Die Beauftragten für Chancengleicheit der Agentur für Arbeit Fürth

     

Optimale Startposition für beruflichen Wiedereinstieg finden

Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der Agentur für Arbeit Fürth - Ein Interview mit Susanne Wissner und Carina Verhülsdonk

 

Wer sucht bei Ihnen Rat und worum geht es meistens?

Wissner: „Zu uns kommen überwiegend Frauen. Der Anteil der Männer ist verschwindend gering. Eine große Rolle spielt der berufliche Wiedereinstieg auch nach längerer Unterbrechung. Häufig sind es Rückkehrerinnen, die nach zehn Jahren und mehr Familienzeit wieder arbeiten möchten. Wir haben aber auch Mütter, die möglichst bald wieder in das Erwerbsleben müssen oder die für den beruflichen Wiedereinstieg erst einmal eine Qualifizierung oder Ausbildung möglichst in Teilzeit benötigen.“

Was ist Ihnen für Ihre Kundinnen wichtig?

Wissner: „Wir wollen unseren Ratsuchenden nützliche Informationen und konkretes Handwerkszeug mitgeben. Am Ende des Tages wollen wir bestmögliche Hilfe zur Selbsthilfe geben. Denn der berufliche Wiedereinstieg ist für viele unserer Kundinnen eine große Herausforderung.“

Verhülsdonk: „Das beginnt nicht selten bei Bedenken, was eigene Kompetenzen und Fähigkeiten angeht. Frauen, die länger aus dem Beruf sind, sehen, dass sich die Arbeitswelt verändert hat und das kann Ängste erzeugen. Da ist uns das persönliche Gespräch besonders wichtig. Diese direkte individuelle Beratung ist in unserer Funktion eine Besonderheit der Agentur für Arbeit Fürth.“

Welchen Nutzen habe ich von Ihrer Beratung?

Verhülsdonk: „Gemeinsam mit unseren Kundinnen wollen wir eine optimale Startposition auf dem Weg zurück in den Beruf finden. Wir erarbeiten im Gespräch persönliche Kompetenzen und Bedürfnisse. Dazu ermitteln wir Anforderungen des Arbeitsmarkts und sofern sinnvoll, Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung zur Erhöhung der Erfolgschancen.“

Wissner: „Darüber hinaus besprechen wir, was eventuell noch organisiert werden muss. Im Ergebnis sollte ein persönliches Profil stehen, anhand dessen nach einer möglichst bedarfsgerechten Beschäftigung gesucht wird. Dabei nutzen wir unsere weitreichenden Möglichkeiten als Arbeitsagentur und unser großes Netzwerk in der Metropolregion.“

Verhülsdonk: „Dieses Netzwerk ist unverzichtbar, wenn es etwa um Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen geht. Hier helfen wir mit direkten Kontakten weiter.“

Muss ich denn arbeitslos gemeldet sein, um Ihre Beratung nutzen zu können?

Wissner:  „Nein! Wir haben eine offene Sprechstunde. Jeder Interessierte kann bei uns ganz unverbindlich einen Beratungstermin vereinbaren.“

…und ich muss zu Ihnen in die Arbeitsagentur kommen?

Wissner: „Nicht unbedingt. Wir sind auch häufig dort, wo sich unsere Kundinnen treffen, wie etwa in Mütterzentren oder Familienstützpunkten.“

Verhülsdonk: „Wir tun das auch, weil wir wissen, dass Menschen durchaus Hemmschwellen gegenüber Behörden haben. Diese wollen wir möglichst abbauen, indem wir auch vor Ort beraten“

Was glauben Sie, wo künftige Herausforderungen Ihrer Arbeit liegen könnten?

Verhülsdonk: „Angesichts von Digitalisierung und fortschreitender Flexibilisierung der Arbeitswelt sehen wir die Wahrscheinlichkeit als hoch, dass wir sehr flexibel und Individuell agieren müssen.“

Wissner: „Die Grenzen zwischen Frei- und Arbeitszeit werden noch mehr als bisher verwischen. Dabei wird der Trennung von Familie und Arbeit eine besondere Bedeutung zukommen, auf die wir uns künftig einstellen müssen.“


Ihre Susanne Wissner und Carina Verhülsdonk

Vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Jürgen Wursthorn, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Fürth.