30.09.2019 | Presseinfo Nr. 62

Herbstbelebung schlägt Konjunkturabschwung - Zahl der Arbeitslosen fällt erstmals unter 13.000 - Quote bei 5,7 Prozent

Dies waren 400 Personen weniger als im August und 1.167 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,7 Prozent. Im August lag sie bei 5,9 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 6,2 Prozent betragen.

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Der Arbeitsmarkt zeigt sich in Ostbrandenburg robust und es geht ihm besser als in vielen anderen Regionen der Bundesrepublik. Die Entwicklung ist geradezu gegenläufig, denn während in Süddeutschland die Zahl der Arbeitslosen bereits steigt, geht sie bei uns weiter zurück. Das Risiko aus betrieblichen Gründen entlassen zu werden, ist weiterhin immens gering. Auch die Zahl der Insolvenzen und die Kurzarbeit verharren auf niedrigstem Niveau. Ursachen für diese positive Entwicklung sind die geringe Exportabhängigkeit der regionalen Wirtschaft, die stabile Binnennachfrage und die zunehmende Personalfluktuation aufgrund des demografischen Wandels. Das boomende Baugewerbe zieht viele andere Branchen mit. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten flacht die Dynamik zwar langsam ab, dennoch ist die Zahl in Ostbrandenburg im Vergleich zum Vorjahresquartal weiter um 1.811 gestiegen. Zum Stichtag 31. März gingen 135.015 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach. Die Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) konzentriert sich weiter auf das Thema Qualifizierung. Unter anderem wollen wir möglichst alle unsere ausländischen Kunden, auch die aus EU-Staaten, zu Sprachkursen animieren, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Ein weiterer aktueller Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, dafür zu sorgen, dass die neuen Unterstützungsmöglichkeiten nach dem Starke-Familien-Gesetz bei Alleinerziehenden und Familien mit geringem Einkommen schnell ankommen.“


 

Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland, ergänzt: „Von den arbeitslosen Menschen, die wir derzeit im Jobcenter Märkisch-Oderland betreuen, hat beinahe jeder Zweite keinen Berufsabschluss. Doch ohne Qualifikation ist es schwierig, dauerhaft eine Stelle zu finden. Wir ermutigen und unterstützen daher jeden, der sich qualifizieren möchte, den passenden Weg für sich zu finden: Sei es durch eine betriebliche Einzelumschulung - das ist eine Ausbildung für Erwachsene - oder durch Lehrgänge und Teilqualifikationen. Uns stehen in diesem Jahr noch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Sprechen Sie uns einfach an.“


 

Armin Müller, Bereichsleiter im Jobcenter Frankfurt (Oder): „Die Jugendberufsagentur   kümmert sich derzeit vor allem um die Schulabgänger, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. In einer Nachvermittlungsaktion im September wurden 97 von ihnen eingeladen, um ihnen nach Beginn des Ausbildungsjahres noch eine Lehrstelle anzubieten. Für diejenigen, die partout nichts finden, gibt es auch noch die Möglichkeit der betrieblichen Einstiegsqualifizierung, das ist ein längeres, sozialversicherungspflichtiges Praktikum, das von uns gefördert wird.“


Neu arbeitslos meldeten sich in diesem Monat 2.857 Personen. Gleichzeitig konnten 3.265 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

5.189 Menschen sind derzeit als langzeitarbeitslos registriert - 139 Personen weniger als im August und 832 weniger als vor genau einem Jahr.

Auch die Jugend-Arbeitslosigkeit ist diesen Monat gesunken. 1.160 Menschen unter 25 Jahre waren arbeitslos gemeldet – 54 weniger als im Vormonat und 17 weniger als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote sank auf 8,4 Prozent – gegenüber 8,8 Prozent im August. Im September letzten Jahres hatte sie 9,1 Prozent betragen.

12,3 Prozent der Arbeitslosen waren Ausländer. Aktuell sind 1.590 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 69 Personen weniger als im Vormonat und 105 mehr als im September 2018.

Eine durch die Arbeitsagentur oder die Jobcenter geförderte berufliche Weiterbildung durchlaufen in Ostbrandenburg aktuell 946 Personen.


Im September zeigten die regionalen Unternehmen 767 offene Stellen neu an. Das sind 141 weniger als im September 2018. Vakant sind derzeit insgesamt 3.221 Stellen. Am meisten nachgefragt wurden diesen Monat Fachkräfte für den Objekt-, Werte- und Personenschutz, Fachkräfte für den Verkauf sowie für die Artung von Eisenbahninfrastruktur.


Über zwei Drittel aller Arbeitslosen betreuen die Jobcenter im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)*. Im September waren es insgesamt 8.584 Arbeitslose – 238 weniger als im August und 1.267 weniger als im September 2018.

(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)