30.07.2020 | Presseinfo Nr. 53

Leichter saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit

• Arbeitslosenquote steigt leicht auf 5,4 Prozent
 
• 421 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 3346 Arbeitslose mehr als im Juli 2019
 
• Saisonüblicher Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit nach Schul- und Ausbildungsende
 
• 101 mehr Stellenzugänge als im Vormonat
 
• Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit im Juli erneut niedrig
 

Im Juli waren im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen 20150 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 421 Arbeitslose mehr im Vergleich zum Vormonat Juni. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkt auf 5,4 Prozent. Saisonüblich steigt im Monat Juli die Zahl der Erwerbslosen an. Im Vorjahr stieg die Anzahl der Erwerbslosen im Juli um 655 Personen an.

Im aktuellen Berichtsmonat waren 3346 mehr Personen arbeitslos gemeldet als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Vorjahresmonat Juli noch bei 4,5 Prozent.

 

„Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli, nach einer Stagnation im Vormonat, erneut leicht angestiegen“, kommentiert Björn Krienke, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Gießen. „Ein Anstieg im Monat Juli kann jedoch als saisonüblich bezeichnet werden. Neben den Menschen, die aufgrund der aktuellen Entwicklung ihren Arbeitsplatz verloren haben, meldeten sich auch junge Menschen, die nach Schul- oder Ausbildungsende noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben“, so Krienke weiter.

„Es ist sehr erfreulich, dass in unserem Bezirk im Juli mehr Ausbildungsstellen als vor einem Jahr gemeldet waren. Auch stieg die Anzahl der gemeldeten Arbeitsstellen, den zweiten Monat in Folge, leicht an. Es ist jedoch zu früh, daraus eine Tendenz abzuleiten. Wir müssen die Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten beobachten, um die Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt beurteilen zu können“, ergänzt Krienke.

 

Kurzarbeit

Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen haben 131 Betriebe im Monat Juli eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Bis zu 2730 Beschäftigte* waren davon betroffen. Die Anzahl der neu gestellten Anzeigen ist somit weiter rückläufig.

Seit April haben 6283 Betriebe eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Bis zu 69848 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Personen* wurden darin gemeldet.

 

Unterbeschäftigung

Die Anzahl der Menschen in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist um 396 Personen auf 26188 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr waren noch 2563 Menschen weniger als Unterbeschäftigte registriert.

 

Gemeldete Stellen

Die Meldung von neuen Arbeitsstellen hat in den vergangenen zwei Monaten wieder leicht zugenommen. Im Juli meldeten Arbeitgeber den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau 1048 neue Arbeitsstellen. Das waren 101 Stellen mehr im Vergleich zum Monat Juni. Der Stellenzugang blieb jedoch mit 310 Stellen oder 22,8 Prozent unter dem Vorjahreszugang.

Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen ist seit April kontinuierlich rückläufig. 4940 Arbeitsstellen sind im Monat Juli gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 1648 oder 25 Prozent gegenüber dem Monat Juli 2019.

Seit Beginn des Berichtsjahres für den Ausbildungsmarkt im Oktober vergangenen Jahres waren im aktuellen Berichtsmonat Juli 3776 Berufsausbildungsstellen im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gemeldet. Das waren 55 Ausbildungsstellen mehr gegenüber dem Vorjahr. 

 

Männer und Frauen

Von dem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli waren Frauen stärker betroffen als Männer.

11675 Männer waren im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen arbeitslos gemeldet. Das waren 157 mehr im Vergleich zum Vormonat Juni und 2090 mehr gegenüber dem Vorjahresmonat Juli. Die Arbeitslosenquote betrug im aktuellen Berichtsmonat Juli 5,9 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,9 Prozent.

Im Juli waren 8474 Frauen arbeitslos registriert. Im Juni waren es noch 264 Frauen weniger. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 1255 Frauen mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Juli betrug 4,8 Prozent. Im Juli des Vorjahres lag die Quote bei 4,1 Prozent. 

 

Besondere Personengruppen

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren ist saisonüblich im Monat Juli angestiegen. Nach Schul- und Ausbildungsende melden sich die jungen Menschen arbeitslos, die noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben.

Im Juli waren im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur 2226 junge Menschen erwerbslos gemeldet. Das waren 181 mehr im Vergleich zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote betrug 5,5 Prozent. Der Anstieg von Juni auf Juli vergangenes Jahr betrug 280. Obwohl der saisonübliche Anstieg nicht so stark ausfiel wie im Vorjahr, so waren jedoch im abgelaufenen Monat 275 junge Menschen mehr erwerbslos gemeldet als im Juli 2019. Die Arbeitslosenquote betrug seinerzeit 4,8 Prozent.

Im Gießener Agenturbezirk waren im Juli 5983 Ältere gemeldet, 54 mehr als noch im Vormonat Juni. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren 726 Ältere mehr registriert. Seinerzeit lag die Quote bei 4,1 Prozent.

 

Regionale Unterschiede

In allen drei Landkreisen Kreis Gießen, Wetteraukreis und Vogelsbergkreis stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat. Der stärkste Anstieg wurde im Kreis Gießen registriert.

Im Kreis Gießen waren im abgelaufenen Monat 9417 Menschen erwerbslos gemeldet, 254 Arbeitslose mehr im Vergleich zum Monat Juni.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,4 Prozent. Damals waren 1597 Menschen weniger registriert. 46 Betriebe haben im abgelaufenen Monat Juli eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von dieser insgesamt bis zu 870 Beschäftigte* betroffen waren. Seit April haben 2436 Betriebe für bis zu 29069 Beschäftigte* im Kreis Gießen Kurzarbeit angemeldet.

Im Wetteraukreis stieg die Anzahl der gemeldeten Erwerbslosen um 101 auf 8262 Personen an. Die Arbeitslosenquote betrug 4,9 Prozent.  Im Vorjahr waren 1543 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Seinerzeit betrug die Quote 4,0 Prozent.

70 Betriebe haben im Kreis Wetterau im Juni eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Für bis zu 1735 Beschäftigte* wurde Kurzarbeit angezeigt.

Seit April haben 2946 Wetterauer Betriebe für bis zu 30837 Beschäftigte* Kurzarbeit angezeigt.

Im Vogelsbergkreis waren im abgelaufenen Monat 2471 Personen als erwerbslos registriert, 66 Arbeitslose mehr im Vergleich zu Juni. Die Arbeitslosenquote betrug 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren 206 Arbeitslose mehr registriert. Die Quote betrug im Vorjahresmonat 3,9 Prozent.

Im Vogelsbergkreis haben im Monat Juli 15 Betriebe für bis zu 125 Beschäftigte* eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Seit April stellten 901 Betriebe für bis zu 9942 Beschäftigte* eine entsprechende Anzeige.

 

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)

Wie bereits im Monat Juni zeigte sich auch im abgelaufenen Monat Juli ein uneinheitliches Bild bei der Betrachtung der Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur und nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter).

Während die Anzahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Bewerbern stieg, wurde bei den Jobcentern ein Rückgang verzeichnet.

Der Anteil der Bewerber, die bei den Arbeitsagenturen gemeldet sind stieg erneut auf 43,7 Prozent.

Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Monat Juli 8804 Personen gemeldet, das war ein Zugang von 510 Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 2432 oder 38,2 Prozent mehr Personen als erwerbslos registriert.

Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 89 auf 11346. Ein Jahr zuvor waren noch 914 Personen weniger gemeldet.

Das Jobcenter Gießen betreute im Juli 6021 Arbeitslose, 11 Personen mehr gegenüber Juni.

Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4085 Personen erwerbslos gemeldet, 108 weniger als im Vormonat Juni.

Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1240 Arbeitslose im Juni betreut, 8 mehr als im Juni.

 

 

* Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit sowie die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind.