27.03.2020 | Presseinfo Nr. 14

Mit 66 ist noch lange nicht Schluss ...

Statt den Ruhestand zu genießen, steigt der Jungpensionär in die Bearbeitung Kurzarbeitergeld ein.

Göttingen. Eigentlich sollte am 31. März mit dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters Schluss sein mit dem Arbeitsleben. 49 Jahre hat Ulrich Lüdecke seinem Arbeitgeber, der Agentur für Arbeit Göttingen, die Treue gehalten. Nun wollte er anfangen, den Ruhestand zu genießen. Doch es kommt anders …

So richtig Abschiedsstimmung wollte bei der offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand denn auch nicht aufkommen, als Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Arbeitsagentur, seinem langjährigen Mitarbeiter die Entlassungsurkunde überreichte.

Das war nicht nur der gewahrten, ungewohnten Distanz während der Feierstunde geschuldet. Denn aufgrund des notwendigen Abstands zur Vermeidung einer Ansteckungsgefahr war die Zahl der Teilnehmenden deutlich reduziert. Stärker fiel ins Gewicht, dass der erfahrene Fachmann in Sachen Arbeitsmarkt gleich wieder bei seinem ehemaligen Arbeitgeber anheuern wird. Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Arbeitsagentur, zeigte sich sehr erfreut über diese Entwicklung: „Ich bin sehr froh, dass wir Herrn Lüdecke gar nicht groß überzeugen mussten, seinen Ruhestand noch etwas hinauszuschieben. In diesen Zeiten können wir das Know How und die Unterstützung unserer Ruheständler dringend gebrauchen!“

Und Kenntnisse wie Erfahrung hat der vom Ruhestand zurückgetretene Pernsionär reichlich zu bieten: 1971 begann er als Verwaltungslehrling im damaligen Arbeitsamt Göttingen. Sein „reguläres“ Arbeitsleben beendete er als Teamleiter Kundenportal in der Göttinger Arbeitsagentur. Dazwischen lagen viele Fortbildungen, verschiedene Tätigkeiten und wechselnde Arbeitsorte innerhalb des Agenturbezirkes. Er war in der Arbeitsvermittlung tätig und verantwortete als Führungskraft die Sachbearbeitung. Zehn Jahre lang leitete er die Geschäftsstelle Einbeck, später kam die Geschäftsstelle Uslar hinzu. Das letzte Jahrzehnt war er Teamleiter im Kundenportal.

„Mit 66 Jahre bin ich noch nicht dienstmüde, obwohl ich mich auch auf die Zeit nach der Arbeitsagentur freue“, sagt Lüdecke. „Ich fühle mich meinem Arbeitgeber, den Kolleginnen und Kollegen und dem sozialpolitischen Auftrag der Arbeitsagentur nach wie vor verbunden. Daher habe ich überhaupt nicht überlegen müssen, als es darum ging, zu unterstützen und in das Aufgabenfeld Kurzarbeit einzusteigen.“

Auf seinem Plan für das Rentnerdasein stehen Familie, Haus und Garten ganz oben. Er freut sich auf gute Bücher und Fitnesseinheiten im Sportstudio. Auch darüber, sich fortan verstärkt sozial zu engagieren, hat Lüdecke bereits nachgedacht. Doch vorerst sind das Pläne für die Zukunft.