29.07.2021 | Presseinfo Nr. 28

Erholung setzt sich fort

  • 14.031 Männer und Frauen im Agenturbezirk ohne Arbeit
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 3,7 Prozent (-0,1 Punkte)

Die Zahl an Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg ist zum sechsten Mal in Folge gesunken. Zum Stichtag waren in der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen insgesamt 14.031 Frauen und Männer ohne Beschäftigung. Das sind 337 Personen weniger als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf jetzt 3,7 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg dagegen typisch für Juli um 0,3 Punkte auf 2,6 Prozent. Für den kommenden Monat wird ein saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet.

„Weniger Arbeitslose im Juli. Das haben wir nicht erwartet. Umso mehr freue ich mich darüber“, kommentiert der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Andreas Finke, die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt. Gewöhnlich melden sich im Juli vor allem junge Frauen und Männer, die nach den Ferien einen Freiwilligendienst oder ein Studium beginnen oder nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden, vorübergehend arbeitslos. Das war auch dieses Jahr der Fall, hat aber zur Überraschung vieler nicht zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. „Der Frühjahrsschwung holt jetzt mit Verzögerung nach, was die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im März und April noch verhindert hatten“, sagt Finke. Verarbeitendes Gewerbe, Handel, Logistik und Gastronomie sorgten mit zahlreichen Einstellungen für Entlastung. Und endlich profitieren auch Langzeitarbeitslose von der Entwicklung. Seit Beginn der Krise (März 2020: 3.172) stieg ihre Zahl Monat für Monat an bis im April 2021 (5.066) der Höchststand erreicht wurde. Seither nimmt ihre Zahl leicht ab (Juli 2021: 4.863). „Es wird allerdings noch Jahre dauern, bis die verfestigte Arbeitslosigkeit wieder auf das Niveau vor der Krise sinkt“, sagt Finke. Rund 1.500 Stellenangebote im Zugang und ein stetig ansteigender Stellenbestand rücken indes wieder das Thema Fachkräfteengpässe in den Vordergrund. „Mit der Fachkräfteallianz Südlicher Oberrhein und der Initiative <Südbaden qualifiziert> im Rücken sind wir hervorragend aufgestellt, um auch hier für die Unternehmen gute Lösungen zu finden“, sagt Finke

Kurzarbeit

Nach vorläufigen Zahlen registrierte die Agentur für Arbeit Freiburg im Juli 15 Anzeigen für insgesamt 83 Personen.

Inzwischen liegen für den Agenturbezirk erste Hochrechnungen für im Monat März 2021 tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit vor. Danach rechneten 3.374 Betriebe für insgesamt 23.063 Beschäftigte Kurzarbeit ab. Die Kurzarbeiterquote betrug im März 8,5 Prozent nach 10,3 Prozent im Februar.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Im Berichtszeitraum meldeten sich 2.952 Personen arbeitslos. Im gleichen Zeitraum beendeten 3.275 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Die Dynamik nähert sich immer mehr an das Vorkrisenniveau an.

Struktur der Arbeitslosen

Auf Sicht von einem Jahr ist die Zahl an Arbeitslosen bei nahezu allen Zielgruppen gesunken. Eine Ausnahme bilden die Langzeitarbeitslosen, deren Zahl während der Pandemie stark angestiegen war und die bislang vom starken Frühjahrsaufschwung nur wenig profitierten. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 6.303 Arbeitslose (Anteil 44,9 Prozent), SGB II: 7728 Arbeitslose (Anteil 55,1 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage

Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich weiter auf hohem Niveau. So meldeten die Unternehmen 1.498 offene Stellen. Das sind 191 oder 14,6 Prozent mehr als im Juni und 495 oder 49,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der größte Bedarf nach Branchen: Verarbeitendes Gewerbe (275), Unternehmensnahe Dienstleistungen (242 Stellen, darunter 177 aus der Zeitarbeit), Gesundheits- und Sozialwesen (229), Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (157), Gastgewerbe (140), Handel (126), Öffentliche Verwaltung (123). Mitte Juli lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 4.960 Aufträge zur Stellenbesetzung vor.

Entwicklung nach Regionen

Während die Arbeitslosigkeit im Raum Freiburg und Emmendingen sank, stieg sie im Elztal und im Markgräflerland leicht an.