29.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Der regionale Arbeitsmarkt im Januar 2021

Deutlich mehr Menschen arbeitslos

Der Bezirk der Agentur für Arbeit Freising umfasst die Landkreise Freising, Erding, Dachau und Ebersberg.

Der regionale Arbeitsmarkt im Überblick

Zum Jahresauftakt ist die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg angestiegen: Die Agentur für Arbeit Freising zählte in ihrem Agenturbezirk insgesamt 11.513 Arbeitslose und somit 1.840 Frauen und Männer mehr als noch im Dezember 2020. Die Arbeitslosenquote stieg von Dezember 2020 auf Januar 2021 um 0,5 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Im Januar vor einem Jahr lag sie bei 2,3 Prozent.

„Die Corona-Pandemie hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt: Im Januar 2021 waren in unseren Landkreisen 3.241 Menschen mehr auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle als im Januar 2020. In den letzten Wochen machten die Arbeitslosenzahlen nochmal einen deutlichen Sprung nach oben. Dies ist allerdings sehr typisch für diese Jahreszeit“, erläutert Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising. Unternehmen in den witterungsabhängigen Branchen sehen sich in der kalten Jahreszeit oftmals gezwungen, ihren Betrieb stark einzuschränken und teilweise auch Personal zu entlassen. „Zumindest letzteres muss aber nicht sein: Das Saison-Kurzarbeitergeld bietet Unternehmen die Chance, Mitarbeiter* trotz Auftragsmangel und Arbeitsausfällen während des Winters weiter zu beschäftigen“, so der Agenturchef. Den Arbeitnehmern bleibt ihr Arbeitsplatz, den Betrieben ihr qualifiziertes Personal erhalten. Saison-Kurzarbeitergeld kann von Betrieben des Bauhauptgewerbes, des Dachdeckerhandwerkes, des Garten- und Landschaftsbaus sowie von Unternehmen des Gerüstbaus beantragt werden.

Kurzarbeit stützt weiter den Arbeitsmarkt

Die Kurzarbeit kommt weiterhin auch an anderer Stelle zum Einsatz: Konjunkturelle Kurzarbeit hilft, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt abzufedern. In den Monaten März 2020 bis Januar 2021 stellten bei der Agentur für Arbeit Freising rund 7.400 regionale Betriebe für rund 104.500 Mitarbeiter* vorsorglich Anzeigen auf Kurzarbeitergeld. Die Auswertungen zur realisierten Kurzarbeit zeigen Folgendes: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde in den vier Landkreisen in 1.918 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 16.310 Männer und Frauen. Einen vorläufigen Höchststand erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im April 2020. Damals haben 47.344 Beschäftigte in 4.063 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Die aktuellsten vorliegenden Zahlen zur Kurzarbeit sind aus dem Monat September 2020: Im Herbstmonat wurde in 1.907 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Insgesamt waren 24.426 Beschäftigte betroffen.

Personalnachfrage auf niedrigem Niveau

Die Personalnachfrage bewegte sich zuletzt auf vergleichsweise niedrigem Niveau: Im Januar 2021 meldeten die Unternehmen den Arbeitsvermittlern der Arbeitsagenturen in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg 675 neu zu besetzende Arbeitsstellen. Damit befanden sich 3.594 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agenturen für Arbeit. Im Berufssegment Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit waren 813 Stellen vakant. Das produzierende Gewerbe suchte Mitarbeiter für 769 Arbeitsstellen. Im Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung wurde im Januar 2021 Personal für 576 Stellen nachgefragt.

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stagniert

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg stagniert. Die neuesten Auswertungen zeigen einen leichten Rückgang der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen Juni 2019 und Juni 2020 in den vier Landkreisen um 809 Personen auf insgesamt 215.530 Beschäftigte. Dies entspricht einem Rückgang von 0,4 Prozent. Im selben Zeitraum des Vorjahres errechnete sich ein Zuwachs von 1,5 Prozent. Die Entwicklung stellt sich in den Wirtschaftsbereichen unterschiedlich dar: Beschäftigtenzuwächse sind unter anderem in den Branchen Verkehr und Lagerei (+ 1.547 Beschäftigte) sowie im Baugewerbe (+ 779 Beschäftigte) zu beobachten. Demgegenüber gab es den stärksten Rückgang im Bereich Information und Kommunikation (- 1.479 Beschäftigte) gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe (- 1.209 Beschäftigte).

