10.05.2019 | Presseinfo Nr. 43

Tipps zur Rückkehr in den Beruf von der Expertin

• Interview mit der Wiedereinstiegsberaterin Angela Christiane Meyer-Fenderl

• Unverbindliche Kontaktaufnahme ist auch möglich

Mit dem Gedanken in den Beruf zurück zu kehren spielen viele, die ihre Kinder betreut oder Familienangehörige gepflegt haben. Doch die damit verbundenen Fragen lassen sich ohne Unterstützung nur schwer beantworten. Wir haben daher mit einer Expertin gesprochen, die Frauen und auch Männer bei dem Wiedereinstig ins Berufsleben unterstützt. Die Wiedereinstiegsberaterin der Arbeitsagentur, Angela Christiane Meyer-Fenderl, hat jetzt in einem Interview wichtige Tipps genannt.

 

Frau Meyer-Fenderl, ist es notwendig Menschen, die vielleicht mehrere Jahre aus dem erlernten Beruf draußen sind, für die Berufsrückkehr zu gewinnen? Dadurch erhöht sich doch die Zahl der Arbeitslosen.

Meyer-Fenderl: Die Arbeitsagentur hat den gesetzlichen Auftrag, für einen Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen. Wenn sich beispielsweise eine Frau aufgrund unserer Beratung arbeitssuchend meldet, erhöht dies auch die Anzahl der Arbeitslosen, ja. Uns geht es aber in der Beratung um zwei Dinge. Einerseits die Unterstützung von Menschen, die wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen möchten. Und auf der anderen Seite um Arbeitgeber, die ihren Fachkräftebedarf decken möchten oder vielmehr müssen. Allerdings bieten wir auch unverbindliche Beratungen an, ohne das die Fragenden sich arbeitssuchend melden müssen.

 

Was ist die größte Herausforderung bei der Rückkehr in den Beruf?

Meyer-Fenderl: Für viele Frauen, Männer sind selten betroffen, ist die Suche nach einem passenden Ansprechpartner für dieses Thema die erste Herausforderung. Allein zu wissen, dass es spezielle Ansprechpartner gibt, die neutral, kostenfrei und unverbindlich informieren und beraten, ist leider noch zu wenig bekannt. Viele sprechen mit ihrem Umfeld zu wenig über dieses Thema.

 

Wenn die Interessierten dann den Weg zu Ihnen, der Arbeitsagentur, gefunden haben, wie geht es dann weiter?

Meyer-Fenderl: Die Mehrzahl ist unsicher. Viele denken, da sie bereits lange Zeit aus ihrem erlernten Beruf „raus“ sind, sie hätten wenig verwertbare Qualifikationen für das Berufsleben vorzuweisen. Aber das ist nicht richtig. Bei der Kindererziehung oder der Pflege von Familienangehörigen werden einige Kompetenzen entwickelt, die auch im Beruf gefragt sind. Beispielsweise Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, etc.. An dieser Stelle setzt unsere Beratung an. Wir bieten Berufsorientierung, berichten über die aktuelle Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt und sprechen auch über Fördermöglichkeiten. Und das ist nur ein Teil des Themenfeldes.

 

In welcher Form bieten Sie diese Beratungen an?

Meyer-Fenderl: Wir bieten eine große Bandbreite. Gruppengespräche und Workshops, Veranstaltungen mit anschließendem Firmenbesuch, bei dem man bei Interesse direkt die Bewerbungsunterlagen abgeben kann, Qualifizierungsangebote, Telefonsprechstunden, Gesprächsrunden in Mütterzentren und Kindergärten, bis zum individuellen Einzelgespräch.

 

Welche Tipps geben Sie Interessierten?

Meyer-Fenderl: Vorhandene Netzwerke im privaten Umfeld nutzen, sich bei beispielsweise EDV-Programmen und der Arbeitsmarktentwicklung auf dem Laufenden halten sowie Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. 

 

 

 

 

Zusatzinfos

Die Wiedereinstiegsberaterinnen bieten am 21. Mai ab 9 Uhr den dreistündiger Workshop „Körpersprache und Ausstrahlung beim Vorstellungsgespräch“ in der Agentur für Arbeit in Gießen, Nordanlage 60, an. Referent ist Tom Gerritz, Auftritts-Coach und Improschauspieler.

Die monatliche Sprechstunde ist immer am ersten Donnerstag im Monat ab 10 Uhr in der Arbeitsagentur Gießen, Nordanlage 60.

 

Die Wiedereinstiegsberaterinnen suchen den Kontakt zu Frauen und Männer, die bisher noch nicht mit der Agentur für Arbeit in Kontakt stehen. Eine Kontaktaufnahme ist möglich unter giessen.wiedereinstieg@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 0641 9393-450.