28.10.2021 | Presseinfo Nr. 35

Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Oktober

Im Oktober waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 12.721 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 230 weniger als im September und 1.533 weniger als im Oktober 2020. Die Arbeitslosenquote sank weiter auf jetzt 5,6 Prozent. Im September hatte sie bei 5,7 Prozent gelegen, im Oktober vorigen Jahres bei 6,3 Prozent.
 
Die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe ist weiterhin rückläufig. Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit abzurechnen, liegen die Zahlen für kurzarbeitende Betriebe und die betroffenen Arbeitnehmer verzögert vor. Nach den Hochrechnungen haben im Juni 1.085 Ostbrandenburger Betriebe und 4.210 Beschäftigte kurzgearbeitet, im Mai waren es noch 1.460 Betriebe und 6.369 Beschäftigte. 
 

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): Im Oktober hat der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt an Fahrt zugelegt. Es gibt saisonale wie konjunkturelle Gründe. Die klassische Herbstbelebung erhält dieses Jahr Rückenwind durch die wieder höhere Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Entlassen wird wenig, die Betriebe halten an ihren Mitarbeitern fest. Dadurch ist der Zuwachs an Arbeitslosen aus dem Frühjahr und durch die Corona-Auswirkungen abgeschmolzen. Wie bislang schon im Gesundheitswesen und in den Bauberufen werden unter anderem im Verkauf, im Güterverkehr und in der Verwaltung verstärkt Personal gesucht. Da Fachkräfte weiter knapp sind, steigen die Stellenlaufzeiten. Helferstellen können häufig zügiger besetzt werden. Ausschlaggebende Faktoren sind die Branche und der Verdienst. Auch Quereinsteiger haben – bei guter Motivation – selbst in komplexeren Berufen zunehmend Chancen. Die Arbeitsagentur setzt einen Schwerpunkt bei der Qualifizierung der Arbeitsuchenden. Hierzu und zu weiteren Anlässen kann man sich auf der Internetseite der Frankfurter Arbeitsagentur online einen Termin buchen. Zunehmend unterstützen wir auch Betriebe, die ihre Mitarbeiter fortbilden. Die Lieferengpässe bei Gütern und Vorprodukten sorgen die Unternehmen, dennoch ist die Perspektive für die nächsten Monate insgesamt positiv.“


Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: „In diesem Jahr war es für viele junge Menschen wieder besser möglich als 2020, sich beruflich zu orientieren und einen Ausbildungsplatz zu finden. Eine Vielzahl von Beratungsangeboten fand digital statt, aber endlich gibt es auch wieder erste Veranstaltungen in Präsenz.

Ein besonderes Angebot können wir allen Interessierten am diesjährigen Tag der Jugendberufsagenturen machen. Dieser findet für unsere Region am 29.10.21 in der Zeit von 11 -14 Uhr auf dem Außengelände des Jobcenters in der Prötzeler Chaussee 7K in Strausberg statt. Hier präsentieren sich über 10 verschiedene Unternehmen mit ihren Ausbildungsmöglichkeiten, begleitet durch den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit sowie unsere Mitarbeitenden der Jugendberufsagentur MOL, die den Besuchern für alle Fragen rund um das Thema Ausbildung und Studium zur Verfügung stehen.

Auch für die Jugendlichen, die dieses Jahr noch nicht die passende Ausbildung gefunden haben, bieten wir noch eine Vielzahl von Möglichkeiten an. Bewährt hat sich beispielsweise die sogenannte Einstiegsqualifizierung - ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum – bei dem sich Betrieb und Jugendliche vor dem Start der eigentlichen Ausbildung kennen lernen können. Und wenn vorher ganz andere Probleme im Weg stehen, gibt es Angebote, die ein Coaching beinhalten, um etwa Schlüsselkompetenzen zu vermitteln oder schulische Kenntnisse aufzufrischen. “


Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder): „Endlich raus aus der Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsmarkt in Frankfurt (Oder) zieht wieder an. Nach einem leichten Stellenrückgang im letzten Jahr wegen der Corona-Situation werden nun wieder mehr Stellen in vielen Tätigkeiten und Berufen angeboten. Insbesondere Fachkräfte, aber auch Beschäftigungen die angelernt werden können, sind ausreichend vorhanden. Geben Sie sich einen Ruck! Ob Tätigkeiten im Dienstleistungssektor, im Handwerk, im sozialen Bereich oder der Verwaltung: die Chancen stehen gut. Die Vermittlungsfachkräfte im Jobcenter unterstützen Sie gern bei der Arbeitsaufnahme, sei es durch Fahrkostenzuschüsse, Zuschüsse für einen berufsbedingten Umzug oder Trennungsgeld. Die Unterstützungsmöglichkeiten sind breit angelegt.
Und wenn Ihnen noch Wissen fehlt? Auch hier unterstützt das Jobcenter. Berufliche Weiterbildung ist ein wichtiger Baustein der beruflichen Beratung. Die Möglichkeiten sind auch hier vielfältig. Das Ganze macht nicht nur für das eigene Ego Sinn. Es rechnet sich auch: Beschäftigte mit einer abgeschlossenen Lehre verdienen in ihrem Leben rund 250.000 Euro mehr als ungelernte Kräfte, wie aus einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. Ungelernte erwirtschaften der Studie nach in ihrem gesamten Erwerbsleben gut eine Million Euro. Wer hingegen eine Berufsausbildung vorweisen kann, verdient im Schnitt 1,3 Millionen Euro. Gehen Sie auf Ihre Vermittlungsfachkräfte im Jobcenter zu. Wir helfen Ihnen sehr gern.“


Der Arbeitsmarkt im Detail

Im Oktober haben sich 2.363 Menschen neu bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet - 74 weniger als im September, aber 219 weniger als im Oktober des Vorjahres.

Demgegenüber haben 2.596 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet – 140 weniger als im September und 556 weniger als vor genau einem Jahr.

5.955 Menschen waren langzeitarbeitslos – 149 weniger als im September und 223 mehr als vor genau einem Jahr.

Die Zahl der jungen arbeitslosen Menschen ging abermals zurück. 1.108 Menschen unter 25 Jahre waren im Oktober arbeitslos gemeldet – 60 weniger als im Vormonat und 206 weniger als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 7,0 Prozent, gegenüber 7,3 Prozent im September. Im Oktober 2020 hatte sie 8,6 Prozent betragen.

14,1 Prozent der Arbeitslosen waren Ausländer. Aktuell sind 1.791 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 12 Personen weniger als im Vormonat und 99 weniger als vor einem Jahr.


Im Oktober zeigten die regionalen Unternehmen 763 offene Stellen neu an. Das sind 146 weniger als im September und 16 weniger als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 3.214 Stellen – 27 mehr als im Vormonat.


Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im Oktober insgesamt 8.585 Arbeitslose gemeldet – 118 weniger als im September und 167 weniger als im Oktober 2020.
(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)