08.03.2021 | Presseinfo Nr. 9

Weiterbildung auch in Zeiten der Kurzarbeit

Die mittelsächsische Wirtschaft hält ihre Beschäftigten auch in der Coronakrise – das zeigt die hohe Nutzung der Kurzarbeit. Schon davor war die Sicherung der Fachkräftebedarfe für viele mittelsächsische Unternehmen ein Thema. Umso mehr wird jetzt deutlich, dass neben der Rekrutierung der Fachkräfte die ständige Anpassung von Kenntnissen ein Dauerthema in den Betrieben ist.
Der Gesetzgeber hat dafür die Förderung der Qualifizierung von Beschäftigten geregelt und die bestehenden Möglichkeiten zum Jahresbeginn nochmals weiter verbessert.

„Mit dem „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ wurde das Qualifizierungschancengesetz, in dem die Weiterbildung Beschäftigter geregelt ist, weiterentwickelt. Der Gesetzgeber hat darin auch die Fördermöglichkeiten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren berufliche Tätigkeiten durch Strukturwandel und neue Technologien ersetzt werden können, nochmals verbessert. Die Arbeitsagentur kann die betroffenen Beschäftigten frühzeitig – also bevor Arbeitslosigkeit droht – beraten, eine abschlussbezogene Weiterbildung oder Anpassungsqualifizierung fördern und dadurch präventiv und nachhaltig Erwerbsverläufe stabilisieren. Arbeitgeber können sich über die Hotline des Arbeitgeberservice oder direkt an Ihren Ansprechpartner in der Arbeitsagentur Freiberg wenden. Wir beraten auch die Beschäftigten in den Betrieben. Mit der Lebensbegleitenden Berufsberatung haben wir ein Angebot, das sich gerade an diese Gruppe wendet, die sich beruflich weiterentwickeln möchten. Auch hier lohnt es sich mit der Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit Freiberg Kontakt aufzunehmen,“ so Susan Heine, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Freiberg.

Voraussetzungen für eine geförderte Weiterbildung

Weiterbildungen können gefördert werden, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Bedarf von mehr als 120 Stunden sehen und an einer zertifizierten Bildungsmaßnahme teilnehmen. Sie dienen dazu, Arbeitnehmer für aktuelle und zukünftige Tätigkeitsinhalte fit zu machen oder auch für geringqualifizierte Beschäftigte, einen Berufsabschluss zu erreichen. Dabei gilt: Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – ungeachtet von Alter, Qualifikation oder Betriebsgröße -  können gefördert werden, wenn der Berufsabschluss in der Regel vier Jahre zurückliegt. Unterschiede gibt es nur in der Förderhöhe.

Wie geht’s los? Vom Weiterbildungsbedarf zur Beratung

Bei einem Weiterbildungsbedarf nehmen Arbeitgeber Kontakt zu ihrem persönlichen Ansprechpartner vom Arbeitgeberservice auf, nutzen die Arbeitgeberhotline oder informieren sich online. Die Kolleginnen und Kollegen beraten telefonisch und - sobald dies wieder uneingeschränkt möglich ist – auch vor Ort in den Betrieben.

Nach dem angezeigten Bedarf nach Weiterbildung für einen oder mehrere Beschäftigte berät der Arbeitgeberservice zur Planung und Umsetzung von Qualifizierungsmaßnahmen – auch während Kurzarbeit - sowie zur Beantragung der Förderleistungen.

BA unterstützt: Förderleistungen noch weiter ausgebaut

Die BA kann Arbeitgeber mit einer vollen oder teilweisen Übernahme der Lehrgangskosten sowie einem anteiligen Zuschuss zum Arbeitsentgelt unterstützen.

Lehrgangskosten und Zuschüsse zum Arbeitsentgelt werden je nach Unternehmensgröße bis zu 100 Prozent für weiterbildungsbedingte Zeiten ohne Arbeitsleistung übernommen. Je kleiner das Unternehmen, desto höher der Zuschuss. Zudem wird ein pauschalierter Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag erstattet. Seit dem 01.01.2021 besteht für Arbeitgeber die Möglichkeit mit nur einem Antrag die Förderung der beruflichen Weiterbildung für mehrere Beschäftigte gesammelt zu beantragen.

Besonderheit: Weiterbildung während Kurzarbeit

Für Beschäftigte im Kurzarbeitergeldbezug werden die Sozialversicherungsbeiträge bis zum 30.06.2021 zu 100 Prozent und vom 01.07.-31.12.2021 zu 50 Prozent, wenn die Kurzarbeit bis zum 30.06.2021 begonnen hat, übernommen. Wenn Kurzarbeitergeldbezieher gleichzeitig qualifiziert werden, kann so der Betrieb die andere Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge ab dem 01.07.2021 weiterhin erstattet bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass während des Kurzarbeitergeldbezuges eine mehr als 120 Stunden umfassende zertifizierte Bildungsmaßnahme eines zertifizierten Trägers begonnen haben muss. Auch eine Weiterbildung, welche auf ein nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) förderfähiges Fortbildungsziel (z.B. Meisterausbildung) vorbereitet und von einem geeigneten Träger durchgeführt wird, führt zur hälftigen SV-Erstattung.

Lehrgangskosten - nicht jedoch für Fortbildungsziele, die nach dem AFBG förderfähig sind - können auf Antrag bis zum 31.07.2023 pauschal in Abhängigkeit der Betriebsgröße erstattet werden. Die Staffelung reicht von 15 Prozent bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten.

Interessiert? Informationen und Kontakte online oder über die Hotline

Wer sich für eine Förderung interessiert, wendet sich bitte telefonisch an unseren (gemeinsamen) Arbeitgeberservice (0800 4 5555 20) oder seinen bekannten persönlichen Ansprechpartner.

Online gibt es weitere Informationen unter: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/foerderung-von-weiterbildung >> Weiterbildung