01.09.2020 | Presseinfo Nr. 40

Arbeitslosigkeit im August weiter gestiegen

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen
 

21 955 Frauen und Männer waren im August arbeitslos gemeldet

Arbeitslosenquote stieg auf 4,8 Prozent

5 803 offene Arbeitsstellen waren gemeldet

9 500 Anzeigen zu Kurzarbeit seit März

 

Die Arbeitslosigkeit ist im August im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen erneut gestiegen: Insgesamt waren im vergangenen Monat 21 955 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das ist ein Plus im Vergleich zu Juli um 838 Personen oder 4,0 Prozent. Gegenüber August 2019 waren
6 037 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 37,9 Prozent). Der Vorjahresvergleich verdeutlicht das Ausmaß der strukturellen und corona-bedingten Veränderungen. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg von 4,7 Prozent im Juli auf jetzt 4,8 Prozent (August 2019: 3,5 Prozent). 

Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 12 339 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut.

9 616 Personen waren in der Grundsicherung gemeldet und wurden von den Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.

Für die Monate März bis August liegen 9 500 Anzeigen von Betrieben oder Betriebsabteilungen zu Kurzarbeit vor. Davon könnten bis zu 160 500 Arbeitnehmer betroffen sein.

„Der Arbeitsmarkt im Bezirk wird weiter von den Einflüssen Strukturwandel, konjunkturelle Schwäche und Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmt. Zusätzlich kommt jetzt im August der saisonübliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer dazu. Und so lag die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat so hoch wie seit Februar 2010 nicht mehr. Allerdings gibt es auch kleine Lichtpunkte, die sich im Vorjahresvergleich zeigen: Die Zunahme der Arbeitslosigkeit flacht im Vergleich zum Vorjahr etwas ab. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie viele Ausbildungsverträge in den Unternehmen geschlossen werden und ob nach den Sommer- und Betriebsferien wieder mehr Personal eingestellt wird. Die Zahl der offenen Stellen stagniert nach einem sehr deutlichen Rückgang seit dem Frühjahr auf einem aktuell sehr niedrigen Niveau “, sagt Bettina Münz, stellvertretende Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur. Münz hatte die Agentur für Arbeit in der einmonatigen Übergangszeit geleitet, nachdem Thekla Schlör in die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit nach Nürnberg gewechselt war. Ihr folgt zum 1. September Karin Käppel als Vorsitzende der Geschäftsführung der Göppinger Arbeitsagentur nach. Damit ist die Geschäftsleitung wieder komplett.

 

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen

Landkreis Esslingen

Im Landkreis Esslingen waren im August insgesamt 14 237 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 522 Personen oder 3,8 Prozent mehr als im Juli, und 3 777 (plus 36,1 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent (Esslingen: 4,9 Prozent; Kirchheim: 4,6 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 4,0 Prozent und Nürtingen: 4,4 Prozent).
Im August 2019 lag sie bei 3,4 Prozent.

 

Landkreis Göppingen

Im Landkreis Göppingen waren im August insgesamt 7 718 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 316 mehr (plus 4,3 Prozent) als im Juli, und 2 260 (plus 41,4 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Der Landkreis Göppingen verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent (Geschäftsstelle in Göppingen: 5,3 Prozent; Geschäftsstelle in Geislingen: 5,5 Prozent). Im Vorjahr lag sie bei 3,8 Prozent.

 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Personengruppen

Im August waren 366 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren 87 Personen oder 31,2 Prozent mehr als vor einem Monat, und 26 Personen oder 7,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 2 646 Arbeitslose, 408 oder 18,2 Prozent mehr als im Vormonat, und 760 Personen oder 40,3 Prozent mehr als im August 2019.

Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist im Vergleich zu Juli um 92 (plus 1,4 Prozent) auf 6 891 Personen gestiegen. Das waren 1 621 Personen oder 30,8 Prozent mehr als im August 2019.         

4 893 Menschen waren im August seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren 236 Personen (plus 5,1 Prozent) mehr als im Vormonat, und 1 141 (plus 30,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen blieb unverändert und lag bei 1 015 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 120 schwerbehinderte Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 13,4 Prozent).

