01.12.2020 | Presseinfo Nr. 105

Trotz Lockdowns sinkt die Arbeitslosigkeit

Deutlich mehr Anzeigen auf Kurzarbeit im November

 

Die Auswirkungen des zweiten Lockdowns im November sind auf dem Arbeitsmarkt noch nicht sichtbar. Unternehmen die davon betroffen sind, nutzen die Kurzarbeit weiterhin zur Sicherung der Beschäftigten in ihren Unternehmen. So stieg die Zahl der neuen Anzeigen für Kurzarbeit im November deutlich an. Dagegen sank die Arbeitslosigkeit im jahreszeitlich üblichen Rahmen. Von diesem Rückgang konnten alle Altersgruppen profitieren. Dennoch liegt die Zahl der Arbeitslosen 14 Prozent über dem Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der neugemeldeten Stellen und damit auch die Chancen eine neue Beschäftigung zu finden.

„Trotz des erneuten Teillockdowns, zeigt sich der Arbeitsmarkt erstaunlich robust. In den betroffenen Branchen wächst aber die Unsicherheit. Noch nutzen die Firmen die Kurzarbeit zur Beschäftigungssicherung. Das Advents- und Weihnachtsgeschäft wird im Hotel- und Gastronomiebereich aber auch in der Veranstaltungsbranche in diesem Jahr nahezu komplett wegbrechen. Auch im Einzelhandel gehen die Umsätze zurück. Wie lange die Unternehmen noch in der Lage sind, dies wirtschaftlich durchzustehen, bleibt fraglich. Hier sind schnelle finanzielle Hilfen nötig“ betonte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha. „Die Kurzarbeit zeigt sich erneut als das Instrument zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Die vom Bundestag beschlossene Verlängerung der Kurzarbeit auf 24 Monate ist ein richtiges und wichtiges Signal für die Unternehmen“, betonte Ina Benad.

Die Unternehmen nutzen weiterhin die Kurzarbeit, um den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern. Für 44 Prozent der sv-pflichtig Beschäftigten im Kreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis wurde seit März Kurzarbeit angezeigt. Im November stieg die Zahl der neu eingegangenen Anzeigen für Kurzarbeit deutlich. So zeigten 161 Unternehmen für 1.344 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Dagegen sank im Juni die Zahl der tatsächlich abgerechneten Kurzarbeit. So wurden im Juni im Landkreis Gotha für 7.769 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Im Unstrut-Hainich-Kreis waren es 4.345 Beschäftigte. Die Kurzarbeiterquote sank im Juni erstmals seit März. Die Quote gibt an, für wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet wurde. Im Landkreis Gotha lag die Quote im Juni bei 15,5 Prozent (Mai 19,0 %), im Unstrut-Hainich-Kreis bei 12,3 Prozent (Mai 18,5 %). Damit mussten im Juni weniger Beschäftigte kurarbeiten als im April und Mai. Bedingt durch den erneuten Teillockdown wird die Zahl der Kurzarbeiter ab November wieder deutlich zunehmen. Dies spiegelt sich auch in der gestiegenen Anzahl an neuen Anzeigen im November wider“, stelle Ina Benad fest.

Arbeitslosigkeit sinkt im jahreszeitlich üblichen Rahmen

Im November waren 8.015 Menschen im Agenturbezirk Gotha arbeitslos gemeldet. Das waren 252 weniger als im Vormonat, aber 993 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Agenturbezirk bei 6,3 Prozent und damit 0,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. In beiden Landkreisen sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat, lag aber über den Vorjahreswerten. Im Landkreis Gotha lag sie mit 5,8 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent) und hatte damit den selben Wert wie der Freistaat Thüringen (5,8 Prozent). Der Unstrut-Hainich-Kreis wies eine Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent aus (Vorjahr 6,5 Prozent).

Rechtskreise

Die Arbeitslosigkeit sank sowohl in der Arbeitsagentur als auch in den beiden Jobcentern. Im November waren 3.493 Menschen in der Arbeitslosenversicherung gemeldet. 4.522 wurden von den beiden Jobcentern betreut.

Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Teilnehmende an Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Sie bietet damit einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im November 9.858. Das waren 658 mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 7,6 Prozent deutlich über dem Wert des Vorjahres (7,1 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Die Dynamik am Arbeitsmarkt hat wieder Fahrt aufgenommen, wenngleich noch nicht das Niveau vor der Corona-Krise erreicht wurde. Im November änderte sich für fast 41 Prozent der Arbeitslosen der Status. Vor der Krise war es über 50 Prozent.

