30.09.2020 | Presseinfo Nr. 45

Herbstbelebung auch in Corona-Zeiten

Arbeitslosigkeit in Südniedersachsen sinkt saisonbedingt  / Bedarf an Arbeitskräften steigt / Insbesondere die Zahl jüngerer Arbeitsloser geht zurück

Göttingen. Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März ist im Agenturbezirk Göttingen die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat gesunken. Der dem üblichen saisonalen Verlauf entsprechende Rückgang fiel sogar etwas deutlicher aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Somit waren im September 15.083 Menschen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern der Region gemeldet.

Wie die Agentur für Arbeit Göttingen mitteilte, ging die Zahl der Arbeitslosen im September gegenüber dem Vormonat um 1.066 bzw. 6,6% zurück. Allerdings liegen die Zahlen im Vergleich zur Entwicklung 2019 weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Gegenüber September 2019 waren im zurückliegenden Monat 2.755 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 22,3%.

Saisonüblich ist der deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Gruppe der Arbeitslosen unter 25 Jahren. Diese Altersgruppe macht 11,7% der Arbeitslosen in der Region aus, das waren im September 1.768 junge Arbeitslose. Zwar liegt der Wert mit einem Plus von 22,8% gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin über der Zahl vom September 2019. Doch mit einem Minus von 18,8% gegenüber August fiel der Rückgang aktuell etwas stärker aus als in den Vorjahren.

Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit, führt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auf die einsetzende Herbstbelebung zurück. „Betriebe aus Wirtschaft und Verwaltung haben uns im zurückliegenden Monat wieder mehr offene Stellen gemeldet. Darüber hinaus sichert Kurzarbeit weiterhin auch in unserer Region Arbeitsplätze. Davon profitieren nicht nur Beschäftigte, die in der Krise ihren Arbeitsplatz behalten, sondern auch Betriebe, die bei kurzfristiger wirtschaftlicher Belebung auf ihre gut eingearbeiteten Kräfte zurückgreifen können. Auch haben im September weniger Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, gleichzeitig aber mehr Menschen einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Diese Entwicklung betrifft erfreulicherweise nicht nur den Vergleich zum Vormonat, sondern auch den zum Vorjahresmonat.“

Der Agenturchef weist auf die Auswirkungen von arbeitsmarktfördernden Maßnahmen hin: „In den letzten Wochen ist es den Jobcentern und der Arbeitsagentur gelungen, trotz der Einschränkungen infolge der Pandemie wieder mehr Menschen mit Qualifizierungs- und Aktivierungsangeboten zu unterstützen, damit sie ihre Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz verbessern können. Das wirkt sich entlastend auf die Zahl der Arbeitslosen aus.“ Im zurückliegenden Monat nahmen knapp 2.500 Menschen geförderte Angebote der Qualifizierung, Aktivierung oder Teilhabe wahr.

Kurzarbeit

Für den Monat Mai steht jetzt die erste Hochrechnung zur tatsächlichen Inanspruchnahme von Kurzarbeit zur Verfügung. Danach haben im Agenturbezirk Göttingen im Mai 2.920 Betriebe von Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Von dieser beschäftigungssichernden Förderung profitierten im Mai nach aktueller Hochrechnung 26.113 Beschäftigte.

Mittlerweile liegen für den Monat März endgültige Werte für die realisierte Kurzarbeit vor. Danach haben im ersten Monat der Pandemie 1.877 Betriebe für 14.526 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen.

Im September reichten nach vorläufigen Daten weitere 41 Betriebe Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit ein.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dabei zählen zu den Arbeitslosen zusätzlich solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im September 19.214. Der Wert stieg damit um 1.825 bzw. 10,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

In den zum Agenturbezirk Göttingen zählenden Landkreisen Göttingen und Northeim liegt die Zahl der Arbeitslosen weiterhin deutlich über dem Wert des Vorjahresmonats. Allerdings sank die Arbeitslosigkeit in beiden Landkreisen im Vergleich zum August.

So waren im Landkreis Northeim im September insgesamt 3.954 Menschen arbeitslos, 333 (-7,8%) weniger als im Vormonat, allerdings 484 (13,9%) mehr als vor Jahresfrist. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 5,6%. Damit liegt sie 0,7 Prozentpunkte über dem September-Wert 2019.

Im Landkreis Göttingen stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozentpunkte auf aktuell 6,4% an. Im zurückliegenden Monat waren hier 11.129 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 2.271 (25,6%) mehr als vor Jahresfrist. Gegenüber August sank die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 733 (-6,2%).