 

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben der Zahl der Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist gegenüber dem Vormonat um 612 Personen (plus 2,3 Prozent) gestiegen. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im August bei 26 904 Personen. Das waren
5 620 (plus 26,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

 

Angebot an Arbeitsstellen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im August 5 803 Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet. Gegenüber Juli sind das 91 Stellen weniger (minus 1,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 4 536 Stellen (minus 43,9 Prozent) weniger. Insgesamt wurden 1 553 Stellen neu gemeldet. Das waren 133 (minus 7,9 Prozent) weniger als im Juli, und 1 509 (minus 49,3 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

 

Ausbildungsstellenmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres wurden 5 619 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 5,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahlen sind mit 4 575 4,6 Prozent niedriger als im Vorjahr.

„Wir raten Unternehmen, auch in der Krise an der Ausbildung im eigenen Haus festzuhalten und sich so die Fachkräfte der Zukunft zu sichern. Jugendliche sollten unbedingt die Chancen nutzen, die dieses krisengeschüttelte Jahr dennoch für einen erfolgreichen Berufseinstieg bietet. Bis zum Ausbildungsbeginn ist aber nicht mehr viel Zeit, auch wenn viele Ausbildungen noch bis in den November hinein begonnen werden können. Es lohnt sich, jetzt richtig Gas zu geben und nochmal durchzustarten. In vielen attraktiven Ausbildungsberufen sind noch Stellen frei und auch „auf den letzten Metern“ werden noch Ausbildungsverträge unterschrieben“, weiß Münz. „Trödeln darf man jetzt aber nicht mehr“. Außerdem rät sie Bewerberinnen und Bewerbern, sich nicht auf einen einzigen Traumberuf festzulegen, sondern bei der Wahl ihres Ausbildungsberufs flexibel zu sein und sich auch auf Alternativen einzulassen. „Das und regionale Flexibilität erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Berufsstart“, so Münz.

 

Info

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hat für alle Fragen rund um Ausbildung, Schule und Überbrückungsmöglichkeiten eine Hotline eingerichtet, über die die Berufsberater und Berufsberaterinnen direkt angerufen werden können.

Unter 0711 / 93930 930 erhalten Kundinnen und Kunden der Geschäftsstellen Esslingen, Nürtingen und Leinfelden-Echterdingen von Dienstag bis Donnerstag zwischen 13:00 – 16:00 Uhr eine direkte Antwort auf ihre Fragen!

Unter 07161 / 9770 770 erhalten Kundinnen und Kunden der Geschäftsstellen Göppingen, Geislingen und Kirchheim von Dienstag bis Donnerstag zwischen 13:00 – 16:00 Uhr eine direkte Antwort auf ihre Fragen!

 

Zahl der Kurzarbeiter und kurzarbeitenden Betriebe

Die Zahlen zur angezeigten, also geplanten Kurzarbeit liegen der Agentur für Arbeit von März bis August als addierte Werte vor. Insgesamt zeigten in diesen sechs Monaten 9 500 Betriebe oder Betriebsabteilungen Kurzarbeit für 160 487 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an.

Im Landkreis Esslingen waren es 6 374 Betriebe oder Betriebsabteilungen mit
105 325 Beschäftigten.

Im Landkreis Göppingen waren es 3 126 Betriebe oder Betriebsabteilungen mit
55 162 Beschäftigten.

 „Kurzarbeit ist und bleibt das Instrument dieser Krise. Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt erkennen, wobei in den letzten beiden Monaten deutlich weniger Anzeigen neu hinzugekommen sind. Etwa jeder zweite Beschäftigte könnte betroffen sein, wenn Kurzarbeit in dem Umfang realisiert wird, wie sie von Unternehmen angezeigt wurde“, so Münz. Da die Betriebe bei der Anzeige von Kurzarbeit meist den vollen Zeitraum ausschöpfen und ihre Meldung schon zu Beginn der Krise geschickt haben, stagniert die Zahl der Anzeigen auf einem hohen Niveau.

Anzeigen bilden ab, ob und in welchem Umfang Betriebe Kurzarbeit planen. Erst wenn die Löhne abgerechnet sind und der Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt wurde, zeigt sich, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde.