29.10.2020 | Presseinfo Nr. 66

Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich weiter

• Arbeitslosenquote sinkt im Oktober um 0,1 Prozent auf nun 5,1 Prozent
 
• 449 Arbeitslose weniger als im Vormonat, 3077 mehr als im Oktober 2019
 
• Lage beim Stellenbestand und –zugang bessert sich weiter, Bestand liegt jedoch weiter deutlich unter dem Niveau des Vorjahres
 
• Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit weiter rückläufig und Anzahl betroffener Personen sinkt auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Corona-Krise
 
 

Der Oktober hat eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt mit sich gebracht. Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen zurückgegangen. 19051 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,1 Prozent, 0,1 Prozent niedriger als im Vormonat September. Damals waren noch 449 Menschen mehr registriert.

3077 Arbeitslose waren im Oktober des Vorjahres weniger verzeichnet. Die Quote betrug seinerzeit 4,3 Prozent.

„Für den Arbeitsmarkt ist die derzeitige Situation eine Herausforderung“, so Eckart Schäfer, Leiter der Gießener Arbeitsagentur, zu den jetzt veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen. „Zwar hat sich die Situation weiter entspannt, die Arbeitslosigkeit ist gesunken und alle Personengruppen haben vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert. Jedoch ist nicht absehbar, welche Entwicklung die Pandemie in der Zukunft mit sich bringt und welche Auswirkungen dies auf die Unternehmen haben wird. Festzuhalten ist, dass sich das Kurzarbeitergeld erneut zur Abfederung von wirtschaftlichen Härten bewährt hat.“

Kurzarbeit

Im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur haben im Oktober 62 Betriebe eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Dies entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat und einem sehr niedrigen Wert gegenüber April. Die Anzahl der in den Anzeigen betroffenen Personen erreichte einen Tiefststand seit Beginn der Corona-Pandemie und Erhebung der Fallzahlen im März. 526 Personen* wurden im jetzt abgelaufenen Monat gemeldet. Seit Jahresbeginn haben insgesamt 7061 Betriebe eine entsprechende Anzeige gestellt. Bis zu 80921 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Menschen* sind oder waren davon betroffen.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung ist im abgelaufenen Monat gegenüber dem Vormonat September gesunken. Danach lag die Zahl der Menschen gemäß der „Unterbeschäftigten im engeren Sinne“ bei 25392 Personen. Ein Jahr zuvor waren noch 2532 Personen weniger verzeichnet.

Gemeldete Stellen

Der Stellenmarkt hat sich weiter erholt. Arbeitgeber haben wieder mehr neue, unbesetzte Arbeitsstellen gemeldet und das Vorjahresniveau erreicht. Beim Stellenbestand zeichnet sich zwar ebenfalls eine Erholung ab, die jedoch wesentlich langsamer verläuft.

Den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Monat insgesamt 1300 neue Stellen. Dies waren vier Stellen mehr als im Oktober des Vorjahres.

Der Stellenbestand hat spürbar zugelegt. Im jetzt abgelaufenen Monat wurde ein Bestand von 5162 Arbeitsstellen registriert. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat von genau 1478 Stellen oder gut 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Männer und Frauen

Geschlechtsspezifisch hat sich die Zahl der Arbeitslosen positiv entwickelt. Im Oktober waren weniger Männer und Frauen erwerbslos gemeldet als im September.

Im Gießener Bezirk waren im Oktober 11030 Männer erwerbslos gemeldeten. 227 männliche Erwerbslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 und liegt nun bei 5,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 1933 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,6 Prozent.

Im jetzt abgelaufenen Monat waren bei der Arbeitsagentur Gießen 8021 Frauen arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 222 mehr. Die Arbeitslosenquote der Frauen sank um 0,1 auf nun 4,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 1144 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 3,9 Prozent.

Besondere Personengruppen

Im Oktober haben Ältere und Jüngere vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert.

Bei der Arbeitsagentur Gießen waren 1846 junge Menschen unter 25 Jahren registriert. 229 Jugendliche weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ging um 0,6 Prozentpunkt zurück und lag danach bei 4,5 Prozent. Im Oktober des Vorjahres waren 347 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, weniger registriert. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent.

5919 Ältere waren im Oktober im Gießener Agenturbezirk insgesamt gemeldet, 44 weniger als noch im Vormonat September. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei nun 4,5 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 687 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,1 Prozent.

Regionale Unterschiede

Die regionale Entwicklung der Arbeitslosigkeit war im Oktober durchweg positiv. In allen zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehörenden Landkreise ist die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen. Erneut am deutlichsten im Landkreis Gießen

Im Kreis Gießen waren im Oktober insgesamt 8767 Menschen erwerbslos gemeldet, 268 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 auf nun 5,9 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,2 Prozent. Damals waren 1149 Menschen weniger registriert. 29 Betriebe haben im Oktober eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der insgesamt bis zu 408 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis September hinzu, sind im Landkreis Gießen 2745 Betriebe und bis zu 33760 Personen* betroffen.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um 98 Personen auf jetzt 8033 gesunken. Die Quote ging um 0,1 zurück und liegt nun bei 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1702 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent. 24 Betriebe haben im Oktober eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 103 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis September hinzu, sind im Wetteraukreis 3285 Betriebe und bis zu 35124 Personen* betroffen.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im Oktober gesunken. 2251 Personen waren arbeitslos gemeldet, 83 Personen weniger als noch im September. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei 3,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 226 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,5 Prozent. Neun Betriebe haben im Oktober eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 15 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis September hinzu, sind im Vogelsbergkreis 1031 Betriebe und bis zu 12037 Personen* betroffen.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)

Ein positives Bild zeichnete sich im Oktober bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach den Rechtskreisen (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur und nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter) ab. Erneut sank die Zahl der Erwerbslosen in beiden Bereichen.

Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Oktober 8172 Personen gemeldet, 336 weniger als im Vormonat September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 2297 Personen höher.

Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 113 Personen auf nun 10879. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 780 Personen weniger geführt.

Das Jobcenter Gießen betreute im Oktober 5650 Arbeitslose, 148 Personen weniger gegenüber September.

Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4075 Arbeitslose gemeldet, 54 Personen mehr als im Vormonat September.

Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1154 Arbeitslose im Oktober betreut, 19 weniger als im September.

* Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit sowie die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind.