01.09.2020 | Presseinfo Nr. 56

Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit gehen zurück, Arbeitslosigkeit steigt moderat

• Arbeitslosenquote verharrt im August bei 5,4 Prozent
 
• 87 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 3541 mehr als im August 2019
 
• Stellenbestand und –zugang weiter zurückgegangen
 
• Neu-Anzeigen auf Kurzarbeit und Anzahl betroffener Personen sinkt bereits den vierten Monat in Folge
 
 

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur moderat gestiegen. Im August waren bei der hiesigen Agentur insgesamt 20237 Menschen erwerbslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber Juli von 87 Personen. Die Quote verharrte bei 5,4 Prozent.

Ein Jahr zuvor waren im August noch 3541 Arbeitslose weniger bei der Gießener Behörde registriert. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 4,5 Prozent.

"Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt zeigt sich aktuell weniger dynamisch als zuletzt“, so der Pressesprecher der Arbeitsagentur Gießen, Johannes Paul, zu den jetzt veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen. “Positiv ist, dass die Zahl der neu gemeldeten Anzeigen auf Kurzarbeit weiter sinkt und der Zugang an Arbeitslosen auf einem niedrigen Niveau ist. Dies spricht für besonnenes Handeln der Arbeitgeber in unruhigen Zeiten. Jedoch ist nach wie vor festzustellen, dass die Anzahl der Neueinstellungen niedrig ist. Davon sind vorwiegende die unter 25-jährigen betroffen und lässt die Zahl der Arbeitslosen insgesamt steigen.“

 

Kurzarbeit

Im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur haben im August 46 Betriebe eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Damit wurde jetzt die niedrigste Zahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Februar verzeichnet. Seit dieser Zeit haben insgesamt 6410 Betriebe eine entsprechende Anzeige gestellt. Bis zu 71348 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Menschen* sind oder waren davon betroffen.

 

Unterbeschäftigung

Im August ist die Zahl der Menschen in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne leicht gesunken. 26199 Menschen waren registriert, 84 weniger als noch einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren noch 2875 Personen weniger verzeichnet.

 

Gemeldete Stellen

Auch im August hat sich bestätigt, dass Arbeitgeber seit Beginn der Corona-Krise bei der Meldung neuer Arbeitsstellen zurückhaltend sind. Der Stellenbestand zeichnet dies ab.

Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen ist gegenüber dem Vormonat Juli gesunken. Erneut liegt dieser Wert deutlich unter den des Vorjahresmonats. Den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber im abgelaufenen Monat insgesamt 944 neue Stellen. Dies waren 529 Stellen oder gut 35 Prozent weniger als im August des Vorjahres.

Der Stellenbestand sinkt seit Beginn der Corona-Krise. Im jetzt abgelaufenen Monat wurde ein Bestand von 4862 Arbeitsstellen registriert. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat von genau 25 Prozent oder 1620 Stellen unter dem Vorjahreswert.

 

Männer und Frauen

Geschlechtsspezifisch hat sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich entwickelt. Während die Zahl der arbeitslosen Männer leicht gesunken ist, wurde bei den Frauen ein Anstieg verzeichnet.

Im Gießener Bezirk waren im August 11652 Männer erwerbslos gemeldeten. 23 männliche Erwerbslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 2166 Männer weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 4,8 Prozent.

Im August waren 8585 Frauen bei der Arbeitsagentur Gießen arbeitslos gemeldet. Einen Monat zuvor waren es noch 111 weniger. Die Arbeitslosenquote der Frauen stieg um 0,1 auf nun 4,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren damals 1375 Frauen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug seinerzeit 4,1 Prozent.

 

Besondere Personengruppen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben mittlerweile die älteren und auch jüngeren Arbeitslosen erreicht. Im August hat sich jeweils die Zahl derer erhöht.

Im abgelaufenen Monat waren insgesamt 2245 junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, registriert. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber Juli um 19 Personen. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,5 Prozent. Im August des Vorjahres waren 505 junge Menschen weniger gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent.

Im Gießener Agenturbezirk waren im jetzt abgelaufenen Monat insgesamt 6021 Ältere gemeldet, 38 mehr als noch im Vormonat Juli. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,6 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 723 ältere Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,1 Prozent.

 

Regionale Unterschiede

Auch im August zeichnete sich, wie bereits in den Monaten zuvor, ein uneinheitliches Bild bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Landkreisen ab. Während in den Landkreisen Gießen und im Vogelsbergkreis ein Rückgang verzeichnet wurde, ist die Arbeitslosigkeit im Wetteraukreis gestiegen.

Im Kreis Gießen waren im August insgesamt 9412 Menschen erwerbslos gemeldet, 5 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,5 Prozent. Damals waren 1467 Menschen weniger registriert. 29 Betriebe haben im August eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der insgesamt bis zu 422 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis Juli hinzu, sind im Landkreis Gießen 2486 Betriebe und bis zu 29737 Personen* betroffen.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im August um 142 Personen auf jetzt 8404 gestiegen. Die Quote erhöhte sich um 0,1 und lag danach bei 5,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1813 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,9 Prozent. Zehn Betriebe haben im August eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 250 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis Juli hinzu, sind im Wetteraukreis 3014 Betriebe und bis zu 31601 Personen* betroffen.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im August gesunken. 2421 Personen waren arbeitslos gemeldet, 50 Personen weniger als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei 4,2 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 261 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,7 Prozent. Sieben Betriebe haben im August eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 62 Beschäftigte* betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März bis Juli hinzu, sind im Vogelsbergkreis 910 Betriebe und bis zu 10010 Personen* betroffen.

 

Die beiden Rechtskreise (nach dem Sozialgesetzbuch II und III)

Bei einer Betrachtung nach den Rechtskreisen (nach dem Sozialgesetzbuch III; Arbeitsagentur und nach dem Sozialgesetzbuch II; Jobcenter) zeichnete sich im August ein uneinheitliches Bild. Während die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Bewerber stieg, wurde bei den Jobcentern ein Rückgang verzeichnet. Damit ist der Anteil der im SGB III geführten Bewerber nun auf über 44 Prozent angestiegen.

Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im August 8990 Personen gemeldet, 186 mehr als im Vormonat Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl derer damit heute um 2761 Personen höher.

Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 99 Personen auf nun 11247. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 780 Personen weniger geführt.

Das Jobcenter Gießen betreute im August 5926 Arbeitslose, 95 Personen weniger gegenüber Juli.

Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4116 Arbeitslose gemeldet, 31 Personen mehr als im Vormonat Juli.

Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1205 Arbeitslose im August betreut, 35 weniger als im Juli.

 

* Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit sowie die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind.