29.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Saisonaler Anstieg

- 16.384 Männer und Frauen im Agenturbezirk ohne Arbeit
- Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent (+0,4 Punkte)
 

Zum Jahresbeginn ist die Zahl an Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg deutlich angestiegen. Zum Stichtag waren in der Stadt Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen insgesamt 16.384 Frauen und Männer ohne Beschäftigung, 1.206 Personen mehr als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Punkte auf 4,4 Prozent. Die Quote bei den Jugendlichen liegt bei 2,6 Prozent. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Größenordnung ist für einen Monat Januar typisch.

Gleich fünf jahreszeitliche Einflüsse sorgen regelmäßig im Januar für mehr Arbeitslose: Kündigungen zum Quartalsende, ausgelaufenes Weihnachtsgeschäft, Saisonende in der Gastronomie, kalte Witterung und geringere Entlastungseffekte durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. „Anders als zu Beginn der Pandemie hat der aktuelle Lockdown bislang noch nicht zu mehr Arbeitslosen geführt. Dennoch ist er bereits deutlich am Arbeitsmarkt zu spüren“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Andreas Finke. Die Dynamik sei spürbar geringer ausgefallen. Die Arbeitskräftenachfrage sei nach Monaten der Stabilisierung erneut eingebrochen. Bei der Kurzarbeit hätten sich die Corona-Beschränkungen bereits im November bemerkbar gemacht. Besondere Sorgen bereitet Finke die erstmals seit Einführung der Grundsicherung wieder wachsende Sockelarbeitslosigkeit. So ist die Zahl an Langzeitarbeitslosen auf Sicht von einem Jahr um über 41 Prozent gestiegen. „Langzeitarbeitslosigkeit lässt sich selbst im Aufschwung nur schwer wieder abbauen. Deshalb ist es wichtig, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die gezielte Weiterbildung“, sagt Finke. Weil die Schulen derzeit geschlossen sind und Ausbildungsmessen nicht stattfinden, ist auch die Arbeit mit den jungen Menschen deutlich erschwert.

Kurzarbeit

Im Januar registrierte die Agentur für Arbeit Freiburg 589 Anzeigen für insgesamt 5.024 Personen.

Inzwischen liegen für den Agenturbezirk erste Hochrechnungen für im Monat September 2020 tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit vor. Danach rechneten 1.995 Betriebe für insgesamt 16.715 Beschäftigte Kurzarbeit ab. Die Kurzarbeiterquote  betrug im September 6,3 Prozent nach 6,8 Prozent im August.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Im Berichtszeitraum 11. Dezember bis 13. Januar meldeten sich bei geringer Dynamik 3.622 Personen arbeitslos. Im gleichen Zeitraum beendeten 2.406 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Damit sank die Dynamik erneut deutlich unter der des Vorjahres.

Struktur der Arbeitslosen

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl an Arbeitslosen bei allen Zielgruppen gestiegen. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 8.439 Arbeitslose (An-teil 51,5 Prozent), SGB II: 7.945 Arbeitslose (Anteil 48,5 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage

Nach Monaten der Stabilisierung ist die Arbeitskräftenachfrage im Januar erneut eingebrochen. So meldeten die Unternehmen 664 offene Stellen. Das sind 389 oder 36,9 Prozent weniger als im Dezember und 172 oder 20,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der größte Bedarf nach Branchen: Unternehmensnahe Dienstleistungen (116 Stellen), darunter Zeitarbeit (97), Gesundheits- und Sozialwesen (116), Verarbeitendes Gewerbe (90), Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (78), Öffentliche Verwaltung (74), Handel (57). Mitte Januar lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 3.553 Aufträge zur Stellenbesetzung vor.

Entwicklung nach Regionen

Die Arbeitslosigkeit ist in allen Regionen des Agenturbezirks gestiegen.