30.09.2020 | Presseinfo Nr. 37

Der regionale Arbeitsmarkt im September 2020

Leichte Herbstbelebung spürbar

Der Bezirk der Agentur für Arbeit Freising umfasst die Landkreise Freising, Erding, Dachau und Ebersberg.

 

Der regionale Arbeitsmarkt im Überblick

Zum Herbstbeginn machte sich eine leichte Belebung auf dem regionalen Arbeitsmarkt bemerkbar. Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 ging die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk leicht zurück. So waren im September 2020 in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg 10.592 Personen arbeitslos gemeldet, 552 Personen weniger als im August 2020. Die Arbeitslosenquote sank von August auf September 2020 um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Im September vor einem Jahr lag sie bei 1,9 Prozent.

„Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im September hat auch in diesem Jahr vor allem saisonale Gründe: Viele junge Menschen, die im Sommer arbeitslos gemeldet waren, konnten in den letzten Wochen eine Berufsausbildung beziehungsweise ein Studium beginnen oder besuchen nun eine weiterführende Schule,“ erklärt Katja Kürmaier, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Freising. Entsprechend reduzierte sich zum Herbstbeginn vor allem die Zahl der arbeitslosen unter 25-Jährigen – um 299 Jugendliche auf nun 1.258 Personen. Für diese Altersgruppe errechnete sich im September 2020 eine Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent. Im August 2020 lag die Quote noch bei 3,7 Prozent, im September vor einem Jahr bei 2,0 Prozent.

 

Kurzarbeit

Darüber hinaus stützt der massive Einsatz von Kurzarbeit weiterhin den regionalen Arbeitsmarkt – auch wenn die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit, die von den Betrieben gestellt werden, weiter rückläufig ist. In den Monaten März bis September 2020 stellten bei der Agentur für Arbeit Freising rund 6.000 regionale Betriebe für rund 91.500 Mitarbeiter* vorsorglich Anzeigen auf Kurzarbeitergeld. Die ersten Auswertungen zur realisierten Kurzarbeit zeigen Folgendes: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde in den vier Landkreisen in 1.918 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 16.310 Männer und Frauen. Im April 2020 wurde in 4.075 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 47.326 Mitarbeiter. Im Mai 2020 wurde in 3.780 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 49.532 Mitarbeiter.

 

 

Personalnachfrage

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegte sich im September 2020 weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau: Insgesamt meldeten die Unternehmen den Arbeitsvermittlern der Arbeitsagenturen in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg 624 neu zu besetzende Arbeitsstellen (-181 Stellen im Vergleich zum Vormonat). Damit befanden sich zuletzt 4.122 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agenturen für Arbeit. Das produzierende Gewerbe suchte Mitarbeiter für 884 Arbeitsstellen. Im Berufssegment Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit waren 881 Stellen vakant. Im Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung wurde im September 2020 Personal für 713 Stellen nachgefragt.

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die neuen Daten zur Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigen: Zu Beginn der Corona-Pandemie war im Bezirk der Agentur für Arbeit ein Beschäftigungsplus zu verzeichnen. So erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort in den Landkreisen Freising, Erding, Ebersberg und Dachau zwischen März 2019 und März 2020 auf insgesamt 218.456 Beschäftigte. Das entspricht einem Zuwachs von 3.242 Beschäftigten bzw. von 1,5 Prozent. Dabei stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen März 2019 und März 2020 absolut betrachtet am stärksten im Wirtschaftsbereich Verkehr und Lagerei: Hier ist ein Plus von 2.018 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten oder 5,3 Prozent zu verzeichnen. Die ungünstigste Entwicklung ergab sich im Wirtschaftsbereich Information und Kommunikation: Hier wurden im März 2020 1.085 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte weniger gezählt als im März 2019. Das entspricht einem Rückgang von 14,4 Prozent in dieser Branche.

 

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in den Landkreisen

Betrachtet man die vier Landkreise jeweils für sich genommen, sind folgende Entwicklungen zu verzeichnen:

 

Landkreis Freising

Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Arbeitslosen sank im Landkreis Freising im September 2020 im Vergleich zum Vormonat um 140 Personen auf insgesamt 3.434 Personen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Im September 2019 lag sie bei 2,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen sank um 0,7 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Im September 2019 errechnete sich bei den Jugendlichen eine Quote von 2,3 Prozent.

Personalnachfrage: Bei den Arbeitsvermittlern im Arbeitgeber-Service meldeten die Unternehmen zuletzt 182 neue Stellenangebote für den Landkreis Freising (-113 Stellen im Vergleich zum August 2020). Damit waren im September 2020 insgesamt 1.294 bei der Agentur für Arbeit Freising gemeldete Stellen vakant.