Im November beendeten 1.779 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 168 weniger als im Vormonat und 123 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 553 Personen eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auf, 107 weniger als im Vormonat, aber 22 mehr als im Vorjahr. Die Chance, einen neuen Job zu finden, sank jedoch deutlich. Seit Jahresbeginn konnten 6.000 Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus einen neuen Job finden, 499 weniger als im Vorjahreszeitraum. 396 Arbeitslose begannen im November eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Gleichzeitig meldeten sich im November 1.537 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 149 mehr als im Vormonat und 216 weniger als im Vorjahr. 558 gingen zuvor einer Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nach. Trotz der Coronakrise ist die Gefahr aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden gesunken. Seit Jahresbeginn haben sich 7.549 Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos gemeldet, 182 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Mehr offene Stellen gemeldet

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen nahm ab. Im November wurden 454 neue Stellen gemeldet, 85 weniger als im Vormonat, aber 83 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 1.785 offene Stellen zur Besetzung vor, 30 mehr als im vergangenen Monat, aber 203 weniger als im Vorjahr. „Seit Juni nimmt die Zahl der offenen Stellen wieder zu, liegt aber noch deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Aktuell sind zwei von drei Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte, jede fünfte Stelle für Helfer- und Anlerntätigkeiten und 15 Prozent der Stellen sind für Experten/Spezialisten gemeldet. Auch im Bereich der Zeitarbeit nimmt die Zahl der offenen Stellen wieder zu, liegt aber noch 22 Prozent unter dem Niveau vor der Coronakrise“, betont Ina Benad.

Landkreis Gotha

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha betrug 5,8 Prozent und lag damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonat. Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote 4,8 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber dem Vormonat. Im November waren 4.230 Menschen arbeitslos gemeldet, 175 weniger als im Vormonat, aber 745 mehr als im Vorjahr. Von ihnen waren 285 zuvor auf dem 1. Arbeitsmarkt beschäftigt. Seit Jahresbeginn haben 4.283 Menschen ihren Job verloren, 30 mehr als im Vorjahreszeitraum.

787 Menschen meldeten sich im November arbeitslos, 126 weniger als im Vormonat und 165 weniger als im Vorjahr.

Gleichzeitig beendeten im November 962 Menschen die Arbeitslosigkeit, 48 weniger als im Vormonat und 90 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 323 eine Erwerbstätigkeit auf. Seit Jahresbeginn konnten 3.498 Arbeitslose eine neue Beschäftigung finden, 364 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Von März bis November zeigten 1.745 Unternehmen Kurzarbeit an. Davon betroffen sind 22.664 Beschäftigte. Dies entspricht einem Anteil von 44 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Im Mai wurde für 9.506 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Für Juni zeigt die aktuelle Hochrechnung einen deutlichen Rückgang der Kurzarbeit. So wurden im Juni für 6.239 Beschäftigte Kurzarbeit abgerechnet. Die Kurzarbeiterquote sank damit von 19,0 Prozent im Mai auf 15,5 Prozent im Juni.

Im November wurden 233 offene Stellen gemeldet, 25 weniger als im Oktober, aber 32 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 1.006 offene Stellen zur Besetzung vor, 16 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unstrut-Hainich-Kreis

Die Arbeitslosenquote sank erneut und betrug 7,0 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 6,5 Prozent.

Aktuell sind 3.785 Menschen arbeitslos gemeldet, 77 weniger als im Vormonat, jedoch 248 mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn haben 3.266 Menschen ihren Job verloren, 212 weniger als im Vorjahr.

Im November meldeten sich 750 Menschen arbeitslos, 23 weniger als im Vormonat und 51 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig beendeten 817 ihre Arbeitslosigkeit, 120 weniger als im Vormonat und 33 weniger als im Vorjahr. 230 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf. Seit Jahresbeginn fanden 2.730 einen neuen Job, 250 weniger als im Vorjahreszeitraum.

221 offene Stellen wurden von den Unternehmen im November neu gemeldet, 60 weniger als im Vormonat, aber 51 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 779 offene Stellen zur Besetzung vor, 47 weniger als im letzten Jahr.

1.435 Betriebe zeigten von März bis November für insgesamt 16.068 Beschäftigte Kurzarbeit an. Das waren 44 Prozent aller sv-pflichtig Beschäftigten im Landkreis. Im Mai waren 6.239 Beschäftigte in Kurzarbeit. Die Hochrechnung für Juni zeigt, dass für 4.345 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld abgerechnet wurde. Die Kurzarbeiterquote sank damit von 18,5 Prozent im Mai auf 10,7 Prozent im Juni.

Arbeitsmarkt nach Regionen im Überblick