31.01.2019 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt startet mit saisonalem Anstieg der Arbeitslosigkeit ins neue Jahr

Mehr Arbeitslose zum Jahresbeginn wegen auslaufender Befristungen und Winterwetter in Südniedersachsen; Betriebe und Verwaltung geben im Januar mehr als 1.200 neue Stellenangebote auf; Großes Angebot an Ausbildungsstellen wartet auf Berufsanfänger

Arbeitslosenzahl: 13.777

Veränderung gegenüber Vormonat: +1.083 / +8,5%

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat: -973 / -6,6%

Arbeitslosenquote (Vorjahreswert): 5,7% (6,2%)

Göttingen. Mit einem saisongemäß deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 8,5% startete der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Göttingen in das neue Jahr. Im Vergleich zum Vormonat waren rund 1.100 Menschen mehr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern der Region arbeitslos gemeldet. Dennoch blieb der Anstieg klar unter dem durchschnittlichen Zuwachs in den Wintermonaten der vergangenen Jahre. So wurde denn auch mit insgesamt 13.777 Arbeitslosen der Januar-Wert 2018 um 973 bzw. 6,6% unterschritten.

Diese Entwicklung ist keineswegs überraschend, denn alljährlich folgt der Anstieg zum Beginn des Jahres der regionalen saisonalen Verlaufskurve der Arbeitslosigkeit. Kein Monat weist durchschnittlich einen so starken Anstieg auf wie der Januar, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen laufen traditionell zum Jahresende viele befristete Arbeitsverträge aus. Zum anderen fallen in den Januar auch viele Arbeitslosmeldungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in den Außenberufen arbeiten und witterungsbedingt nun pausieren müssen.

Saisonbedingt ist auch die Zahl der neu gemeldeten Stellenofferten im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen, befindet sich jedoch nach wie vor auf hohem Niveau. So meldeten die Unternehmen der Region im zurückliegenden Monat 1.214 neue Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit Göttingen. Davon waren 93% sozialversicherungspflichtig. Zwar sank der Stellenzugang gegenüber Dezember um 291 (19,3%), legte gegenüber dem Vorjahresmonat jedoch um 3,1% zu (36 Stellen). Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen umfasste im Januar insgesamt 4.668 Offerten, 15,7% mehr als vor Jahresfrist.

Rund 80% der Nachfrage richtet sich an qualifizierte Fachkräfte, Spezialisten und Akademiker. Demgegenüber gelten mehr als 50% der arbeitslosen Bewerber als ungelernt, da sie nicht über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen. „Diese beiden Zahlen machen schnell deutlich, dass sich der Bedarf der Unternehmen in vielen Fällen nicht kurzfristig decken lässt“, erläutert Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, die Situation. „Es ist daher umso wichtiger für die Betriebe, sich frühzeitig um Nachwuchskräfte zu bemühen und möglichst im eigenen Unternehmen auch auszubilden.“

Diese Botschaft, so der Eindruck des Arbeitsmarktexperten, sei bei den Arbeitgebern inzwischen angekommen. Denn mit bisher 2.248 gemeldeten Ausbildungsstellen liegt das Angebot für Ausbildungsuchende aktuell rund 16% über dem Vorjahreswert.

 „Ich freue mich, dass sich wieder mehr Firmen als Ausbildungsbetrieb engagieren möchten. Unternehmen, die insbesondere Nachwuchskräfte mit Abitur suchen, sollten außerdem überlegen, ob sie in diesem Jahr gegebenenfalls zusätzliche Auszubildende einstellen. Denn mit der Rückkehr zum Abitur nach dreizehn Jahren“, so Gläser, „wird es an niedersächsischen Gymnasien 2020 keine Entlassklassen geben.“

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Januar 18.115. Damit sank der Wert um 1.016 bzw. 5,3% im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Entwicklung in den Landkreisen des Arbeitsagenturbezirkes Göttingen

In den Landkreisen Göttingen und Northeim, die zum Agenturbezirk Göttingen gehören, nahm die Arbeitslosigkeit eine ähnliche Entwicklung. In beiden Landkreisen stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat, ging allerdings gegenüber Januar 2018 zurück.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Northeim sank im Vergleich zum Vorjahreswert um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6%. Insgesamt waren hier 3.924 Menschen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter gemeldet. Das waren zwar 299 (8,2%) mehr als im Dezember, jedoch 286 (6,8%) weniger als vor Jahresfrist.

Ähnlich entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Göttingen. Hier waren im Januar bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern 9.853 Menschen arbeitslos gemeldet, 784 (8,6%) mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl allerdings um 687 bzw. 6,5%. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Göttingen liegt bei 5,7% und damit 0,5 Prozentpunkte unter dem Januar-Wert 2018.

Arbeitslosenzahl

Veränderung
gegenüber

Vormonat

Veränderung gegenüber
Vorjahres-monat

Arbeitslosen-quote
(Vorjahreswert)

Agentur für Arbeit Göttingen

13.777

+1.083  / +8,5%

-973 / -6,6%

5,7% (6,2%)

Landkreis
Göttingen

9.853

+784 / +8,6%

-687 / -6,5%

5,7% (6,2%)

Landkreis
Northeim

3.924

+299 / +8,2%

-286 / -6,8%

5,6% (6,0%)