05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Leichter Rückgang

- 15.178 Männer und Frauen im Agenturbezirk ohne Arbeit
- Arbeitslosenquote bei 4,0 Prozent (-0,1)
 

Zum Jahresende ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg noch einmal leicht gesunken. Zum Stichtag waren in der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen insgesamt 15.178 Frauen und Männer ohne Beschäftigung, 160 Personen weniger als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 4,0 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit notiert unverändert bei 2,5 Prozent. Während im ländlichen Raum die Arbeitslosigkeit witterungsbedingt zugenommen hat, sorgte das Weihnachtsgeschäft in und um Freiburg noch einmal für etwas Entlastung.

Den vierten Monat in Folge registrieren wir weniger Arbeitslose. Etwa ein Drittel der Corona-bedingten Arbeitslosigkeit ist inzwischen wieder abgebaut. Die Arbeitskräftenachfrage erholt sich ebenfalls. Zum Jahresende sind das erst mal gute Nachrichten“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Andreas Finke. Bezogen auf das gesamte Jahr habe sich kein anderer Agenturbezirk in Baden-Württemberg so gut gehalten. Einmal mehr demonstriere die Region ihre Stabilität in der Krise. Dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Arbeitslosigkeit bislang kaum belasten, sei vor allem der Kurzarbeit und den staatlichen Soforthilfen zu verdanken. Zwar rechnet Finke für Januar mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Der werde allerdings überwiegend auf saisontypische Faktoren zurückzuführen sein. Finke geht davon aus, dass die seit Mitte Dezember geltenden verschärften Corona-Regeln nur in wenigen Fällen Arbeitslosigkeit zur Folge haben werden. „Mit Beginn der Impfungen tritt die Bekämpfung der Pandemie in eine neue Phase. Die Betriebe haben mit unternehmerischem Geschick, Kreativität und der Hilfe der Kurzarbeit allen Widrigkeiten getrotzt und an ihren Beschäftigten festgehalten. Jetzt, wo in der Krise Licht am Ende des Tunnels zu erkennen ist, sehe ich nicht, dass die Unternehmen sich von diesem erfolgreichen Weg verabschieden werden. Deshalb blicke ich zuversichtlich auf 2021“, sagt Finke.

Kurzarbeit

Infolge der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigen erneut viele Betriebe Kurzarbeit an. Im Dezember gingen 722 Anzeigen für 5.969 Personen ein.

Inzwischen liegen für den Agenturbezirk erste Hochrechnungen für im Monat August 2020 tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit vor. Danach rechneten 2.254 Betriebe für insgesamt 18.273 Beschäftigte Kurzarbeit ab. Die Kurzarbeiterquote betrug im August 6,8 Prozent nach 9,7 Prozent im Juli.

Endgültige Werte für die Monate Januar bis Juni, Hochrechnungen für die Monate Juli und August

Kurzarbeiterquote: Personen in Kurzarbeit im Verhältnis zu sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Im Berichtszeitraum 12. November bis 10. Dezember meldeten sich 2.774 Personen arbeitslos. Im gleichen Zeitraum beendeten 2.905 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Damit sank die Dynamik wieder deutlich unter der des Vorjahres.

Struktur der Arbeitslosen

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl an Arbeitslosen bei allen Zielgruppen gestiegen. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 7.744 Arbeitslose (An-teil 51,0 Prozent), SGB II: 7.434 Arbeitslose (Anteil 49,0 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage

Nach einem schwachen November hat sich die Arbeitskräftenachfrage wieder etwas erholt. So meldeten die Unternehmen 1.053 offene Stellen. Das sind 86 oder 8,9 Prozent mehr als im Vormonat und 65 oder 6,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der größte Bedarf nach Branchen: Unternehmensnahe Dienstleistungen (244 Stellen), darunter Zeitarbeit (210), Gesundheits- und Sozialwesen (172), Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (146), Öffentliche Verwaltung (144), Verarbeitendes Gewerbe (134). Mitte Dezember lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 3.675 Aufträge zur Stellenbesetzung vor.

Entwicklung nach Regionen

Während das Weihnachtsgeschäft in den Ballungszentren noch einmal für Entlastung sorgte, stieg die Arbeitslosigkeit typisch für die Jahreszeit im ländlichen Raum. Der Anstieg zum Vorjahr ist nicht mehr so hoch wie noch in den Sommermonaten. Er bleibt aber weiter beträchtlich.

Jahresdurchschnittszahlen 2020

Im Jahresdurchschnitt 2020 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg 15.348 Personen arbeitslos registriert. Das waren 2.819 mehr als 2019. Die Arbeitslosen-quote betrug für das Gesamtjahr 4,1 Prozent nach 3,4 Prozent ein Jahr zuvor. Insgesamt meldeten die Unternehmen 11.600 offene Stellen, 3.292 oder 22,1 Prozent weniger als 2019.