Der Arbeitsmarkt in den Landkreisen

Betrachtet man die vier Landkreise jeweils für sich genommen, sind folgende Entwicklungen zu verzeichnen:

Landkreis Freising

Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Landkreis Freising im Januar 2021 angestiegen: Insgesamt waren im ersten Monat des Jahres 3.642 Personen arbeitslos gemeldet und somit 594 Frauen und Männer mehr als im Dezember 2020. Diese Entwicklung hatte auch eine deutliche Auswirkung auf die Arbeitslosenquote, die um 0,6 Prozentpunkte auf einen aktuellen Wert von 3,3 Prozent geklettert ist. Im Januar vor einem Jahr errechnete sich für den Landkreis eine Quote von 2,5 Prozent.

Personalnachfrage: Bei den Arbeitsvermittlern im Arbeitgeber-Service meldeten die Unternehmen zuletzt 240 neue Stellenangebote für den Landkreis Freising. Das waren 38 Stellen weniger als im Vormonat. Damit waren im Januar 2021 insgesamt 1.102 bei der Agentur für Arbeit Freising gemeldete Stellen vakant.

Realisierte Kurzarbeit: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde im Landkreis Freising in 564 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 5.410 Männer und Frauen. Den vorläufigen Höchststand erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im Mai 2020: Damals wurde in 1.079 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Insgesamt waren 17.866 Beschäftigte betroffen. Die aktuellsten vorliegenden Zahlen zur Kurzarbeit für den Landkreis Freising sind aus dem Monat August 2020: Im Sommermonat haben in 639 Betrieben 12.254 Beschäftigte tatsächlich kurzgearbeitet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Freising hat sich von Juni 2019 auf Juni 2020 um 1,1 Prozent verringert. Konkret bedeutet das einen Rückgang um 958 Beschäftigte auf insgesamt 83.762 Beschäftigte. Dabei waren die Branchen ganz unterschiedlich von den Veränderungen betroffen: Ein deutliches Plus bei den absoluten Beschäftigtenzahlen (+1.191 Beschäftigte) gab es im Bereich Verkehr und Lagerei zu verzeichnen. Am ungünstigsten stellte sich die Entwicklung im Bereich Information und Kommunikation mit einem Rückgang von 1.195 Beschäftigten dar.

Landkreis Erding

Arbeitslosigkeit: Bei der Agentur für Arbeit Erding waren im Januar 2021 insgesamt 2.543 Personen arbeitslos gemeldet, 420 Frauen und Männer mehr als im Dezember 2020. Im Januar 2021 stieg im Landkreis Erding die Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte auf ein aktuelles Niveau von 3,0 Prozent. Somit ergab sich auch ein deutliches Plus zum Vorjahreswert von 2,1 Prozent.

Personalnachfrage: Die Arbeitgeber meldeten den Arbeitsvermittlern der Agentur für Arbeit zuletzt 130 zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis Erding, 17 Stellen mehr als im Vormonat. Insgesamt befanden sich im Januar 2021 damit 674 Arbeitsangebote im Stellenpool der Erdinger Arbeitsagentur.

Realisierte Kurzarbeit: Im Landkreis Erding wurde zu Beginn der Pandemie im März 2020 in 450 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 4.907 Männer und Frauen. Einen vorläufigen Höchststand erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im April 2020: Damals haben 11.872 Beschäftige in 876 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Die aktuellsten vorliegenden Zahlen zur Kurzarbeit für den Landkreis Erding sind aus dem Monat August 2020: Im Sommermonat wurde in 458 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet, davon waren 7.695 Beschäftigte betroffen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Annähernd konstant blieb die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am Arbeitsort im Landkreis Erding: Von Juni 2019 auf Juni 2020 reduzierte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten leicht um 23 auf insgesamt 46.257 Beschäftigte. Die Entwicklung fiel jedoch in den einzelnen Branchen ganz unterschiedlich aus: So konnte beispielsweise der Bereich Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen – dazu zählen Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Gebäudebetreuungen u.a. – einen Zuwachs von 401 Beschäftigten verzeichnen. Demgegenüber zählte der Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur Kfz) 552 Beschäftigte weniger.

