25.09.2020 | Presseinfo Nr. 29

Arbeitslosengeld: Ohne Identitätsprüfung droht Einstellung der Leistungen

Seit Mitte Juli können sich Kundinnen und Kunden der Agenturen für Arbeit für ihre Arbeitslosmeldung auch online ausweisen. Das ist unkompliziert und ersetzt die persönliche Vorsprache in der Arbeitsagentur.

Um einer Einladung, die ausschließlich zur Identitätsprüfung dient, entgegenzuwirken, appelliert die Agentur für Arbeit Gelsenkirchen, die App zeitnah nach der Arbeitslosmeldung zu nutzen.

Gesetzlich vorgesehen wird durch §141 des Sozialgesetzbuchs III für die Identifikation zwar ein persönlicher Besuch in der Arbeitsagentur. Doch eine Ausnahmeregelung in Folge der Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie hat der Bundesagentur für Arbeit die Einführung der Online-Identifikation für einen befristeten Zeitraum gestattet. Dieser Zeitraum wurde nun bis zum 31. Dezember verlängert.

„Wir wollen es vermeiden jeden unserer Kunden nur zur Identifikation einladen zu müssen“, sagt Frank Thiemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. „Deswegen appellieren wir dringend auch unser Online-Verfahren zu nutzen.“

Thiemann sagte, für ihn sei es wichtig, dass Kundinnen und Kunden der Arbeitsagenturen sich schnell und unkompliziert ausweisen können: „Zum einen ist da natürlich das weiter bestehende Infektionsrisiko für unsere Kundinnen und Kunden. Wenn es möglich ist, Wege in der Öffentlichkeit zu vermeiden, ist das alleine schon gut. Darüber hinaus hat es sich aber auch gezeigt, dass viele Menschen die Möglichkeit, sich unkompliziert durch mobile Endgeräte wie ein Handy oder Tablet auszuweisen, einfach für zeitgemäß halten. Die Online-Identifikation hat sich absolut bewährt und ist zukunftsweisend“.

Wichtig sei dabei die Freiwilligkeit der Teilnahme: „Wer sich dafür entscheidet, kann sich zu einem Zeitpunkt seiner Wahl - faktisch rund um die Uhr - und ohne persönliches Erscheinen in einer Agentur für Arbeit ausweisen“, sagte Thiemann. „Das Verfahren, das wir dazu nutzen, ist zudem absolut sicher. Der Schutz der persönlichen Daten unserer Kundinnen und Kunden hat für uns selbstverständlich allerhöchste Priorität.“ Rund ein Drittel der Menschen, die sich in den vergangenen Monaten arbeitslos gemeldet haben, hätten bislang Selfie-Ident genutzt, sagte Thiemann: „Wir freuen uns, wenn noch mehr Menschen der neuen Alternative Vertrauen entgegenbringen.“

Kundinnen und Kunden werden angeschrieben und informiert

Kundinnen und Kunden, die sich arbeitslos melden, werden per Post über das Selfie-Ident-Verfahren und den technischen Zugang informiert.

Dazu laden Kundinnen und Kunden eine App auf ihr mobiles Endgerät, ob Smartphone oder Tablet. Nach der Anmeldung bei den eServices der Bundesagentur für Arbeit wird man weitergeleitet zur Webseite der Nect GmbH, die die Identifikation für die Agenturen für Arbeit durchführt.

Die Teilnahme am Selfie-Ident-Verfahren ist freiwillig. Sollten sich Kundinnen und Kunden dagegen entscheiden, erhalten sie zu einem späteren Zeitpunkt ein Anschreiben mit der Einladung zu einem Termin, um sich persönlich in ihrer Agentur für Arbeit zu identifizieren.

Schutz der persönlichen Daten garantiert

Die Bundesagentur für Arbeit garantiert gemeinsam mit dem Partnerunternehmen die sichere Verarbeitung der personenbezogenen Daten. Kooperationspartner ist das Hamburger Unternehmen Nect GmbH. Informationen zum Datenschutz des Kooperationspartner und auch zum Ablauf des Selfie-Ident-Verfahrens sind unter https://nect.com/products/ zu finden.

Allgemeine Informationen zur persönlichen Identifizierung mit Selfie-Ident erhalten Sie hier.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Online-Identifikation finden Sie hier.