30.09.2020 | Presseinfo Nr. 89

Stärkster Rückgang der Arbeitslosigkeit in ganz Thüringen im Agenturbezirk Gotha

Weitere Erholung der Wirtschaft sichtbar
 

 

 

Im September sank die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit Gotha um 6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Dies ist der stärkste Rückgang in ganz Thüringen. „Nach den Sommerferien hat sich der positive Trend weiter fortgesetzt. Alle Personengruppen konnten von der sinkenden Arbeitslosigkeit profitieren. Am stärksten sank die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen. Auch die Anzahl der neu gemeldeten Stellen nahm zu. Wir erleben eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt, wobei diese noch mit vielen Unsicherheiten verbunden ist. Sollte es wieder zu einer Verschärfung von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kommen, kann diese Entwicklung schnell kippen“, sagte Ivo Dauksch, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Gotha.

 

„Die Unternehmen halten ihre Mitarbeiter. Dies wird nicht nur durch die Nutzung der Kurzarbeit sichtbar. Im September meldeten sich deutlich weniger Menschen aus einer Tätigkeit heraus arbeitslos als im Vormonat und im Vorjahr. Dies zeigt, dass die Firmen etwas optimistischer in die Zukunft blicken, trotz aller wirtschaftlichen Probleme und Herausforderungen“, so Ivo Dauksch weiter.

Die Unternehmen nutzen weiterhin die Kurzarbeit, um so den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern. Für 42 Prozent der sv-pflichtig Beschäftigten im Kreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis wurde Kurzarbeit angezeigt. Im September zeigten 15 Unternehmen für 596 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Seit März haben damit fast 3.000 Firmen für über 37.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Für den Monat März wurden für 8.700 Beschäftigte im Agenturbezirk Gotha Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Damit musste weniger als die Hälfte der ursprünglich angezeigten Beschäftigten im März Kurzarbeitergeld erhalten.

„Viele Unternehmen haben vorsorglich für alle Beschäftigten Kurzarbeit beantragt. Sie mussten diese aber nicht für alle Mitarbeiter nutzen. Gerade im März konnte mit der Abgeltung von Überstunden und Urlaub die Kurzarbeit vermieden werden. Die ersten Hochrechnungen für den April zeigen fast eine Verdopplung der abgerechneten Kurzarbeit. Die Kurzarbeit ist damit das Instrument zur Sicherung tausender Arbeitsplätze“, so Ivo Dauksch.

Im September konnten Arbeitslose eine berufliche Weiterbildung beginnen, da dies traditionell auch der Monat ist, in dem Umschulungen beginnen. Viele Maßnahmeeintritte waren während des Lockdowns nicht möglich und werden jetzt von der Arbeitsagentur und den beiden Jobcentern nachgeholt.

 

Arbeitslosigkeit sinkt deutlich

Im September waren 8.536 Menschen im Agenturbezirk Gotha arbeitslos gemeldet. Das waren 541 mehr als im Vormonat, aber 1.312 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Agenturbezirk unverändert bei 6,7 Prozent und damit 1,0 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. In beiden Landkreisen sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr. Im Landkreis Gotha lag sie mit 6,2 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent) leicht über dem Wert des Freistaates Thüringen (6,1 Prozent). Der Unstrut-Hainich-Kreis wies eine Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent aus (Vorjahr 6,6 Prozent).

Rechtskreise

Die Arbeitslosigkeit sank in beiden Rechtskreisen, wobei sie im Bereich der Arbeitslosenversicherung deutlicher zurückgegangen ist, als in den Jobcentern. Im September waren 3.669 Menschen in der Arbeitslosenversicherung gemeldet. 4.867 wurden von den beiden Jobcentern betreut.

Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Teilnehmende an Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Sie bietet damit einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im September 10.267. Das waren 873 mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 8,0 Prozent deutlich über dem Wert des Vorjahres (7,3 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Die Dynamik am Arbeitsmarkt hat wieder Fahrt aufgenommen, wenngleich noch nicht das Niveau vor der Corona-Krise erreicht wurde. Im September änderte sich für fast 42 Prozent der Arbeitslosen der Status. Vor der Krise war es 50 Prozent.

Im September beendeten 2.061 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 384 mehr als im Vormonat, aber 202 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 681 Personen eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auf, 32 mehr als im Vormonat und 18 mehr als im Vorjahr. 563 begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Gleichzeitig meldeten sich im September 1.518 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 181 weniger als im Vormonat und 445 weniger als im Vorjahr. 526 gingen zuvor einer Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nach.

Stellenzugang nimmt zu

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen nahm im Vergleich zum Vormonat zu. Im September wurden 420 neue Stellen gemeldet, 34 mehr als im Vormonat, aber 119 weniger als im Vorjahr. Aktuell liegen 1.690 offene Stellen zur Besetzung vor, 347 weniger als im Vorjahr. „Mit dem Ende der Sommerferien hat auch die Nachfrage nach Fachkräften zugenommen. Zwei von drei Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte, 16 Prozent der Stellen sind für Experten/Spezialisten und nur 16 Prozent der Stellen sind für Helfer- oder Anlerntätigkeiten ausgeschrieben. Auch im Bereich der Zeitarbeit nimmt die Zahl der offenen Stellen wieder zu, aber noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau“, betont Ivo Dauksch.

Landkreis Gotha

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha betrug 6,2 Prozent und lag damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Vormonat. Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote 4,9 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen sank um 5,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im September waren 4.510 Menschen arbeitslos gemeldet, 258 weniger als im Vormonat, aber 915 mehr als im Vorjahr.

798 Menschen meldeten sich im September arbeitslos, 105 weniger als im Vormonat und 208 weniger als im Vorjahr.

Gleichzeitig beendeten im September 1.054 Menschen die Arbeitslosigkeit, 224 mehr als im Vormonat, aber 102 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 383 eine Erwerbstätigkeit auf.

Von März bis September zeigten 1.626 Unternehmen Kurzarbeit an. Davon betroffen sind 21.619 Beschäftigte. Dies entspricht einem Anteil von 42 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Im September wurden 204 offene Stellen gemeldet, fast ebenso viele wie im August, aber 80 weniger als im Vorjahr. Aktuell liegen 988 offene Stellen zur Besetzung vor, rund ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

Unstrut-Hainich-Kreis

Die Arbeitslosenquote sank deutlich und betrug 7,4 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 6,6 Prozent.

Nach dem Wartburgkreis und der Stadt Eisenach verzeichnet der Unstrut-Hainich-Kreis den dritthöchsten Rückgang an Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand an Arbeitslosen sank hier um 6,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Aktuell sind 4.026 Menschen arbeitslos gemeldet, 283 weniger als im Vormonat, jedoch 397 mehr als im Vorjahr.

Im September meldeten sich 720 Menschen arbeitslos, 76 weniger als im Vormonat und 237 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig beendeten 1.007 ihre Arbeitslosigkeit, 160 mehr als im Vormonat, aber 100 weniger als im Vorjahr. 333 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf.

216 offene Stellen wurden von den Unternehmen im September neu gemeldet, 40 mehr als im August, aber 39 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 702 offene Stellen zur Besetzung vor, 176 weniger als im letzten Jahr.

1.358 Betriebe zeigten von März bis September für insgesamt 15.441 Beschäftigte Kurzarbeit an. Das sind 42 Prozent aller sv-pflichtig Beschäftigten im Landkreis.

 

Arbeitsmarkt nach Regionen im Überblick