Landkreis Dachau

Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Landkreis Dachau im Januar 2021 im Vergleich zum Vormonat um 467 Personen auf insgesamt 2.990 Frauen und Männer zu. Diese Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote: Hier ergab sich ein Anstieg um 0,6 Prozentpunkte auf einen Wert von 3,3 Prozent. Im Januar 2020 errechnete sich für den Landkreis eine Quote von 2,3 Prozent.

Personalnachfrage: Die Unternehmen der Region informierten den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit im Januar 2021 über 99 neu zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis. Das waren 35 Stellen weniger im Vergleich zum Vormonat. Damit waren im Januar 2021 insgesamt 722 bei der Dachauer Arbeitsagentur gemeldete Stellen vakant.

Realisierte Kurzarbeit: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde im Landkreis Dachau in 478 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 2.720 Männer und Frauen. Den bisherigen Höchstwert erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im April 2020. Damals wurde in 1.063 Unternehmen tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 8.757 Beschäftigte. Die aktuellsten vorliegenden Zahlen für den Landkreis Dachau sind aus dem Monat August 2020: Im Sommermonat wurde in 502 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Insgesamt waren 3.101 Mitarbeiter betroffen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Ein Plus errechnete sich zuletzt bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Dachau. Hier stieg die Anzahl von Juni 2019 auf Juni 2020 um 169 Beschäftigte bzw. um 0,4 Prozent auf insgesamt 43.876 Beschäftigte an. Die stärksten Zuwächse absolut hatte dabei der Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur Kfz) zu verzeichnen (+251 Beschäftigte). Am ungünstigsten stellte sich die Entwicklung im Bereich Information und Kommunikation mit einem Minus von 333 Beschäftigten dar.

Landkreis Ebersberg

Arbeitslosigkeit: Auch im Landkreis Ebersberg war im Januar 2021 ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu vermelden. Im ersten Monat des Jahres waren bei der Agentur für Arbeit Ebersberg insgesamt 2.338 Personen arbeitslos gemeldet, 359 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg im Januar 2021 um 0,5 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent an. Vor einem Jahr errechnete sich eine Quote von 2,1 Prozent.

Personalnachfrage: Im Januar 2021 wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Ebersberg 206 neu zu besetzende Stellen gemeldet, 46 Stellen weniger als im Vormonat. Insgesamt befanden sich damit zuletzt 1.096 Arbeitsangebote im Stellenpool der Ebersberger Arbeitsagentur.

Realisierte Kurzarbeit: Im Landkreis Ebersberg wurde zu Beginn der Pandemie im März 2020 in 426 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 3.273 Beschäftigte. Im April 2020 erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden ihren bisherigen Höchstwert im Landkreis: Es wurde in 920 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet, betroffen waren davon 10.225 Mitarbeiter. Die aktuellsten vorliegenden Zahlen zur Kurzarbeit in der Ebersberger Region sind aus dem Monat August 2020: Im Sommermonat wurde in 457 Unternehmen tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 3.210 Mitarbeiter.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Auf einem konstanten Niveau blieb die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Ebersberg: Diese ist von Juni 2019 auf Juni 2020 leicht um 3 Beschäftigte auf insgesamt 41.635 Beschäftigte gestiegen. Den stärksten Zuwachs absolut gab es in der Branche Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen zu verzeichnen (+383 Beschäftigte). Demgegenüber stellte sich die Entwicklung im Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur Kfz) mit einem Rückgang um 348 Beschäftigten am ungünstigsten dar.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personen- und Berufsbezeichnungen gelten gleichermaßen für jedwedes Geschlecht.