30.11.2021 | Presseinfo Nr. 48

Trotz Kälteeinbruch: Kein Einbruch auf dem Arbeitsmarkt

15 965 Frauen und Männer waren im November arbeitslos gemeldet
Arbeitslosenquote sinkt auf 3,5 Prozent
8 662 offene Arbeitsstellen waren gemeldet
30 969 Kurzarbeiter im Mai

Die Arbeitslosigkeit ist im November im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen weiter gesunken: Insgesamt waren im vergangenen Monat 15 965 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das ist ein deutliches Minus im Vergleich zu Oktober um 707 Personen oder 4,2 Prozent. Gegenüber November 2020 waren 3 927 Menschen weniger arbeitslos gemeldet (minus 19,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sank zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 3,5 Prozent (November 2020: 4,4 Prozent). 

Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 7 147 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut.

8 818 Personen waren in der Grundsicherung gemeldet und wurden von den Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.

„Auch im November hält die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt an. Die Arbeitslosigkeit ging abermals zurück und liegt zum ersten Mal seit Dezember 2019 unter der Marke von 16 000 Arbeitslosen. Die aktuellen Herausforderungen – Lieferengpässe, hohe Energiepreise und das Geschehen rund um die Pandemie – belasten aber die Unternehmen schwer“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen. „Ich befürchte, dass der Arbeitsmarkt, gerade auch im Winter, noch einmal auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird. Insofern begrüße ich, dass Kurzarbeitergeld weiterhin unter erleichterten Bedingungen erhalten werden kann. Das gibt den Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit“.

Planungssicherheit brauchen Betriebe insbesondere auch beim Blick auf ihr Personal. Die Deckung des Fachkräftebedarfs stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Bei der Suche nach Fachkräften sollten Unternehmen das gesamte Potenzial am Markt in den Blick nehmen. Auch Menschen, die eine angeborene oder im Lauf des Lebens erworbene Behinderung haben.

„Um auf dieses Fachkräftepotenzial hinzuweisen, werben wir das ganze Jahr über für die Einstellung von behinderten Menschen. Ganz besonders aber in der „Woche der Menschen mit Behinderung“. Sie können trotz einer bestehenden Behinderung eine absolut vollwertige Arbeitsleistung erbringen wie nicht behinderte Menschen auch“, ist Käppel überzeugt. „Wenn es dafür einen besonderen Arbeitsplatz oder eine vertiefte Qualifizierung braucht, unterstützt die Agentur für Arbeit“.

Die Agentur für Arbeit berät Arbeitgeber bei der Einstellung von behinderten Menschen. Sie sieht sich den konkreten Arbeitsplatz an und macht Vorschläge, wie Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse entstehen und gefestigt werden können. Wenn die Ausstattung des Arbeitsplatzes noch nicht ganz passt, hilft die Arbeitsagentur, das Umfeld so zu gestalten, dass Arbeitgeber eine optimale Leistung von ihrem neuen Mitarbeiter erwarten können. Darüber hinaus gibt es weitere Förderleistungen für Arbeitgeber, die sich an der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Bewerbers orientieren.

Infoblock: Was ist die Woche der Menschen mit Behinderung?

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember führt die Bundesagentur für Arbeit (BA) auch in diesem Jahr vom 29. November bis zum 3. Dezember 2021 eine Aktionswoche durch, in der die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter Arbeitgeber über die Chancen informieren, die schwerbehinderte Mitarbeiter für ein Unternehmen bieten und Fördermöglichkeiten aufzeigen. Die BA möchte darauf aufmerksam machen, dass Menschen mit Behinderung einen wertvollen Beitrag auf dem Arbeitsmarkt leisten.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen

Landkreis Esslingen

Im Landkreis Esslingen waren im November insgesamt 10 521 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 468 Personen oder 4,3 Prozent weniger als im Oktober, und
2 412 (minus 18,6 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote betrug 3,4 Prozent (Esslingen: 3,7 Prozent; Kirchheim: 3,3 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 3,3 Prozent und Nürtingen: 3,1 Prozent).
Im November 2020 lag sie bei 4,2 Prozent.

Landkreis Göppingen

Im Landkreis Göppingen waren im November insgesamt 5 444 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 239 weniger (minus 4,2 Prozent) als im Oktober, und 1 515 (minus 21,8 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Der Landkreis Göppingen verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Geschäftsstelle in Göppingen: 3,7 Prozent; Geschäftsstelle in Geislingen: 4,0 Prozent). Im Vorjahr lag sie bei 4,8 Prozent.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Personengruppen

Im November waren 165 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren 26 Personen oder 13,6 Prozent weniger als vor einem Monat, und 96 Personen oder 36,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 1 094 Arbeitslose, 115 oder 9,5 Prozent weniger als im Vormonat, und 893 Personen oder 44,9 Prozent weniger als im November 2020.

Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist im Vergleich zu Oktober um 165 (minus 2,5 Prozent) auf 6 313 Personen gesunken. Das waren 165 Personen (minus 2,5 Prozent) weniger als im November 2020.

5 844 Menschen waren im November seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren 161 Personen (minus 2,7 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 437 (plus 8,1 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen ist um 52 oder 5,4 Prozent gesunken und lag bei 918 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 44 schwerbehinderte Menschen weniger arbeitslos gemeldet (minus 4,6 Prozent).

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben der Zahl der Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist gegenüber dem Vormonat um 581 Personen (minus 2,7 Prozent) gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im November bei 21 246 Personen. Das waren 4 039 (minus 16,0 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Angebot an Arbeitsstellen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im November 8 662 Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet. Gegenüber Oktober sind das 113 Stellen weniger (minus 1,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2 999 Stellen (plus 53,0 Prozent) mehr.

Insgesamt wurden 2 393 Stellen neu gemeldet. Das waren 28 (plus 1,2 Prozent) mehr als im Oktober, und 562 (plus 30,7 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (kein neuer Datenstand)

Zum Stichtag 31. März 2021 waren 306 998 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt: 4 734 (minus 1,5 Prozent) weniger als im Vorjahresquartal. Der Beschäftigungsrückgang war mit minus 1,5 Prozent deutlich stärker als in Baden-Württemberg, der bei minus 0,2 Prozent lag.

Realisierte Kurzarbeit im Mai:

Zahl der Kurzarbeiter und kurzarbeitenden Betriebe

Die Zahlen zur sogenannten „realisierten Kurzarbeit“ liegen der Agentur für Arbeit jetzt für den Monat Mai vor. Danach haben im Mai 30 969 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 3 470 Betrieben oder Betriebsabteilungen kurzgearbeitet.

Im Landkreis Esslingen waren es 2 335 Betriebe oder Betriebsabteilungen mit 21 867 Beschäftigten.

Im Landkreis Göppingen waren es 1 135 Betriebe oder Betriebsabteilungen mit 9 102 Beschäftigten.

Da Unternehmen drei Monate Zeit haben, den Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur einzureichen, liegen die Zahlen für die realisierte Kurzarbeit erst mit zeitlichem Versatz vor. Die Zahlen für Juni wird die Agentur für Arbeit am 4. Januar veröffentlichen.

Hinweis:

Unternehmen, die mindestens drei Monate kein Kurzarbeitergeld abgerechnet haben, müssen Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit neu anzeigen, wenn in ihrem Betrieb aufgrund der geltenden Einschränkungen wieder kurzgearbeitet werden muss.

Kontakt

Kerstin Fickus