29.01.2021 | Presseinfo Nr. 7

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

• Arbeitslosenquote steigt im Januar um 0,3 auf nun 5,2 Prozent

• 1015 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 2163 mehr als im Januar 2020

• Im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlicher Rückgang beim Stellenzugang und -bestand

• 2665 kurzarbeitende Betriebe haben im Januar einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld gestellt und bewilligt bekommen

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen gestiegen. Im Januar waren insgesamt 19414 Menschen registriert. 1015 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 auf nun 5,2 Prozent.

Im Januar des Vorjahres waren 2163 Personen weniger verzeichnet. Damals lag die Quote bei 4,7 Prozent.

„Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat ist im Januar üblich. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt er sogar etwas geringer aus“, kommentiert der Leiter der Arbeitsagentur Gießen, Eckart Schäfer. „Jedoch liegt auch das Niveau seit Beginn der Corona-Pandemie höher, als die Jahre zuvor. Männer und Frauen sowie Jüngere und Ältere, alle Personengruppen sind von dem Anstieg betroffen. Die vergleichsweise niedrigen Stellenzugänge lassen darauf schließen, dass manch ein Arbeitgeber weniger optimistisch in das Jahr gestartet ist. Möglicherweise unbegründet. Bisher ist der Arbeitsmarkt unserer Region im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlich stark betroffen. Das Instrument Kurzarbeit greift und hilft Betrieben und Unternehmen ihre Belegschaft zu halten.“

Kurzarbeit

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen haben 2665 kurzarbeitende Betriebe im Januar einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld (KuG) gestellt und auch bewilligt bekommen. Das waren 159 betroffene Betriebe mehr als im Dezember. Darüber hinaus wurden 330 Anträge auf Auszahlung von Saison-Kurzarbeitergeld gestellt, die auch bereits bearbeitet wurden.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Menschen in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist im Januar gestiegen. 25876 Menschen waren registriert, 581 mehr als noch einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren noch 1879 Personen weniger verzeichnet.

Gemeldete Stellen

Der Rückgang bei den neu gemeldeten Stellen fällt stärker aus als im Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Gleiches trifft auf den Bestand zu.

Den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Monat insgesamt 872 neue Stellen. Dies waren 348 Stellen weniger als im Januar des Vorjahres. Dies entspricht einem Rückgang von gut 25 Prozent.

Der Stellenbestand war ebenfalls niedriger als im Vorjahresmonat. Im Januar wurde ein Bestand von 4935 Arbeitsstellen registriert. 934 Stellen oder gut 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Männer und Frauen

Nach Geschlechtern betrachtet hat sich die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen sehr ähnlich entwickelt. Ein Anstieg wurde auf beiden Seiten verzeichnet. Männer waren nominal und prozentual etwas stärker betroffen.

Im Januar waren im Gießener Bezirk 11316 Männer arbeitslos gemeldet. 611 männliche Erwerbslose mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 und lag danach bei 5,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 1172 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 5,2 Prozent.

Bei der Arbeitsagentur Gießen waren im jetzt abgelaufenen Monat 8098 Frauen arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 404 weniger. Die Arbeitslosenquote der Frauen stieg um 0,2 auf jetzt 4,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 991 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 4,1 Prozent.

Besondere Personengruppen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen und Älteren liegt im saisonüblichen und noch moderaten Bereich.

Bei der Arbeitsagentur Gießen waren im jetzt abgelaufenen Monat 1750 junge Menschen unter 25 Jahren registriert. 81 Jugendliche mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozent auf nun 4,3. Im Januar des Vorjahres waren 205 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, weniger registriert. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent.

Im Januar waren im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur 6194 Ältere gemeldet, 361 mehr als noch im Vormonat Dezember. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 auf nun 4,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 648 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,3 Prozent.

Regionale Unterschiede

Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Landkreisen die zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehören, wurde überall ein Anstieg verzeichnet.

Im Kreis Gießen waren im Januar insgesamt 8893 Menschen erwerbslos gemeldet, 419 Arbeitslose mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 auf nun 6,0 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,7 Prozent. Damals waren 677 Menschen weniger registriert.

Im Wetteraukreis hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 428 Personen auf jetzt 8109 erhöht. Die Quote stieg um 0,3 und liegt nun bei 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1335 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,0 Prozent.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im Januar gestiegen. 2412 Personen waren arbeitslos gemeldet, 168 Personen mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 und lag danach bei 4,1 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 151 Erwerbslose weniger gemeldet. Damals wurde eine Quote von 3,9 Prozent verzeichnet.

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)

Eine Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen zeigt, dass bei der Arbeitslosenversicherung (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur) und der Grundsicherung (nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter) die Zahl der Betroffenen gestiegen ist.

Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Januar 8587 Personen gemeldet, 572 mehr als im Vormonat Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 1684 Personen höher.

Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen stieg um 443 Personen auf nun 10827. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 479 Personen weniger geführt.

Das Jobcenter Gießen betreute im Januar 5587 Arbeitslose, 208 Personen mehr gegenüber Dezember.

Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4048 Arbeitslose gemeldet, 191 Personen mehr als im Vormonat Dezember.

Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1192 Arbeitslose im Januar betreut, 44 mehr als im Dezember.