Arbeitslosigkeit steigt saisonüblich an / Quote bei 6,1 Prozent / Kurzarbeit stabilisiert Beschäftigung

Das sind 916 mehr als im Dezember und 1.783 weniger als im Januar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,1 Prozent. Im Dezember hatte sie bei 5,7 Prozent gelegen, im Januar vorigen Jahres bei 6,9 Prozent.   Im Januar haben 194 Betriebe Kurzarbeit neu angezeigt. Im Dezember waren es 97 Betriebe. Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit abzurechnen, liegen die Gesamtzahlen aller kurzarbeitenden Betriebe und der betroffenen Arbeitnehmer verzögert vor. Nach Hochrechnungen haben im September 2021 524 Ostbrandenburger Betriebe und 1.767 Beschäftigte kurzgearbeitet, im August waren es noch 598 Betriebe und 1.826 Beschäftigte.

02.02.2022 | Presseinfo Nr. 6

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Saisontypisch ist die Arbeitslosigkeit im Januar gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Arbeitslosen deutlich geringer als vor einem Jahr. Der Anstieg geht auf den Januar-Effekt zurück: Zum Jahresende hin laufen viele befristete Arbeitsverträge aus und in zahlreichen Branchen geht die Geschäftstätigkeit unabhängig vom Wetter zurück – beispielsweise in der Gastronomie, in der Landwirtschaft oder auf dem Bau. Insgesamt ist der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt trotz der anhaltenden Corona-bedingten Einschränkungen robust ins Jahr gestartet. Die Unternehmen halten weiter an ihren Mitarbeitern fest. Den Betrieben, die von den Einschränkungen betroffen sind, helfen wir weiterhin massiv mit Kurzarbeitergeld und stabilisieren damit den Arbeitsmarkt. Corona-bedingte Schließungen oder Insolvenzen nehmen wir bislang nicht wahr. Besorgt schaue ich auf die Unsicherheiten bei ungeimpften Personal aus Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Sehr viele suchen Rat bei uns. Da das Infektionsschutzgesetzes erst ab dem 15. März 2022 eine Immunitätsnachweispflicht vorsieht, empfehle ich Arbeitnehmern und Arbeitgebern nicht vorschnell zu kündigen. Einige rechtliche Auswirkungen sind noch nicht klar und erlangt ein ungeimpfter Beschäftigter vor dem 15. März den Genesenenstatus wäre eine Kündigung unnötig gewesen. Ganz wichtig: Ich rufe alle Schülerinnen und Schüler im letzten Schuljahr – auch die Abiturienten – dazu auf, sich spätestens jetzt, mit dem Halbjahreszeugnis in der Tasche, einen Termin bei der Berufsberatung zu holen. Hier sind auch die Eltern in der Verantwortung! Die Berufsberater kennen die Ausbildungsbetriebe und Lehrstellen genau, optimieren die Bewerbungsunterlagen und geben Tipps, wie man sich ideal auf Vorstellungsgespräche zu seinem Wunschberuf vorbereitet.“


Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: „Die Ausbreitung des Coronavirus hat spürbare Auswirkungen auf die Wirtschaft. Viele Menschen sorgen sich um ihre finanzielle Existenz. Aus diesem Grunde wurde der Zugang zur Grundsicherung für Arbeitsuchende durch das Sozialschutz-Paket der Bundesregierung bis zum 31. März 2022 erheblich erleichtert. Durch das Gesetz gelten für die Grundsicherung weiter zeitlich befristet vereinfachte Regelungen. Wenn der erste Bewilligungszeitraum bis zum 31. März 2022 beginnt, darf Erspartes (Vermögen) in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezuges behalten werden, soweit nicht eine besondere Höchstgrenze überschritten wird. Weiterhin gilt in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs, also wenn erstmalig ein Antrag gestellt wird, dass die Ausgaben für Wohnung und Heizung in jedem Fall in ihrer tatsächlichen Höhe anerkannt werden. Das bedeutet: Niemand, der bis zum 31. März 2022 einen Antrag auf Grundsicherung stellt, muss deshalb jetzt umziehen.“


Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder): „Wir blicken optimistisch auf eine Zeit nach der Pandemie, auf die wir unsere Kundinnen und Kunden schon jetzt vorbereiten wollen. Unser Ziel ist, möglichst vielen unserer Kundinnen und Kunden eine langfristige Perspektive am Arbeitsmarkt zu eröffnen, mit der sie ihren Lebensunterhalt selbstständig bestreiten können. Hier wollen wir insbesondere Eltern und Alleinerziehende, Langzeitleistungsbeziehende, Menschen ohne Berufsabschluss sowie Menschen mit Migrationshintergrund fördern. Darüber hinaus führen wir unser Bildungsangebot „Bewerbung digital“ fort, mit dem wir Menschen, die wenig Erfahrung mit digitalen Medien haben, auf die modernen Bewerbungsverfahren vorbereiten – etwa Vorstellungsgespräche per Videokonferenz, Bewerbungen über Online-Formulare und vieles mehr.“


Details zur Entwicklung am Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar haben sich 2.911 Menschen neu arbeitslos gemeldet. Das sind 410 mehr als im Dezember und 167 weniger als im Januar des Vorjahres.

Demgegenüber haben 1.989 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet – 134 weniger als im Dezember und 72 mehr als vor einem Jahr.

5.928 Menschen waren langzeitarbeitslos – 46 mehr als im Dezember und 218 weniger als vor einem Jahr.

Auch bei den jungen Menschen stieg die Arbeitslosigkeit leicht an. 1.131 Menschen unter 25 Jahre waren im Januar arbeitslos gemeldet – 38 mehr als im Vormonat aber 174 weniger als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag im Januar bei 7,1 Prozent, gegenüber 6,9 Prozent im Dezember. Im Januar 2021 hatte sie 8,6 Prozent betragen.

Aktuell sind 1.770 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 67 Personen mehr als im Vormonat und 149 weniger als vor einem Jahr.


Im Januar zeigten die regionalen Unternehmen 679 offene Stellen neu an. Das sind 136 weniger als im Dezember und 161 mehr als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 3.160 Stellen – 30 weniger als im Vormonat und 770 mehr als im Januar des Vorjahres.


Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im Januar insgesamt 8.788 Arbeitslose gemeldet – 335 mehr als im Dezember und 248 weniger als im Januar 2021.
(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)


Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2021/2022 im Oktober haben die regionalen Betriebe insgesamt 1.391 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 60 mehr als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Demgegenüber haben sich bislang 1.169 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit als Lehrstellenbewerber registriert. Das sind 90 weniger als vor zwölf Monaten.