16.04.2020 | Presseinfo Nr. 21

"Wir stemmen gerade eine Mammutaufgabe!"

Die Corona-Krise ist auch für die Agentur für Arbeit eine große Herausforderung, die nur mit großer Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeistert werden kann.

Göttingen. Seit dem 18. März ist die Agentur für Arbeit Göttingen wie alle Arbeitsagenturen des Landes für den Publikumsverkehr geschlossen. So soll die Ansteckungsgefahr für Kunden und Mitarbeiter reduziert werden. Doch hinter den geschlossenen Türen der Dienststellen wie auch im Home Office, wo etliche Beschäftigte der Arbeitsagentur derzeit ihre Aufgaben erledigen, wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Denn während in vielen Betrieben derzeit notgedrungen Kurzarbeit auf dem Plan steht, herrscht in der Behörde Hochkonjunktur. Von der aktuellen Situation sind insbesondere der Bereich der Leistungsgewährung sowie das Kundenportal betroffen.

„Oberste Priorität hat für uns die Bearbeitung des Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeldes“, erklärt Klaus-Dieter Gläser, Leiter der Agentur für Arbeit Göttingen. „Hier haben wir in den letzten Wochen große Anstrengungen unternommen, um Personal aus anderen Bereichen, wie beispielsweise Vermittlung oder Berufsberatung, für die Bearbeitung von Kurzarbeitergeld zu qualifizieren.“ Das Team, das regulär aus 14 Mitgliedern besteht und für die Agenturbezirke Göttingen, Braunschweig-Goslar und Helmstedt zuständig ist, ist mittlerweile auf gut 165 angewachsen.

Ziel ist es, die Betriebe in dieser Krise möglichst schnell mit Kurzarbeitergeld zu unterstützen. Denn so haben sie die Möglichkeit, ihre Beschäftigten trotz fehlender Einnahmen zu halten. Kurzarbeit bedeutet für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwar finanzielle Einbußen, ist aber ein probates Mittel, Entlassungen und somit Arbeitslosigkeit zu verhindern. Im März waren innerhalb von zwei Wochen etwa 2000 Anzeigen auf Kurzarbeit in der Agentur für Arbeit Göttingen eingegangen, weit mehr als im Jahr 2009 im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise insgesamt. Der Beratungsbedarf der Betriebe ist hoch, zumal viele Arbeitgeber, wie beispielsweise Einzelhändler oder Zahnarztpraxen, erstmals diese Leistungen in Anspruch nehmen müssen.

Unterstützung aus anderen Bereichen

Auch das Kundenportal wird in der aktuellen Situation aus anderen Bereichen unterstützt. Denn die Arbeitsagentur hat in Folge der Schließung für den Publikumsverkehr lokale Telefonnummern eingerichtet, da die Service-Rufnummern anfangs völlig überlastet waren. „Wir bemühen uns, trotz geschlossener Türen für unsere Kundinnen und Kunden da zu sein, auch wenn das derzeit eben nicht persönlich, sondern nur telefonisch oder per E-Mail möglich ist. Und gleichzeitig decken wir, so gut es eben geht, weiterhin die ganze Bandbreite der Aufgabenerledigung ab: von der Arbeitslosmeldung über erste Beratungsgespräche, bis hin zur Klärung dringender Fragen. Und im Einzelfall hören wir uns natürlich auch die mit der Krise verbundenen Sorgen unserer Kundinnen und Kunden an,“ erklärt Gläser.

Alle ziehen an einem Strang

„Eine Mammutaufgabe wie sie gerade von den Arbeitsagenturen zu stemmen ist“, da ist sich der Agenturchef sicher, „kann nur bewältigt werden, wenn alle an einem Strang ziehen und alles geben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Überstunden und arbeiten im Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld sowie in der Familienkasse auch am Sonnabend. Und ich bin wirklich stolz auf die Kolleginnen und Kollegen, die allesamt sofort bereit waren, andere Aufgaben zu übernehmen. Und selbstverständlich auch auf diejenigen, die ihre angestammten Tätigkeiten fortführen und zusätzlich die Aufgaben derjenigen übernehmen, die anderswo aushelfen.“