06.07.2021 | Presseinfo Nr. 29

Berufe-Parcours bietet niedrigschwelligen Zugang zum Thema Berufsorientierung an

Jugendberufsagentur Duderstadt initiiert Berufe-Parcours auf dem Gelände des Jugendgästehauses. Landkreis Göttingen und Agentur für Arbeit Göttingen finanzieren Angebot zur Erkundung beruflicher Talente und Interessen.

Duderstadt. Pandemiebedingt mussten in den letzten Monaten zahlreiche Präsenzangebote zur Berufsorientierung ausfallen. Das trifft sowohl auf die Betriebspraktika während der Schulzeit zu, als auch auf die vielen Veranstaltungen zur Berufsorientierung, wie beispielsweise die Eichsfelder Berufsfindungsbörse in Duderstadt, den GöBit in Göttingen oder den BITO in Osterode.

Um Jugendlichen trotzdem eine Möglichkeit zu bieten, sich berufsbezogen mit ihren Interessen und Fähigkeiten auseinanderzusetzen, hat die Jugendberufsagentur Duderstadt einen Berufe-Parcours initiiert. Umgesetzt wurde das Angebot von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen mbH auf dem Gelände des Jugendgästehauses Duderstadt, finanziert vom Landkreis Göttingen und der Agentur für Arbeit Göttingen. Drei Wochen lang konnten die 8. und 9. Klassen der Pestalozzischule, der KGS Gieboldehausen, der Heinz-Sielmann-Realschule und der IGS St. Ursula jeweils einen Vormittag lang verschiedene Berufsfelder praktisch erkunden. Das Angebot wurde in den Schulen gut vorbereitet und von rund 150 Schülerinnen und Schülern genutzt.

Auch Klaudia Silbermann, Chefin der Agentur für Arbeit Göttingen, und Marcel Riethig, Kreisrat im Landkreis Göttingen und zuständig für die Bereiche Jugend, Bildung, Arbeit, Soziales und Kultur, haben den Berufe-Parcours besucht. „Ich bin dankbar für die Initiative der Jugendberufsagentur Duderstadt, die dieses Angebot zur Berufsorientierung angeschoben hat“, äußerte Riethig. „Wir stellen aktuell eine Verunsicherung bei der Berufswahl und der Ausbildungsplatzsuche der Schulabgängerinnen und Schulabgänger fest. Da hat die Pandemie nicht zuletzt durch entfallene Orientierungsangebote, Spuren hinterlassen. Mit dem Berufe-Parcours wollten wir einerseits Schülerinnen und Schülern ein Ersatzangebot unterbreiten, deren Schulpraktika ausfallen mussten. Und andererseits sollte das Angebot Jüngere auf die Wahl ihres Praktikums vorbereiten, das sie hoffentlich regulär im nächsten Schuljahr absolvieren können.“

Silbermann betonte den generellen Stellenwert einer frühzeitigen Berufsorientierung: „Die Berufswahl sollte grundsätzlich in drei Schritten vorbereitet werden: Orientieren – Entscheiden – Bewerben. Eine fundierte Berufswahl erfordert Zeit, daher ist es wichtig, sich nicht erst nach dem Schulabschluss darüber Gedanken zu machen.“ Demzufolge, so die Agenturchefin, setze die Berufsberatung inzwischen schon in den Vorvorentlassklassen erste Impulse. „Wer sich frühzeitig über seine Fähigkeiten und Talente im Klaren ist, wird auch sicherer bei der Berufswahl. Eine solide, umfängliche Berufsorientierung trägt dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu verringern. Ein Ausbildungsabbruch ist natürlich kein Weltuntergang, kostet aber Betriebe wie Auszubildende letztlich Zeit und Geld und führt nicht selten auf beiden Seiten zu vermeidbaren Frustrationen.“

Hintergrund:

In der Jugendberufsagentur arbeiten seit 2019 Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Fallmanagement u 25 des Jobcenters Duderstadt sowie Mitarbeitende der Jugendberufshilfe des Landkreises Göttingen zusammen. Mitglieder im Netzwerk sind außerdem allgemeinbildende Schulen sowie die berufsbildenden Schulen Duderstadt. Ziel ist es, die jeweiligen Hilfsangebote aufeinander abzustimmen, so dass möglichst kein Jugendlicher am Übergang Schule – Beruf verloren geht.