01.06.2022 | Presseinfo Nr. 39

Arbeitsmarkt im Mai- Rekord bei den offenen Stellen

  • 12.175 Männer und Frauen im Agenturbezirk ohne Arbeit
  • Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent (-0,1 Punkte)

Die Zahl an Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg ist im Monat Mai noch einmal leicht gesunken. Zum Stichtag waren in der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen insgesamt 12.175 Frauen und Männer ohne Beschäftigung. Das sind 155 Personen weniger als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 3,2 Prozent. Bei den Frauen und Männern unter 25 Jahre beträgt sie 1,9 Prozent. Für den Rückgang sind saisonale Gründe verantwortlich.

In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld suchen die Betriebe weiter händeringend Arbeitskräfte. „Wir hatten noch nie so viele offenen Stellen zu besetzen wie jetzt. Das wird uns die Integration von Ukrainerinnen und Ukrainern in den regionalen Arbeitsmarkt erleichtern“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Andreas Finke. Der Rekordbestand an offenen Stellen ist aber nicht nur Ausdruck einer nachhaltig großen Arbeitskräftenachfrage. Er ist auch ein Hinweis darauf, dass es immer länger dauert, bis Unternehmen bei ihrer Suche nach Arbeitskräften erfolgreich sind. So betrug die durchschnittliche Vakanzzeit der Stellenangebote, die im Mai besetzt wurden, 109 Tage. Vor einem Jahr waren es noch 90 Tage. „Längere Vakanzzeiten bedeuten im Ergebnis höhere Stellenbestände zum Stichtag“, klärt Finke auf. Dass der Rückgang an Arbeitslosen für einen Monat Mai moderater als sonst ausgefallen ist, liegt daran, dass Geflüchtete aus der Ukraine inzwischen häufig ihre Wohn- und Betreuungssituation geklärt haben und sich jetzt verstärkt um Arbeit bemühen. So ist die Zahl der Arbeitslosen mit ukrainischem Pass von 40 im April auf 172 im Mai angestiegen. „Ich bin überzeugt, dass viele von ihnen zügig Arbeit finden werden“, sagt Finke. Für die nächsten Monate bleibt Finke verhalten optimistisch. „Im Ukraine-Konflikt ist kein Ende in Sicht. Auch nicht wie er sich weiterentwickelt. Bislang hat der Arbeitsmarkt diese Unsicherheiten robust weggesteckt. Das stimmt mich zuversichtlich. Aber die Risiken sind natürlich weiter da“, sagt der Chef der Freiburger Arbeitsagentur.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Im Berichtszeitraum meldeten sich 2.892 Personen arbeitslos. Im gleichen Zeitraum beendeten 3.030 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Struktur der Arbeitslosen

Auf Sicht von einem Jahr ist die Zahl an Arbeitslosen bei allen Zielgruppen gesunken. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 5.284 Arbeitslose (Anteil 43,4 Prozent), SGB II: 6.891 Arbeitslose (Anteil 56,6 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage

Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich weiter auf hohem Niveau. So meldeten die Unternehmen 1.302 offene Stellen. Das sind 15 oder 1,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der größte Bedarf nach Branchen: Unternehmensnahe Dienstleistungen (150 Stellen, darunter 273 aus der Zeitarbeit), Verarbeitendes Gewerbe (153), Gesundheits- und Sozialwesen (152), Öffentliche Verwaltung (140), Handel (114), Gastgewerbe (112), Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (105). Mitte Mai lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 6.224 Aufträge zur Stellenbesetzung vor (82,6 Prozent für Fachkräfte, Experten und Spezialisten, 17,4 Prozent für Helfer).

Entwicklung nach Regionen

Mit Ausnahme des westlichen Teils des Landkreises Emmendingen ist die Arbeitslosigkeit in allen Regionen des Agenturbezirks gesunken.