bereichsleiterin im Jobcenter Frankfurt (Oder): „Es wird eine Zeit nach der Krise geben – und auf die wollen wir unsere Kundinnen und Kunden schon jetzt vorbereiten. Insgesamt haben wir für das Jahr 2021 860.000 Euro für Qualifizierungen eingeplant. Daraus werden unter anderem Bildungsgutscheine finanziert, die Arbeitsuchende bei zertifizierten Bildungsträgern ihrer Wahl einlösen können, um ein avisiertes Bildungsziel zu erreichen. Hier wollen wir insbesondere junge Menschen unter 30 Jahren, Eltern und Alleinerziehende, Langzeitleistungsbeziehende und Langzeitarbeitslose, Menschen ohne Berufsabschluss sowie Menschen mit Migrationshintergrund fördern. Darüber hinaus führen wir unser Bildungsangebot „Bewerbung digital“ fort, mit dem wir Menschen, die wenig Erfahrung mit digitalen Medien haben, auf die modernen Bewerbungsverfahren vorbereiten – etwa Vorstellungsgespräche per Videokonferenz, Bewerbungen über Online-Formulare etc. Unser Ziel ist, möglichst vielen unserer Kundinnen und Kunden eine langfristige Perspektive am Arbeitsmarkt zu eröffnen, mit der sie ihren Lebensunterhalt selbstständig bestreiten können.“


Details zur Entwicklung am Arbeitsmarkt im Januar

Den größten Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es in der Altersgruppe der Menschen ab 50 Jahren. Hier waren 6.347 Personen im Januar arbeitslos gemeldet – 578 mehr als im Dezember und 544 mehr als im Januar des Vorjahres.

Zudem waren 6.146 Menschen langzeitarbeitslos – 310 mehr als im Dezember und 1.079 mehr als vor einem Jahr.

Auch bei den jungen Menschen stieg die Arbeitslosigkeit leicht an. 1.305 Menschen unter 25 Jahre waren im Januar arbeitslos gemeldet – 61 mehr als im Vormonat und 186 mehr als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag im Januar bei 8,6 Prozent, gegenüber 8,2 Prozent im Dezember. Im Januar 2020 hatte sie 8,1 Prozent betragen.

Aktuell sind 1.873 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 103 Personen mehr als im Vormonat und 247 mehr als vor einem Jahr.

In der Unterbeschäftigung befanden sich im Januar 19.420 Personen. Das sind 718 mehr als im Dezember und 239 mehr als vor einem Jahr. Damit betrug die Unterbeschäftigungsquote 8,4 Prozent – gegenüber 8,1 Prozent im Dezember und 8,3 Prozent im Vorjahr. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Nicht als unterbeschäftigt gelten Personen in Kurzarbeit.


Im Januar zeigten die regionalen Unternehmen 518 offene Stellen neu an. Das sind 137 weniger als im Dezember und 107 weniger als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 2.390 Stellen – 34 weniger als im Vormonat und 231 weniger als im Januar des Vorjahres.


Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im Januar insgesamt 9.036 Arbeitslose gemeldet – 430 mehr als im Dezember und 440 mehr als im Januar 2020.
(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)


Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2020/2021 im Oktober haben die regionalen Betriebe insgesamt 1.331 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 79 weniger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Demgegenüber haben sich bislang 1.259 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit als Lehrstellenbewerber registriert. Das sind 50 weniger als vor zwölf Monaten.