09.11.2020 | Presseinfo Nr. 42

Ausbildungsmarktbilanz 2019/20

Ausbildungsmarktbilanz 2019/2020

Für das Berichtsjahr 2019/2020 vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 zieht die Arbeitsagentur Freiberg Bilanz: 1.628 gemeldete Bewerber stehen 1.611 Ausbildungsstellen gegenüber. Das sind 175 Bewerber und 93 Ausbildungsstellen weniger als im vergangenen Jahr.

 Auch wenn es auf den ersten Blick mehr Bewerber als Lehrstellen auf dem mittelsächsischen Ausbildungsmarkt gibt, bestehen für die Schülerinnen und Schüler sehr gute Ausbildungsmarktchancen in der Region. Die Relation von Stellen und Bewerbern beträgt 1,0.

 Von den gesamt 1.628 Bewerbern sind rund 80 Prozent unter 20 Jahre alt (1.300). Drei Prozent (49) sind sogenannte Spätstarter und älter als 25 Jahre. Der Großteil (72,3 Prozent) hat einen Hauptschul- oder Realschulabschluss. Rund acht Prozent haben die allgemeine Hochschulreife

 Die Ausbildungswünsche der Jugendlichen haben sich nicht grundsätzlich geändert. Verkäufer/in (98), Kauf-mann/-frau im Einzelhandel (88) und KfZ.mechatroniker-PKW-technik (68 sind die beliebtesten Ausbildungsberufe bei den Jugendlichen.
Die Mädchen wollen auch in diesem Jahr am liebsten Verkäuferin werden, die Jungs KFZ-Mechatroniker. Seit Jahren führen diese beiden Berufe die TOP 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe an, obwohl die Chancen für einen Ausbildungsplatz in der Region in diesen Berufen nicht immer die besten sind. Besonders bei dem Beruf Verkäufer/in ist die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot auch in diesem Jahr groß. 220 Bewerber stehen 196 Ausbildungsstellen gegenüber. Auch bei Berufen in der Verwaltung ist die Lücke gravierend, hier gibt es 64 Bewerber auf 22 Stellen. Ebenfalls schwierig ist es für Jugendliche in der Holzbe- und -verarbeitung (69 Bewerber zu 30 Stellen). Bessere Chancen bestehen bei der Ausbildung im Bereich Maschinenbau- und Betriebstechnik (28 Bewerber zu 74 Stellen) oder Energietechnik (29 Bewerber zu 115 Stellen) sowie im Handel (14 Bewerber zu 40 Stellen).

 Insgesamt sind am Ende des Berufsausbildungsjahres 2019/20 255 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. Das sind 68 mehr als im Vorjahr. Probleme bei der Besetzung ihrer Stellen hatten vor allem Arbeitgeber, die in den Bereichen Lagerlogistik, Elektronik oder Zerspannung suchten.

 Von den gemeldeten Bewerbern haben 53 keinen Ausbildungsvertrag erhalten. Das sind 19 weniger als im vergangenen Jahr. Die meisten von ihnen wollten Verkäufer/in (4), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (3), oder Fachkraft für Lagerlogistik (3) werden.

 „Um die wirtschaftliche Situation in Mittelsachsen weiterhin zu sichern, benötigen wir junge Menschen in den Unternehmen und in der dualen Ausbildung. Die regionalen Arbeitgeber bieten auch durch die duale Ausbildung Aufstiegsmöglichkeiten und gute Konditionen an. Das Schätzen die Jugendlichen, denn das Interesse an einer Karriere in der Region ist groß;“ konstatiert Susan Heine, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg.
Trotz der unruhigen Zeit können wir das Ausbildungsjahr 2019/20 positiv beenden und feststellen, dass die Zusammenarbeit mit den Unternehmen und Netzwerkpartnern auch der Krise gut funktioniert, dafür Danke ich allen Beteiligten. Durch frühzeitige Orientierung sowie attraktive und individuelle Angebote unterstützt die Arbeitsagentur junge Menschen beim Berufsstart. Ein zeitgemäßes Angebot für Jugendliche, Eltern, Betriebe und Andere stellt dabei die Jugendberufsagentur (JBA) dar. Zu finden sind deren Dienstleistungen im Internet unter www.jugendberufsagentur-mittelsachsen.de. Eine strukturierte Kooperation zwischen den Akteuren der JBA trägt dazu bei, die Übergänge von Schule zur Ausbildung und Beruf zu verbessern“,
äußert Susan Heine weiter.
 „Für die künftige Fachkräftesicherung in Mittelsachsen ist es wichtig, dass die Betriebe weiter auf Ausbildung setzen und wenn möglich, stärker als bisher in unsere zukünftigen Fachkräfte investieren. Corona wird an dem Bedarf gut ausgebildeter Fachkräfte in unserer Region nichts ändern. Das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ deckt dabei viele Konstellationen ab und wurde insbesondere für Unternehmen, die in besonderem Maße von Kurzarbeit wegen Corona betroffen waren und sind, beschlossen. Bei Fragen beraten die Vermittlungsfachkräfte der Agentur für Arbeit Freiberg dazu gern, nehmen Sie Kontakt mit uns auf,“ so Susan Heine abschließend.

Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz zum Abschluss des Ausbildungsjahres 2019/20: „Das Ausbildungsjahr 2019/20 stellte alle Beteiligten vor ungeahnte Herausforderungen. Es war geprägt von Umstrukturierungen in der beruflichen Ausbildung in Unternehmen, von coronabedingten Schulschließungen und der Verschiebung von Abschlussprüfungen. Unsere Unternehmen haben dabei gezeigt, dass es in dieser schwierigen Zeit wichtig ist, auf Ausbildung zu setzen. Vor allem haben sie die Fachkräftesicherung auch weiterhin im Blick. Gemeinsam ist es gelungen, das Ausbildungsjahr ordnungsgemäß abzuschließen. Das verdient großen Respekt, denn es war sowohl für unsere Auszubildenden, als auch unsere ehrenamtlichen Prüfer sowie Mitarbeiter des Prüfungswesens ein besonderer Kraftakt.“

Dr. Olaf Richter, Geschäftsführer Bildung der Handwerkskammer Chemnitz bilanziert: „Erfreulich ist, dass sich bei den neu eingetragenen Lehrverträgen im Handwerk im Direktionsbezirk Chemnitz in den Monaten Juli bis September 2020 ein zweistelliges Minus aus dem Frühjahr stark abgebaut hat. Über alle Berufe gesehen sind es zwar im Vergleich zum Vorjahr noch ca. fünf Prozent weniger neu eingetragene Lehrverträge, jedoch ist das anhaltende Engagement unserer Ausbildungsbetriebe zur Nachwuchsgewinnung eine gute Botschaft. In Anbetracht dessen, dass situationsbedingt eine Vor-Ort-Berufsorientierung nicht möglich war, stellen Ausbildungsbetriebe ihr Ausbildungsengagement einmal mehr unter Beweis. Optimistisch stimmt auch, dass in einigen Berufen, beispielsweise bei den Tischlerinnen und Tischlern, Zimmererinnen und Zimmerern sowie im Elektro- und SHK-Bereich ein Anstieg von neu eingetragenen Lehrverhältnissen zu verzeichnen ist. Junge Menschen werden im regionalen Handwerk zur Fachkräftesicherung dringend gebraucht. Wer sich in diesem Jahr für eine Ausbildung im Handwerk noch nicht entschieden hat: Es sind freie Ausbildungsplätze in der Lehrstellenbörse vorhanden und die Handwerkskammer Chemnitz unterstützt gern bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb im Handwerk.“

 Blick in die Regionen - Ausbildungsstellen und Bewerber
  •  In Hainichen und Döbeln gibt es mehr gemeldete Stellen als Bewerber
  • Die meisten unbesetzten Stellen gibt es in Döbeln
  • Stärkste Differenz zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen in Hainichen

 Landkreis Mittelsachsen Gesamt

  •  1628 gemeldete Bewerber
  • 1.611 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 255 unbesetzt

 Region Hainichen

  •  286 gemeldete Bewerber
  • 371 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 46 unbesetzt

 Region Flöha

  •  183 gemeldete Bewerber
  • 119 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 11 unbesetzt

 Region Freiberg

  •  546 gemeldete Bewerber
  • 508 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 66 unbesetzt

 Region Rochlitz

  •  306 gemeldete Bewerber
  • 279 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 39 unbesetzt

 Region Döbeln

  •  307 gemeldete Bewerber
  • 334 gemeldete Ausbildungsstellen
  • davon 93 unbesetzt