31.08.2022 | Presseinfo Nr. 47

Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im August

Im August waren in der Stadt Frankfurt (Oder) sowie in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree insgesamt 13.523 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 143 mehr als im Juli und 263 mehr als im August 2021. Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 6,1 Prozent. Im Juli hatte sie bei 6,0 und im August vorigen Jahres bei 5,9 Prozent gelegen.
Neben den Betrieben, die aktuell noch kurzarbeiten, haben im August weitere 21 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Im Juli waren 8 Betriebe neu hinzugekommen. Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit mit der Arbeitsagentur abzurechnen, liegen die endgültigen Zahlen, wie viele Betriebe in einem Monat tatsächlich kurzgearbeitet haben, verzögert vor. Nach den Hochrechnungen haben im Monat April 350 Ostbrandenburger Betriebe und 1.379 Beschäftigte kurzgearbeitet. Die Kurzarbeiter-Quote sank von 1,7 Prozent im März auf 1,0 Prozent im April.

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Trotz erheblicher Probleme durch den Preisschub bei Vorkosten und Energie halten die Unternehmen aus Ostbrandenburg an ihren Beschäftigten fest. Deutlich nachgelassen hat jedoch die Einstellungsbereitschaft. Zwar suchen die meisten Unternehmen weiter händeringend Fachkräfte, dennoch haben im August über 300 Personen weniger aus der Arbeitslosigkeit heraus einen neuen Job gefunden als im Vorjahresmonat - im Zweifel agieren die Entscheider vorsichtiger. Der Start in das neue Ausbildungsjahr ist auf der Zielgeraden. Ein Teil der Unternehmen hat im August ihren Nachwuchs begrüßt, die übrigen starten Anfang September. Mitte August waren noch 804 Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur als unbesetzt gemeldet, deutlich mehr als im Vorjahr (530). Durch die Einschränkungen, Irrungen und Wirrungen der Corona-Zeit hat bei vielen Jugendlichen die Berufsorientierung nicht das erforderliche Gewicht gehabt. Im Ergebnis haben sich die Entscheidungsprozesse stark verzögert. Die Berufsberatung berät und vermittelt daher noch weiter auf Hochtouren. Ausbildungsbetrieben empfehle ich auch noch einen späteren Einstieg in die Ausbildung zu ermöglichen.“


Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: „In den letzten Monaten haben wir einen Schwerpunkt darauf gelegt unseren jugendlichen Kunden einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Eine abgeschlossene Ausbildung ist der sicherste Weg unabhängig von den Leistungen des Jobcenters zu werden. Außerdem möchten wir durch die Unterstützung der jungen Menschen einen Beitrag für den Fachkräftebedarf der Unternehmen in Märkisch-Oderland leisten. Dennoch gibt es noch einige Jugendliche, die für sich noch nicht das passende Angebot gefunden haben. Gerade jetzt verstärken wir daher nochmal alle Anstrengungen, um möglichst allen Interessierten noch den Start in eine Ausbildung zu ermöglichen. Interessenten an einer Ausbildung sollten sich jetzt schon den 17. September 2022 vormerken. An dem Tag findet wieder unser regionaler Ausbildungstag mit vielen interessanten Angeboten in Strausberg statt.“  


Kathleen Nepp, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Frankfurt (Oder): „In den vergangenen Wochen haben wir unsere Beratung im Bereich der Ausbildungsvermittlung junger Menschen noch einmal intensiviert, um möglichst vielen unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern noch in diesem Ausbildungsjahr in Ausbildung oder eine Anschlussmaßnahme nach Beendigung der Schule zu vermitteln. Unser Ziel ist es, möglichst viele Ausbildungssuchende mit Arbeitgebern zusammenzuführen oder ihnen Unterstützung bei der Arbeitgebersuche zu geben und das Thema Fachkräftesicherung für die Zukunft tatkräftig zu begleiten. Im laufenden Berichtsjahr konnten so bereits 61 Bewerberinnen und Bewerber in Ausbildung einmünden bzw. beginnen in den kommenden Tagen ihre Ausbildung. Unsere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der Jugendberufsagentur (JBA) stehen auch weiterhin allen Schulabgängern und Bewerbern zur Seite und können auch jetzt noch kurzfristig einen Beratungstermin realisieren. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Jobs to go“ können interessierte junge Menschen am 15. September 2022 in der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) in der Zeit von 14-18 Uhr noch einmal Angebote vor Ort und Chancen der Nachvermittlungsaktion nutzen.“


Der Arbeitsmarkt im Detail

Im August haben sich 2.512 Menschen neu bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das sind 616 weniger als im Juli. Demgegenüber haben 2.382 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet. Das sind 87 mehr als im Juli.

5.379 Menschen waren langzeitarbeitslos - 14 Personen mehr als im Juli und 880 weniger als vor genau einem Jahr. 1.324 Menschen unter 25 Jahre waren im August arbeitslos gemeldet – 62 mehr als im Vormonat und 73 mehr als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag bei 8,0 Prozent – im Juli lag sie noch bei 7,6 Prozent. Im August 2021 hatte sie noch 7,9 Prozent betragen. 19,9 Prozent der Arbeitslosen im August waren Ausländer. Aktuell sind 2.693 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 99 Personen mehr als im Vormonat und 860 mehr als vor einem Jahr.

Im August zeigten die regionalen Unternehmen 775 offene Stellen neu an. Das sind 2 weniger als im Juli und 98 mehr als vor einem Jahr. Als vakant gemeldet waren insgesamt 3.815 Stellen – 122 weniger als im Vormonat. Am meisten nachgefragt waren diesen Monat Büro-, Sekretariatsfachkräfte, Objekt-, Werte-, Personenschutzhelfer, Fachkräfte für Kraftfahrzeugtechnik, Verkauf, Berufskraftfahrer und Fahrzeugtechnikhelfer.  

Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im August insgesamt 9.078 Arbeitslose gemeldet – 44 mehr als im Juli und 201 mehr als im August 2021. (*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)


Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

2.138 Jugendliche haben sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2021/2022 im Oktober bei der Agentur für Arbeit als Lehrstellenbewerber gemeldet. Das sind 171 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. 499 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Demgegenüber haben die regionalen Betriebe seit Oktober 1.976 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 25 mehr als vor genau einem Jahr. Aktuell sind noch 804 Ausbildungsplätze unbesetzt.