29.08.2019 | Presseinfo Nr. 47

Der regionale Arbeitsmarkt im August 2019

Die Sommerferien machen sich bemerkbar

Der Bezirk der Agentur für Arbeit Freising umfasst die Landkreise Freising, Erding, Dachau und Ebersberg.

Der regionale Arbeitsmarkt im Überblick

Ferienzeit auf dem regionalen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding und Freising ist im Vergleich zum Vormonat um 673 Personen angestiegen. Im August 2019 waren somit insgesamt 7.272 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Damit erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 1,8 Prozent im Vormonat auf einen aktuellen Wert von 2,0 Prozent und erreichte exakt ihr Vorjahresniveau. 3.066 Frauen und Männer meldeten sich bei der Agentur für Arbeit im August 2019 neu arbeitslos, im Gegenzug konnten 2.348 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Für Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising, sind die neuesten Zahlen aus seinem Haus jedoch kein Grund zur Beunruhigung: „Jedes Jahr steigt die Arbeitslosigkeit während der Sommermonate saisonbedingt leicht an. Diese Entwicklung, die bereits im Juli begann und sich im August erwartungsgemäß fortsetzte, ist zum einen darauf zurückzuführen, dass auch in den Personalbüros der Unternehmen Urlaub gemacht wird. Entscheidungen über Personaleinstellungen werden oftmals vertagt. Zum anderen melden sich viele junge Menschen gerade im August bei uns, die nach Ende ihrer Schul- oder Berufsausbildung keinen nahtlosen beruflichen Anschluss finden konnten. Entsprechend stieg die Jugendarbeitslosigkeit im August, wie auch bereits im Vormonat, kurzfristig weiter an.“

Der Blick auf die aktuellen Zahlen spiegelt dies wider: Im August 2019 waren bei der Agentur für Arbeit insgesamt 1.073 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, das waren 305 junge Leute mehr als im Vormonat – ein Anstieg um 39,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe erhöhte sich damit um 0,8 Prozentpunkte von 1,8 Prozent im Vormonat auf aktuell 2,6 Prozent. „Meiner Erfahrung nach sinkt die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen spätestens im Herbst wieder mit dem Start ins Berufsleben und dem Beginn vieler neuer Ausbildungsverhältnisse“, so Nikolaus Windisch. „Der regionale Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil und für derartige regionale Schwankungen gut gewappnet.“

Personalnachfrage

Hierfür sprechen auch 1.154 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, welche die Arbeitgeber* der Region im August den Vermittlungsfachkräften im Arbeitgeber-Service gemeldet haben. Insgesamt befanden sich damit 5.163 Arbeitsangebote im Stellenpool der Arbeitsagentur.

Zu den Bereichen mit den stärksten Personalbedarfen zählte unter anderem die Berufsgruppe „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“. Hier wurden im Sommermonat 1.247 Arbeitskräfte gesucht. Im produzierenden Gewerbe waren 1.202 Stellenangebote vakant, im Berufsbereich „Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus“ waren es 863 Stellen. 761 Mitarbeiter wurden zuletzt im Bereich „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ gesucht.

Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt

Das neue Ausbildungsjahr beginnt zwar bereits am 1. September 2019 offiziell, dennoch läuft die Ausbildungsplatz-Vermittlung weiterhin auf Hochtouren: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2018/2019 am 1. Oktober 2018 nahmen 2.803 ausbildungsinteressierte Jugendliche die Angebote der Berufsberatung wahr. 2.534 fanden zwischenzeitlich eine konkrete berufliche oder schulische Perspektive, 269 junge Menschen waren noch auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.

Im selben Zeitraum meldeten die Betriebe dem Arbeitgeber-Service ihrer Agentur für Arbeit 3.189 offene Ausbildungsstellen in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg. Im August waren davon noch 1.076 vakant – darunter allein 94 Ausbildungsplätze für Kaufleute im Einzelhandel, 48 für Fachkräfte Lagerlogistik, 47 für Kaufleute im Bereich Spedition- und Logistikdienstleistungen und 44 für zahnmedizinische Fachangestellte. Auch für Groß- und Außenhandelskaufleute, im Handwerk, für medizinische Fachangestellte, für Kaufleute im Bereich Büromanagement und in vielen weiteren Branchen sind noch Ausbildungsplätze für Nachwuchskräfte im Angebot.

„Viele Betriebe suchen händeringend noch nach geeigneten Auszubildenden. Wer also aktuell noch einen passenden Ausbildungsplatz sucht, hat auch jetzt noch gute Chancen, seine Lehrzeit in diesem Jahr beginnen zu können. Ein Einstieg ist durchaus noch bis Dezember realisierbar“, betont Nikolaus Windisch.

 

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in den Landkreisen

Betrachtet man die vier Landkreise jeweils für sich genommen, sind folgende Entwicklungen zu verzeichnen:

Landkreis Freising

Arbeitslosigkeit: Saisontypische Zunahme der Arbeitslosigkeit im Landkreis Freising: Die Arbeitslosenquote ist im Landkreis um 0,3 Prozentpunkte nach oben geklettert, und zwar auf einen aktuellen Wert von 2,2 Prozent. Der „August-Effekt“ war damit im Freisinger Landkreis am stärksten ausgeprägt im Vergleich zu den anderen drei Landkreisen des Agenturbezirks. Im Vormonat betrug die Quote noch 1,9 Prozent, im Vorjahr 2,1 Prozent. Insgesamt waren zuletzt mit 2.401 Frauen und Männern 266 Person mehr auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle als im Juli. 348 junge Menschen unter 25 Jahren waren ebenfalls im Landkreis von Arbeitslosigkeit betroffen. 1.029 Landkreisbürger meldeten sich im August 2019 neu arbeitslos, 742 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Personalnachfrage: Die Unternehmen informierten die Vermittlungsfachkräfte vom Freisinger Arbeitgeber-Service im August 2019 über 468 neu zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis. Damit befanden sich zuletzt insgesamt 2.015 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit.

Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2018 meldeten die Freisinger Unternehmen insgesamt 1.185 offene Ausbildungsplätze. Im August waren davon noch 366 Stellen unbesetzt. 1.000 Jugendliche auf Ausbildungssuche nahmen im selben Zeitraum das Beratungsangebot der Freisinger Agentur für Arbeit wahr. Davon haben mittlerweile 927 junge Menschen eine Ausbildungsmöglichkeit gefunden.

Landkreis Erding

Arbeitslosigkeit: Spürbare Urlaubszeit im Landkreis Erding: Die Arbeitslosenquote für den Landkreis stieg im Ferienmonat August um 0,1 Prozentpunkte auf ein Niveau von 1,9 Prozent an. Damit erreichte die Quote exakt ihr Vorjahresniveau. Insgesamt waren zuletzt 1.620 Erdinger auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle – das waren 159 mehr als im Vormonat. Zu den Arbeitslosen zählten auch 239 junge Menschen unter 25 Jahren. 678 Frauen und Männer meldeten sich im August 2019 neu arbeitslos, 514 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Personalnachfrage: Beim Arbeitgeber-Service gingen im Ferienmonat 222 Meldungen über zu besetzende Arbeitsstellen ein. Insgesamt waren damit zuletzt 867 bei der Agentur für Arbeit Erding gemeldete Arbeitsstellen vakant.

Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Die Zwischenbilanz auf dem Erdinger Ausbildungsmarkt fällt wie folgt aus: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2018 zählte die Agentur für Arbeit 741 offene Berufsausbildungsstellen im Landkreis. Davon waren im August noch 255 Stellen vakant. Im selben Zeitraum machten sich 606 Jugendliche mithilfe der Berufsberatung ihrer Arbeitsagentur auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Davon haben mittlerweile 568 junge Leute eine konkrete berufliche oder schulische Perspektive.

Landkreis Dachau

Arbeitslosigkeit: Der Sommermonat ließ auch den Dachauer Arbeitsmarkt nicht kalt: Insgesamt waren hier 1.709 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, dazu zählten auch 295 junge Menschen unter 25 Jahren. Damit waren zuletzt 164 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat, aber 196 Bürger weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang um 10,3 Prozent. Dieses Ergebnis spiegelt sich auch in der Arbeitslosenquote wider: Im August 2019 errechnete sich für den Dachauer Landkreis eine Quote von 1,9 Prozent, vor einem Jahr waren es noch 2,1 Prozent. Im August 2019 meldeten sich 731 Personen neu arbeitslos, dagegen konnten 563 Dachauer ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Personalnachfrage: Trotz Urlaubszeit informierten die Unternehmen ihre persönlichen Ansprechpartner im Dachauer Arbeitgeber-Service über 197 neu zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis. Damit befanden sich insgesamt 1.061 Arbeitsangebote im Stellenpool der Dachauer Agentur für Arbeit.

Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2018 wurden der Dachauer Arbeitsagentur 532 offene Ausbildungsplätze gemeldet. Im aktuellen Monat waren davon noch 223 Stellen unbesetzt. 626 Jugendliche auf Ausbildungssuche nahmen im selben Zeitraum das Beratungsangebot der Dachauer Arbeitsagentur wahr. Davon haben mittlerweile 539 junge Menschen eine Perspektive gefunden.

Landkreis Ebersberg

Arbeitslosigkeit: August-Effekt auch im Landkreis Ebersberg: Die Ebersberger Arbeitslosenquote kletterte von 1,8 Prozent im Vormonat auf einen aktuellen Wert von 1,9 Prozent hoch. Dennoch fällt der Vergleich zum Vorjahr positiv aus: Hier errechnete sich noch eine Quote von 2,0 Prozent. Insgesamt waren im Sommermonat 1.542 Ebersberger auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 84 Personen mehr als im Juli 2019. Dazu gehörten auch 191 Jugendliche unter 25 Jahren. 628 Ebersberger Bürger meldeten sich neu arbeitslos. Im Gegenzug konnten 529 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Personalnachfrage: Die im Landkreis Ebersberg ansässigen Unternehmen informierten die Vermittlungsfachkräfte ihres Arbeitgeber-Services im Urlaubsmonat über 267 neu zu besetzende Arbeitsstellen. Insgesamt waren damit zuletzt 1.220 gemeldete Arbeitsplätze vakant.

Zwischenbilanz Ausbildungsmarkt: Viel Bewegung auf dem Ebersberger Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2018 meldeten die Ebersberger Unternehmen 731 offene Ausbildungsplätze. Davon waren im Sommermonat August noch 232 Stellen unbesetzt. Im selben Zeitraum machten sich 571 Jugendliche mithilfe der Berufsberatung ihrer Arbeitsagentur auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Von ihnen konnten zuletzt 500 Personen eine berufliche Perspektive entwickeln.

 

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personen- und Berufsbezeichnungen gelten gleichermaßen für jedwedes Geschlecht.