03.06.2020 | Presseinfo Nr. 33

Arbeitsmarkt wie eingefroren

- 16.290 Männer und Frauen im Agenturbezirk ohne Arbeit
- Arbeitslosenquote steigt um 0,2 Punkte auf 4,3 Prozent
 

Im Monat Mai ist die Zahl an Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg erneut gegen den saisonüblichen Trend angestiegen. In der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen waren zum Stichtag insgesamt 16.290 Frauen und Männer ohne Beschäftigung, 1.020 Personen mehr als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf jetzt 4,3 Prozent. In einem Monat Mai war die Arbeitslosenquote letztmals 2014 höher, die absolute Zahl an Arbeitslosen im Jahr 2006.

„Der Arbeitsmarkt ist wie eingefroren. Im aktuellen Krisenmonat sind weniger Menschen arbeitslos geworden als im Mai 2019. Weil aber deutlich weniger Erwerbslose eine Arbeit oder Förderungsmaßnahme aufnahmen, ist die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Andreas Finke, der betont, dass Entlassungen auch im dritten Monat der Krise keine größere Rolle gespielt haben.

Sorge bereite auch die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Bis zum Stichtag meldeten die Betriebe für kommenden Herbst rund 28 Prozent weniger Ausbildungsplätze als vor einem Jahr. Finke‘s Appell an die Unternehmen: „Bilden Sie aus und melden Sie uns Ihre Ausbildungsstelle!“. An den langfristigen Trends habe sich nichts geändert. Digitalisierung und Demographie würden die Pandemie überdauern und von den Unternehmen alles abverlangen, damit sie nachhaltig über die erforderlichen Fachkräfte verfügen. Betriebe, die in den vergangenen Jahren auf dem Ausbildungsmarkt leer ausgegangen sind, hätten jetzt gute Chancen, zum Zuge zu kommen.

„Für die kommenden Monate bin ich verhalten optimistisch. Wenn eingeführte und geplante Lockerungen durch das weitere Infektionsgeschehen nicht gefährdet werden, könnte sich die Situation im Tourismus, in der Gastronomie und im Handel entspannen“, sagt Finke. Schwieriger einzuschätzen sei die Lage im produzierenden Gewerbe. Zum einen sei man dort stärker davon abhängig, wie sich die Pandemie auf internationaler Bühne entwickelt, zum anderen würde die schon länger eingetrübte Konjunktur und die Strukturkrise in der Automobilindustrie den Arbeitsmarkt weiter belasten.

Kurzarbeit

Im dritten Monat der Pandemie sind noch einmal 518 Anzeigen auf Kurzarbeit für insgesamt 6.211 Personen eingegangen. Damit hat sich seit Beginn der Krise die Zahl der Personen, die potenziell von Kurzarbeit betroffen sind, auf 89.316 erhöht.

Ausbildungsmarkt

Seit Oktober 2019 meldeten die Betriebe und Verwaltungen bislang 2.662 Ausbildungsstellen. Das entspricht einen Rückgang um 1.048 oder 28,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bewerber um Berufsausbildungsstellen hat sich ebenfalls verringert. 3.081 Mädchen und Jungen meldeten sich bislang für die Aufnahme einer dualen Ausbildung oder eines dualen Studiums bei der Berufsberatung, 302 oder 8,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Im Berichtszeitraum 15. April bis 14. Mai meldeten sich 3.089 Personen arbeitslos. Im gleichen Zeitraum beendeten 2.086 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Per Saldo gab es 1.020 Arbeitslose mehr als im Vormonat.

Struktur der Arbeitslosen

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl an Arbeitslosen bei allen Zielgruppen gestiegen. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 8.236 Arbeitslose (An-teil 50,6 Prozent), SGB II: 8.054 Arbeitslose (Anteil 49,4 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage

Die Arbeitskräftenachfrage ist im Berichtsmonat weiter auf niedrigem Niveau. Die Unternehmen meldeten lediglich 694 offene Stellen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahresmonat einem Rückgang um 615 oder 47 Prozent. Den größten Bedarf nach Branchen meldeten: Unternehmensnahe Dienstleistungen (210 Stellen), da-runter Zeitarbeit (78), Verarbeitendes Gewerbe (94), Öffentliche Verwaltung (76), Gesundheits- und Sozialwesen (71), Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (66). Mitte Mai lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 3.374 Aufträge zur Stellenbesetzung vor.

Entwicklung nach Regionen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Regionen des Agenturbezirks angestiegen.

Nach Kreisen ergibt sich folgendes Bild: Freiburg Stadt: 7.487 Arbeitslose (+479), 5,9 Prozent (+0,3 Punkte), Breisgau-Hochschwarzwald: 5.366 Arbeitslose (+341), 3,6 Prozent (+0,2), Landkreis Emmendingen: 3.437 Arbeitslose (+200), 3,5 Prozent (+0,1).

Nach Geschäftsstellenbezirken: Raum Emmendingen: 2.705 Arbeitslose (+151), 3,7 Prozent (+0,2), Elztal: 732 Arbeitslose (+49), 3,0 Prozent (+0,1); Markgräflerland: 1.090 Arbeitslose (+88), 3,7 Prozent (+0,3), Hochschwarzwald: 928 Arbeitslose (+26), 4,0 Prozent (+0,1); Freiburg Stadt mit Umland: 10.835 Arbeitslose (+706), 4,8 Prozent (+0,2).