Realisierte Kurzarbeit: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde im Landkreis Freising in 564 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 5.410 Männer und Frauen. Im April 2020 wurde in 1.201 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 16.438 Mitarbeiter.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Freising ist von März 2019 auf März 2020 um 1.267 Beschäftigte bzw. um 1,5 Prozent auf insgesamt 85.707 Beschäftigte gestiegen. Die stärksten Zuwächse absolut hatte dabei der Wirtschaftsbereich Verkehr und Lagerei zu verzeichnen. Am ungünstigsten stellte sich die Entwicklung im Bereich Information und Kommunikation dar.

 

Landkreis Erding

Arbeitslosigkeit: Die Agentur für Arbeit Erding zählte zu Beginn des Herbstes 2.303 Arbeitslose, 179 Personen weniger als im August 2020. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,2 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Im September 2019 lag sie bei 1,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen sank um 0,7 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Im September 2019 errechnete sich bei den Jugendlichen eine Quote von 1,7 Prozent.

Personalnachfrage: Die Arbeitgeber meldeten den Arbeitsvermittlern der Agentur für Arbeit zuletzt 134 zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis Erding (-71 Stellen im Vergleich zum Vormonat). Insgesamt befanden sich im September 2020 damit 703 Arbeitsangebote im Stellenpool der Erdinger Arbeitsagentur.

Realisierte Kurzarbeit: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde im Landkreis Erding in 450 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 4.907 Männer und Frauen. Im April 2020 wurde in 883 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 11.783 Mitarbeiter.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Erding ist von März 2019 auf März 2020 um 367 Beschäftigte bzw. um 0,8 Prozent auf insgesamt 46.355 Beschäftigte gestiegen. Nach Branchen betrachtet hatte dabei das Gesundheitswesen absolut die stärksten Zuwächse zu verzeichnen. Am ungünstigsten stellte sich die Entwicklung im Bereich Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur Kfz) dar.

 

Landkreis Dachau

Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Arbeitslosen sank im Landkreis Dachau im September 2020 im Vergleich zum Vormonat um 123 Personen auf insgesamt 2.727 Personen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Im September 2019 lag sie bei 1,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen sank um 0,9 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Im September 2019 errechnete sich bei den Jugendlichen eine Quote von 2,1 Prozent.

Personalnachfrage: Die Unternehmen der Region informierten den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit im September 2020 über 91 neu zu besetzende Arbeitsstellen im Landkreis (-48 Stellen im Vergleich zum Vormonat). Damit waren im September 2020 insgesamt 910 bei der Dachauer Arbeitsagentur gemeldete Stellen vakant.

Realisierte Kurzarbeit: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde im Landkreis Dachau in 478 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 2.720 Männer und Frauen. Im April 2020 wurde in 1.062 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 8.735 Mitarbeiter.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Dachau ist von März 2019 auf März 2020 um 1.118 Beschäftigte bzw. um 2,6 Prozent auf insgesamt 44.498 Beschäftigte gestiegen. Die stärksten Zuwächse absolut hatte dabei der Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur Kfz) zu verzeichnen. Am ungünstigsten stellte sich die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe – dort insbesondere in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie – dar.

 

Landkreis Ebersberg

Arbeitslosigkeit: Die Agentur für Arbeit Ebersberg zählte zu Beginn des Herbstes 2.128 Arbeitslose, 110 Personen weniger als im August 2020. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent. Im September 2019 lag sie bei 1,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen sank um 0,6 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Im September 2019 errechnete sich bei den Jugendlichen eine Quote von 1,7 Prozent.

Personalnachfrage: Im September 2020 wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Ebersberg 217 neu zu besetzende Stellen gemeldet (+51 Stellen im Vergleich zum Vormonat). Insgesamt befanden sich im September 2020 damit 1.215 Arbeitsangebote im Stellenpool der Ebersberger Arbeitsagentur.

Realisierte Kurzarbeit: Zu Beginn der Pandemie im März 2020 wurde im Landkreis Ebersberg in 426 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 3.273 Männer und Frauen. Im April 2020 wurde in 928 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 10.369 Mitarbeiter.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Ebersberg ist von März 2019 auf März 2020 um 490 Beschäftigte bzw. um 1,2 Prozent auf insgesamt 41.896 Beschäftigte gestiegen. Die stärksten Zuwächse absolut hatte dabei der Wirtschaftsbereich Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (ohne Arbeitnehmerüberlassung) ** zu verzeichnen. Am ungünstigsten stellte sich die Entwicklung im Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur Kfz) dar.

 

 

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personen- und Berufsbezeichnungen gelten gleichermaßen für jedwedes Geschlecht.

 

** Der Wirtschaftsbereich Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (ohne Arbeitnehmerüberlassung) umfasst beispielsweise Reisebüros, Reiseveranstalter, Wach- und Sicherheitsdienste, Gebäudebetreuung, Messe-, Ausstellungs-, Kongressveranstalter, Sekretariats- und Schreibdienste, Callcenter.