02.03.2021 | Presseinfo Nr. 19

Arbeitslosigkeit steigt im Februar an

Unternehmen melden mehr offene Stellen


 

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Anders als im Februar üblich stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat an. Diese Entwicklung fand überwiegend bei den Jobcentern statt. Im Bereich der Arbeitsagentur stagnierte die Arbeitslosigkeit nahezu. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit deutlich erhöht, wobei sich der coronabedingte Anstieg stärker in der Arbeitslosenversicherung niederschlägt als in den Jobcentern. Aktuell sind deutlich mehr Männer als Frauen von der Arbeitslosigkeit betroffen. Im Februar stiegen die Zahlen der Arbeitslosen am deutlichsten bei den Unter-25jährigen und den Ausländer an.

„Einige Auszubildende, die nach ihrer 2,5- oder 3,5-jährigen Ausbildung fertig geworden sind, konnten keinen nahtlosen Anschluss finden. Daher stieg die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen an. Diese haben bei einem Anspringen der Konjunktur gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Schwieriger wird es für Migranten mit schlechten oder fehlenden Sprachkenntnissen und Langzeitarbeitslosen. Ihre Beschäftigungschancen sind durch die Coronapandemie deutlich gesunken. Hier setzen insbesondere die Jobcenter auf berufliche Weiterbildungen“, sagte Ina Benad.

Während in den letzten Monaten der Anstieg der Arbeitslosigkeit überwiegend in der Arbeitslosenversicherung zu verzeichnen war, wandelt sich nun das Bild. „Durch die verlängerte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes im vergangenen Jahr, konnten viele länger Arbeitslosengeld beziehen. Insbesondere bei Geringqualifizierten sind die Beschäftigungsmöglichkeiten im vergangenen Jahr gesunken, so dass nun der Wechsel in die Grundsicherung erfolgt“, erläuterte Ina Benad.

Im Februar sank die Zahl derer, die sich neu arbeitslos meldeten. Gleichzeitig konnten auch weniger Arbeitslose eine neue Beschäftigung finden. „Unternehmen, die durch den Lockdown geschlossen wurden, warten dringend auf eine Perspektive für die Wiedereröffnung. Je länger der Lockdown dauert, desto schwieriger wird die wirtschaftliche Lage. So sehen wir deutlichen eine Rückgang bei den offenen Stellen in der Hotellerie und Gastronomie, im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich. Dagegen sieht es im Gesundheitswesen, im verarbeitenden Gewerbe, in der Logistik und der Zeitarbeit anders aus. Hier haben wir teilweise mehr freie Stellen als im Vorjahr“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Die Unternehmen nutzen weiterhin die Kurzarbeit, um ihre Fachkräfte zu sichern. Für die Hälfte der sv-pflichtig Beschäftigten im Kreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis wurde seit März 2020 Kurzarbeit angezeigt. Im Februar sank die Zahl der neuen Anzeigen für Kurzarbeit. So hatten im Februar insgesamt 138 Unternehmen für 1.476 Beschäftigte Kurzarbeit neu bzw. erneut angezeigt.

Arbeitslosigkeit deutlich über dem Vorjahr

Im Februar waren 8.938 Menschen im Agenturbezirk Gotha arbeitslos gemeldet. Das waren 105 mehr als im Vormonat und 1.044 mehr als im Vorjahr. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen 13,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote lag im Agenturbezirk bei 7,0 Prozent und damit 0,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Im Landkreis Gotha blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 6,3 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent) und lag damit unter der des Freistaates Thüringen (6,4 Prozent). Im Unstrut-Hainich-Kreis stieg die Arbeitslosenquote auf 8,1 Prozent an (Vormonat bei 7,9 Prozent/ Vorjahr 7,2 Prozent).

Rechtskreise

Im Februar waren 4.107 Menschen in der Arbeitslosenversicherung gemeldet (+774 zum Vorjahr), das entspricht einem Anstieg von 23,2 Prozent zum Vorjahr. 4.831 wurden von den beiden Jobcentern betreut (+ 270 zum Vorjahr). Aktuell werden 46 Prozent der Arbeitslosen durch die Arbeitsagentur betreut. Vor der Coronapandemie lag der Anteil bei einem Drittel.

Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Teilnehmende an Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Sie bietet damit einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im Februar 10.544. Das waren 430 mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 8,2 Prozent über dem Wert des Vorjahres (7,8 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt hat weiter an Dynamik verloren. Im Februar änderte sich für 30 Prozent der Arbeitslosen der Status, vor der Krise waren es über 50 Prozent.

Im Februar beendeten 1.196 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 105 mehr als im Vormonat, aber 826 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 427 Personen eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auf, 56 mehr als im Vormonat, aber 107 weniger als im Vorjahr. Die Chance, einen neuen Job zu finden, sank gegenüber dem Vorjahr deutlich.

Gleichzeitig meldeten sich im Februar 1.310 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 538 weniger als im Vormonat und 678 weniger als im Vorjahr. 583 gingen zuvor einer Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nach, 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz der Coronakrise ist die Gefahr gesunken, aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden. Die meisten meldeten sich nach einer Tätigkeit in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Baubereich arbeitslos.

Mehr offene Stellen gemeldet

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen stieg im Februar an. Die Unternehmen meldeten 389 neue Stellen, 89 mehr als im Vormonat, aber 60 weniger als im Vorjahr. Aktuell liegen 1.728 offene Stellen zur Besetzung vor, 49 mehr als im vergangenen Monat, aber 145 weniger als im Vorjahr. Durch den Lockdown liegen im Dienstleistungs- und im HOGA-Bereich deutlich weniger Stellen vor. 6 von 10 Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte, jede fünfte Stelle für Helfer- und Anlerntätigkeiten und 20 Prozent der Stellen sind für Experten/Spezialisten gemeldet.

Landkreis Gotha

Den zweiten Monat in Folge lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha mit 6,3 Prozent unter dem Thüringer Wert. Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote 5,4 Prozent.

Im Februar waren 4.561 Menschen arbeitslos gemeldet, 26 weniger als im Vormonat, aber 606 mehr als im Vorjahr. Insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung nahm die Zahl der Arbeitslosen deutlich zu. So sind hier 26 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr, während beim Jobcenter der Anstieg zum Vorjahr bei rund 7 Prozent lag.

Im Februar meldeten sich 656 Menschen erstmals oder erneut arbeitslos, 298 weniger als im Vormonat. 295 davon waren vorher auf dem 1. Arbeitsmarkt beschäftigt.

Gleichzeitig beendeten im Februar 677 Menschen die Arbeitslosigkeit, 36 mehr als im Vormonat, aber 426 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 255 eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Februar wurden 210 offene Stellen gemeldet, 70 mehr als im Vormonat, aber 44 weniger als im Vorjahr. Aktuell liegen 992 offene Stellen zur Besetzung vor, 88 weniger als im Vorjahr.

Unstrut-Hainich-Kreis

Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,1 Prozent an. Im Vormonat betrug sie 7,8 Prozent und im Vorjahr 7,2 Prozent.

Aktuell sind 4.377 Menschen arbeitslos gemeldet, 131 mehr als im Vormonat und 438 mehr als im Vorjahr. Im Bereich der Arbeitsagentur stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent an, während im Jobcenter nur eine Zunahme von 5 Prozent zu verzeichnen war.

Im Februar meldeten sich 654 Menschen arbeitslos, 240 weniger als im Vormonat und 234 weniger als im Vorjahr. 288 meldeten sich nach einer Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitslos.

Gleichzeitig beendeten im Februar 519 ihre Arbeitslosigkeit, 69 mehr als im Vormonat, aber 400 weniger als im Vorjahr. 172 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 24 Prozent weniger als im Vorjahr.

179 offene Stellen wurden von den Unternehmen neu gemeldet, 19 mehr als im Vormonat, aber 16 weniger als im Vorjahr. Aktuell liegen 736 offene Stellen zur Besetzung vor, 7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Arbeitsmarkt nach Regionen im Überblick

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