03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Mit einer Arbeitslosenquote von fünf Prozent ins neue Jahr

Leichter saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat -  gegenüber Vorjahresmonat weiterhin sinkende Zahlen / Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen rückläufig / Arbeitslosenquote in den Landkreisen Göttingen und Northeim bei fünf Prozent.
 

Göttingen. Mit einem leichten saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat endete in Südniedersachsen das Jahr 2019. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Göttingen waren im Dezember 12.202 Menschen arbeitslos gemeldet, 236 bzw. 2,0% mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jedoch 492 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen (-3,9%). Der Arbeitsmarkt verabschiedete das Jahr 2019 mit einer Dezember-Arbeitslosenquote von 5,0%, der niedrigsten im Dezember ermittelten Quote seit der Wiedervereinigung.

Rückgang der gemeldeten Stellenangebote

Doch im vergangenen Monat war im Vergleich zum Vorjahresmonat nicht nur ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu notieren. Auch die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Stellenangebote war rückläufig.

Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, erläutert diese Entwicklung: „Wir hatten im Dezember 2018 einen atypisch hohen Stellenzugang, denn normalerweise sinkt die Nachfrage zum Jahresende. Mit 1.505 gemeldeten Offerten war der Dezember 2018 jedoch tatsächlich der Monat mit dem höchsten Zugang des Jahres. Der aktuelle Rückgang an gemeldeten Personalgesuchen gegenüber dem Vorjahresmonat relativiert sich somit. Denn tatsächlich bewegt sich der Dezember-Wert 2019 auf dem bereits hohen Niveau von 2016 und 2017.“ Im zurückliegenden Monat hatten Wirtschaft und Verwaltung insgesamt 1.081 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, 424 bzw. 28,2% weniger als im Dezember 2018.

Doch trotz der insgesamt positiven Entwicklung der Nachfrage gibt es auch Anzeichen, dass die konjunkturelle Entwicklung momentan etwas langsamer fortschreitet. Ein Ansatzpunkt für diese Einschätzung ist die Entwicklung in der Zeitarbeit. Die Branche gilt allgemein als Frühindikator für den Arbeitsmarkt. Im Dezember hatten Unternehmen aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung immerhin 47 Prozent weniger Stellen neu gemeldet als im Vorjahresmonat.

Mit 227 eingegangenen Arbeitsofferten war hier dennoch weiterhin die größte Nachfrage zu verzeichnen, gefolgt von 161 Personalgesuchen aus dem Bereich Gesundheits- und Sozialwesen und 120 Stellenangeboten aus dem Verarbeitenden Gewerbe.

Insgesamt standen Arbeitsuchenden in Südniedersachsen im Dezember 4.309 gemeldete Stellenangebote offen – 11,5% weniger als vor Jahresfrist.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Dezember 17.318. Damit sank der Wert um 64 bzw. 0,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

In den beiden zum Agenturbezirk zählenden Landkreisen Göttingen und Northeim stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht an. Gegenüber Dezember 2018 sank sie jedoch in beiden Landkreisen.

Sowohl der Landkreis Göttingen als auch der Landkreis Northeim beendete das Jahr mit einer Arbeitslosenquote von 5,0%. Damit lag die Quote im Landkreis Northeim 0,1, im Landkreis Göttingen sogar 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats.

In absoluten Zahlen bedeutet dies für den Landkreis Northeim, dass im Dezember 3.542 Menschen arbeitslos gemeldet waren. Verglichen mit dem November-Wert waren dies 114 mehr (3,3%), gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl allerdings um 83 (-2,3%).

Im Landkreis Göttingen waren im zurückliegenden Monat 8.660 Menschen arbeitslos. Das waren 122 mehr als im November (1,4%), allerdings 409 weniger als im Dezember 2018 (4,5%).